Oppitz macht dicht - Gudensberger Traditionsbetrieb schließt nach 60 Jahren

Abschied nach 60 Jahren v.l.): Hütt-Brauerei-Chef Frank Bettenhäuser, Berthold und Inge Oppitz stoßen mit Bürgermeister Frank Börner auf das Firmenjubiläum und zugleich auf den anstehenden Ruhestand an.
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Abschied nach 60 Jahren v.l.): Hütt-Brauerei-Chef Frank Bettenhäuser, Berthold und Inge Oppitz stoßen mit Bürgermeister Frank Börner auf das Firmenjubiläum und zugleich auf den anstehenden Ruhestand an.

Rund 60 Jahre waren drei Generationen der Familie Oppitz dabei, den Laden am Laufen zu halten. Zum Schluss setzten die Gesundheit und dann die Corona-Pandemie dem geschäftlichem Engagement Grenzen. Nun freuen sich Inge und Berthold Oppitz auf ihren Ruhestand, wie sie Bürgermeister Frank Börner bei einem Besuch erzählten.

Gudensberg. Von den Anfängen als bescheidene Flaschenbierhandlung bis zu langen Jahren als Allroundversorger in Sachen Getränke für unzählige Vereine, Feuerwehren und andere Gruppen in Gudensberg: Rund 60 Jahre waren drei Generationen der Familie Oppitz dabei, den Laden am Laufen zu halten. Zum Schluss setzten die Gesundheit und dann die Corona-Pandemie dem geschäftlichem Engagement Grenzen. Nun freuen sich Inge und Berthold Oppitz auf ihren Ruhestand, wie sie Bürgermeister Frank Börner bei einem Besuch erzählten.

Ein Aushängeschild für Gudensberg sei der Familienbetrieb gewesen, lobte der Bürgermeister. Sowohl unternehmerisch wie auch privat hätten sich Inge und Berthold Oppitz für die Stadt und seine Vereine eingesetzt, dabei großes Engagement gezeigt und sich stets mit der Stadt identifiziert, sagte Börner.

Enger Draht zur Knallhütte

Über all die Jahrzehnte bestand ein enger Draht zur Knallhütte, daher kam auch Brauerei-Inhaber Frank Bettenhäuser vorbei, um Danke für die vielen Jahre guter Geschäftsbeziehungen zu sagen. Der Vater von Berthold Oppitz war auf der Knallhütte beschäftigt, von dort kam die Anregung, eine Verkaufsstelle in der Trift 11 einzurichten. Eine gute Entscheidung: Die Zahl der Kunden wuchs rasch, darunter viele Arbeiter, die sich nach Feierabend ein paar Flaschen Hütt mit nach Hause nahmen. Für eine ganze Kiste hätte es damals nicht bei allen Kunden gereicht, beschreibt Inge Oppitz.

Schnell wurde die Getränkehandlung Stammlieferant für die gesamte Gudensberger Vereinslandschaft, denn die Vorteile lagen auf der Hand: Floß das Bier bei Vereinsfesten etwas schneller als erwartet, konnte man auch spät noch nachordern. Berthold Oppitz erzählt, dass er einmal morgens um halb sechs, kurz vor seinem Arbeitsbeginn, nochmal nachliefern musste. 1997 dann der Umzug ins neue Domizil: Das Haus „Auf dem Fass“ passte auch vom Namen und bot genügend Lagerfläche. In den Hochzeiten liefen fünf Anhänger; Kühlwagen, Bierschiffchen, Bierzeltgarnituren - alles war bei den Oppitzens zu bekommen und: „Der Laden lief ohne Werbung.“

Über 30 Jahre waren Inge und Berthold Oppitz auch eine Institution beim Gudensberger Viehmarkt und beim Stadtfest. Wenn es sich lohnte, bei dem Fest vorbeizuschauen, dann auch wegen der Bratwürstchen, die zu Tausenden begeisterte Genießer fanden.

Vereinsmenschen

Bis heute sind die beiden Vereinsmenschen, die Liste der Mitgliedschaften ist lang. Die enge Verbindung zu den Vereinen ist Inge und Berthold Oppitz genauso wichtig wie Produkte aus der Region, hinter denen sie stehen, weil sie um deren Qualität wissen: „So, wie wir unsere Kunden gut kannten und eine gute Beziehung zu ihnen pflegten, haben wir es auch mit unseren Lieferanten getan“, erklärt der gelernte Metzgermeister Berthold Oppitz.

Nach 50 Jahren wollten die Oppitzens schon die Handbremse ziehen, damals konnten sie noch auf die Unterstützung der beiden Töchter zurückgreifen. So wurden es 60, doch nun sei Schluss, denn der Nachwuchs lebe inzwischen weit entfernt und könne nicht mehr aushelfen. Daher wird nun Ernst gemacht, das Geschäft schließt endgültig zum Jahresende – nicht ohne Wehmut, sagt Berthold Oppitz. Doch für besondere Gäste werde er auch in Zukunft noch das eine oder andere Fläschchen Hütt im Lager stehen haben.

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