Raiffeisenbank Borken spendet zwei Stolpersteine als Gedenken an jüdische Mitbürger

Zu sehen sind (v.li.) Ausschussvorsitzende Angelika Wiegand, Vorstandschef Christof Wehrum und die Historiker Georg Mardorf und Ingo Sielaff vor dem Gebäude der Raiffeisenbank Borken. Hier befanden sich einst die umgestalteten Wohn- und Geschäftshäuser der jüdischen Vorbesitzer.
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Zu sehen sind (v.li.) Ausschussvorsitzende Angelika Wiegand, Vorstandschef Christof Wehrum und die Historiker Georg Mardorf und Ingo Sielaff vor dem Gebäude der Raiffeisenbank Borken. Hier befanden sich einst die umgestalteten Wohn- und Geschäftshäuser der jüdischen Vorbesitzer.

Die Raiffeisenbank Borken Nordhessen möchte an die jüdische Familie von Hermann Leichtentritt und an Adele Rosenmund erinnern und spendet zwei Stolpersteine.

Borken. Vor 80 Jahren fanden in Nordhessen Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung statt. Die Raiffeisenbank Borken Nordhessen möchte an die ehemaligen jüdischen Bewohner erinnern. Der Vorstandsvorsitzende Christof Wehrum sagte dem pensionierten Borkener Lehrer Georg Mardorf zu, zwei Stolpersteine zu finanzieren, die an die jüdische Familie von Hermann Leichtentritt und an Adele Rosenmund erinnern sollen.

Hermann Leichtentritt war Verleger, gab die „Borkener Zeitung“ als Amtsblatt für die Stadt Borken heraus und besaß eine Buchhandlung in der Borkener Bahnhofstraße. Dort befindet sich jetzt das Gebäude der Raiffeisenbank. Emma Rosenmund, die Adele genannt wurde, wohnte ebenfalls in der Bahnhofstraße. Adele verließ Borken kurz nach der Reichspogromnacht und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Opfer des Holocaust geworden. Die Verlegung der Stolpersteine soll im nächsten Jahr stattfinden.

Die Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Kultur und Sport, Angelika Wiegand, hob hervor, dass die Stolpersteinverlegungen in Borken aufeinander abgestimmt werden sollen.

Sie werde zudem das Stadtarchiv bitten, festzustellen, ob noch Nachfahren der Familien Leichtentritt und Rosenmund leben.

Erinnerungskultur

„Anlässlich der Terrornächte, die sich vor 80 Jahren auch hier in Borken direkt vor unserer Haustür ereignet haben, ist es für uns wichtig, daran zu erinnern, dass jüdische Mitbürger einst eine wichtige Rolle in unserer Stadt wahrgenommen haben“, erläutert Christof Wehrum. „Wir wollen mit den Stolpersteinen Erinnerungsorte schaffen und Identität stiften“, fügt der Vorstandschef hinzu.

Georg Mardorf hat sich intensiv mit der jüdischen Geschichte Borkens auseinandergesetzt. Auch früher, als Lehrer und Historiker, vermittelte der Pädagoge seinen Schülern Fachwissen zur jüdischen Geschichte. Ihm war es wichtig, gerade mit jungen Menschen die Zeit des „Dritten Reichs“ aufzuarbeiten und Orientierungshilfen zu geben.

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