Qualität zahlt sich aus: Urlaub im Schwalm-Eder-Kreis immer beliebter

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Sie erhielten - neben der Urkunde über die Zertifizierung - viel Lob für ihr Engagement aus Stadt und Kreis: (v. li.) Tina Zilch, Carsten Zilch, Pierre Weinhold, Andrea Weinhold-Witzel, Iris Hepke, Jürgen Hepke, Eva-Maria Klingberg und Jürgen Klingberg.

„Tourismus ist nicht die Sache einer Stadt, sondern einer ganzen Region”, sagt Landrat Winfried Becker und lobt das Engagement vieler Privatleute, die sich für den Tourismus vor Ort einsetzen. Denn dieser Einsatz trägt Früchte. So wird der Kreis von Jahr zu Jahr ein immer beliebteres Urlaubsziel.

Schwalm-Eder. Den Urlaub im Schwalm-Eder-Kreis zu verbringen wird immer beliebter. So ist die Zahl an Übernachtungen im Kreis seit 2013 von gut 600.000 auf über 660.000 im Jahr 2018 gestiegen. „Den Besuchern attraktive und aufeinander abgestimmte Angebote zu bieten, ist unser Ziel“, sagt Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein und freut sich über die gestiegene Zahl an Übernachtungen – auch in der Bartenwetzerstadt. Doch auch das Engagement von Privatpersonen habe einen Anteil an der positiven Entwicklung, sind sich die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung auf Kommunal- und Kreisebene sicher. So haben zum Beispiel Günter und Eva-Maria Klingenberg, Carsten und Tina Zilch, Jürgen und Iris Hepke und Pierre Weinhold mit seiner Frau Andrea Renovierungs- und Sanierungsarbeiten in Angriff genommen, um in Melsungen und Spangenberg Ferienwohnungen und -zimmer zu schaffen. Darüber hinaus haben sie die Unterkünfte zertifizieren lassen – nach Qualitätsstandards des Deutschen Tourismusverbands.

Ein großer Vorteil, wenn es nach Herbert Markolf, Vorsitzender der Melsunger Kultur- und Tourist-Info, geht: „Durch die Zertifizierung wissen die Gäste bereits bei der Buchung, worauf sie sich einlassen – und auch verlassen können.“ Außerdem sei die ortsansässige Wirtschaft ein wichtiger Zugfaktor, denn „von einer guten Wirtschaft profitiert auch der Tourismus und dadurch werden auch die Innenstädte wieder belebter. Und da haben wir mit Melsungen und Spangenberg zwei wunderschöne Fachwerkstädte als Beispiele“, sagt Landrat Winfried Becker. Melsungens Stadtoberhaupt findet ebenfalls lobende Worte für die gestiegene Zahl an zertifizierten Ferienwohnungen und betont: „Als kleine Ferienregion muss man sich behaupten.“ Doch die vom Statistischen Landesamt erfassten Übernachtungszahlen rufen auch Kritik hervor, denn sie seien nicht korrekt. „Leider werden keine Zimmer und Ferienwohnungen gezählt, die weniger als zehn Betten haben. Das entmutigt uns als Anbieter zwar nicht, wird unserem Einsatz aber nicht gerecht“, macht sich Andrea Weinhold-Witzel Luft, und hofft auf Verbesserung bei der statistischen Erhebung. Die Kritik kann der Landrat nachvollziehen und wünscht sich Nachbesserung. „Wir haben im Raum Fritzlar und Borken eine große Zahl an Ferienwohnungen, die aber nicht in der Statistik sind. Dennoch ist die gute Entwicklung der vergangenen Jahre deutlich zu erkennen“, sagt Becker.

Eines der touristischen Highlights im Kreis: Eine Floßfahrt "de Fulle" hinab von Morschen nach Melsungen.

So haben sich beispielsweise die Übernachtungen in der Bartenwetzerstadt von knapp 39.000 – im Jahr 2013 – auf fast 66.000 in 2019 gesteigert. Die gute Entwicklung im Tourismus liege laut Becker unter anderem daran, dass „die Städte und Gemeinden Felsberg, Guxhagen, Malsfeld, Melsungen und Spangenberg die Tourismusregion Melsunger Land bilden. Denn Tourismus ist nicht die Sache einer Stadt, sondern einer ganzen Region“.Zwar habe die Documenta als internationale Kunstausstellung ebenfalls zu einer hohen Auslastung der Fremdenzimmer geführt, doch weise unter anderem Melsungen eine grundsätzliche hohe Auslastung auf, wo mindestens vier von zehn Gästebetten grundsätzlich belegt sind. „Melsungen ist ein Spiegelbild für die Region“, lobt Becker den Tourismus vor Ort, der durch die gute Anbindung an die Autobahn und den Regiotram-Anschluss profitiere.

„Tourismus verändert sich, wie die Ansprüche der Gäste“, sagt der Landrat. Daher sei es wichtig sich immer weiterzuentwickeln, denn so sei beispielsweise die „Zertifizierung der Unterkunft kein einmaliger Prozess, sondern muss regelmäßig wiederholt werden“, so Becker weiter. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, werde sich auf die kreiseigenen Besonderheiten konzentriert, heißt es weiter. Dazu gehöre unter anderem das 450 Kilometer große Radwegnetz

„Neben dem Ausbau der Radwege möchten wir sie auch digitalisieren, damit Radtouren auch auf dem Smartphone geplant werden können“, sagt der Landrat und fügt hinzu: „Außerdem möchten wir den Wassertourismus ausbauen. Und hierfür bietet die Fulda vor der Haustür eine Menge Möglichkeiten.“ Ein Beispiel seien die jährlich angebotenen Floßfahrten auf der Fulda von Morschen nach Melsungen.

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