Polizei stellt Unfallstatistik für den Schwalm-Eder-Kreis vor: Zahl der Unfallfluchten weiterhin hoch

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Für Schaden gesorgt und danach einfach weggefahren: Die Unfallstatistik des Schwalm-Eder-Kreises weist auch für das vergangene Jahr sehr viele Fahrerfluchten auf.

Die Polizei hat die Unfallstatistik 2019 für den Schwalm-Eder-Kreis herausgegeben. Die Zahl der Unfallfluchten ist weiter hoch.

Schwalm-Eder. 3.766 Verkehrsunfälle hat das Polizeipräsidium Nordhessen für das vergangenen Jahr im Schwalm-Eder-Kreis erfasst. Das geht aus der Unfallstatistik hervor, die das Polizeipräsidium Nordhessen in dieser Woche vorgelegt hat. In dieser sind, wie gewohnt, nicht nur die aktuellen Zahlen zu finden, sondern auch die Entwicklung der Unfallzahlen in den vergangenen Jahren insgesamt, die Unfallarten oder aber auch die Unfallursachen. So sind die Unfälle insgesamt im Vergleich zu 2018 von 3.684 auf 3.766 leicht angestiegen. Auch die Langzeitentwicklung zeigt, dass die Unfallzahlen seit 2009 (3.387) leicht angestiegen sind. Die Polizei begründet den Anstieg mit vermehrten Wildunfällen in den vergangenen Jahren. Die Statistik zeigt: Ohne Wildunfälle wäre die Zahl der Gesamtunfälle sogar niedriger (2.349) als 2009 (2.494).

Zahl der Verletzten insgesamt gesunken

Im Vergleich zum Vorjahr sind deutlich weniger Personen bei Unfällen zu Schaden gekommen. Waren es im Jahr 2018 noch 698 Verunglückte, lag die Zahl 2019 bei 647. Trotzdem stieg dabei die Anzahl der Schwerverletzten von 127 (2018) auf 157 (2019) an. Zudem weist die Statistik im Jahresvergleich einen Unfalltoten mehr auf (von 6 auf 7). Ausschlaggebend für weniger Verunglückte im Jahr 2019 ist die deutlich niedrigere Anzahl an Leichtverletzten, die im Vergleich zum Vorjahr von 565 auf 483 gesunken ist.

37 Prozent aller Unfälle im Schwalm-Eder-Kreis sind Wildunfälle.

Nach wie vor sehr hoch ist die Zahl der Verkehrsunfallfluchten und sie hat innerhalb eines Jahres sogar noch zugelegt. Waren es 2018 noch 747 verzeichnete Fluchten, stieg die Zahl im vergangenen Jahr fast um 100 Fälle auf 839 an. Dabei liegt die Zahl der ungeklärten Fälle (510) deutlich höher als die derjenigen, die die Polizei aufklären (329) konnte. Die Anzahl der Unfallfluchten mit Personenschaden ist im Vergleich zum Vorjahr ebenso gestiegen – um zwölf Fälle auf 40. Mit 21 liegt die Zahl der aufgeklärten Fälle bei 53 Prozent und nach Angaben der Polizei damit auf einem vergleichbaren Niveau mit der Quote des Vorjahres.

Wildunfälle: Neues Projekt mit Rundumleuchte

Der steilste Anstieg ist jedoch bei den Wildunfällen zu verzeichnen. Waren es im Jahr 2005 noch 825, wurden im vergangenen Jahr 1.417 erfasst. Damit machen die Kollisionen mit Wild 37 Prozent aller Verkehrsunfälle im Schwalm-Eder-Kreis aus.

Die Polizei erklärt dazu: „Alle bisher getesteten Wildwarnreflektoren, akustische, optische und geruchsspezifische Systeme sorgten nur kurzfristig für eine Verbesserung der Unfallsituation. Tatsächlich sind Zusammenhänge von Abschusszahlen und der anschließenden Anzahl von Wildunfällen zu beobachten. Auf insgesamt vier vergleichbaren Streckenabschnitten im Schwalm-Eder-Kreis wurde ein Pilotprojekt initiiert. In diesem Projekt warnt eine orangefarbene Rundumleuchte über dem Verkehrszeichen (Wildwechsel; Anm. d. Red.) zusätzlich auf die Gefahrenstelle. Valide Zahlen werden erst nach einer längeren Laufzeit darstellbar sein.“

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