Raub in Wabern: Prozessauftakt gegen vier junge Männer

Wabern, Überfall, Truschelweg

Vor einem Jahr wurde ein Pärchen in Wabern brutal ausgeraubt. Nun kam es vor dem Kasseler Landgericht zum Prozessauftakt gegen vier junge Männer.

Schwalm-Eder/Kassel.  Die vier jungen Männer waren früher befreundet. Jetzt sitzen sie zusammen auf der Anklagebank des Landgerichts Kassel und schauen sich kaum an. "Wir sind keine typischen Räuber, wir sind nur Jungs, die gern mal kiffen” sagt Ilja N., einer der Angeklagten zum Prozessauftakt. Er und seine drei Freunde sollen im Januar letzten Jahres in die Wohnung eines Pärchens eingedrungen sein, den jungen Mann gefesselt und die Frau und das Kind mit einer Pistole bedroht haben. Laut Aussage aller vier Beschuldigten, hätten sie es auf ein Kilogramm Marihuana abgesehen. Doch stattdessen haben sie, so die Anklageschrift, 4.100 Euro in bar geraubt.

Am vergangenen Donnerstag war der erste Verhandlungstag. Alle vier Angeklagten, zwischen 18 und 29 Jahren alt, räumten dabei die Tat ein. Unklar jedoch, wie hoch der geraubte Bargeldbetrag war. Die Opfer des Raubs gaben an, dass ihnen 4.100 Euro gestohlen wurden. Ilja N., der laut eigener Aussage nach dem Raub das Geld gezählt haben will, sagte dem Vorsitzendem Richter Volker Mütze, er habe 2.100 Euro gezählt und aufgeteilt. Valeri G. sagt jedoch aus, es wären in etwa 1.740 Euro gewesen. Alexander K., der während der Rangelei mit dem Opfer Schnittwunden im Gesicht und am Hals davongetragen habe, habe dabei als "Entschädigung” am meisten bekommen.

Und noch etwas scheint unter den vier Tätern ungeklärt: Wer hat das Opfer zu Boden gebracht und ihm die Verletzungen zugefügt? Klar ist:

Alexander K., groß und kräftig, soll zuerst in die Wohnung gegangen sein. "Ich wollte dem Opfer direkt ins Gesicht schlagen, allerdings habe ich im Suff daneben getroffen”, so K. Das Opfer, das nach eigener Aussage kurz zuvor Essen kleinschnitt und deshalb ein kleines Küchenmesser in der Hand hatte, konnte Alexander K. mehrere Schnittwunden zufügen. "Ich kann dankbar sein, dass ich noch lebe. Zwei Zentimeter tiefer, und er hätte angefangen, mir die Kehle durchzuschneiden.”  Anders, als es sein Mitangeklagter Valeri G. schildert, sagt K. auch aus, dass nicht nur er das Opfer überwältigt habe. Auch G. habe dem Opfer gedroht und seine Schreckschusspistole an die Schläfe gehalten. G. wiederum beschuldigt Alexander K. das Opfer noch am Boden getreten zu haben, was dieser jedoch abstreitet.

Unklar ist auch, wie viele Pistolen das Quartett bei sich führte. Ilja N. räumt ein, seine eigene Schreckschusspistole bei sich gehabt zu haben. Der gebürtige Kasache Valeri G. behauptet, seine Pistole geführt zu haben und darüberhinaus die Waffe seiner Frau an Alexander K. weitergegeben zu haben. Doch auch dies streitet K. vehement ab. Er sei lediglich mit einem Schlagstock bewaffnet gewesen: "Wir hatten ja gar nicht vor zu schießen. Wir wollten keine Gewalt anwenden, nur klar machen, dass wir es ernst meinen", so Alexander K., der aus Russland stammt.

Um sich den Verlauf der Blutspuren durch die Wohnung der Opfer anzuschauen, zeigt Richter Mütze Fotos vom Tatort – geschockt vom vermüllten Zustand der Wohnung, geht ein Raunen durch die Zuschauer.  Ein Foto zeigt das Kinderbett mit dem kleinen Sohn der Opfer. Merklich zeigen sich auch die Täter bedrückt. "Dass ein Kind da war, wussten wir nicht”, betont der Borkener Ilja N. Sie hätten es immer nur auf das Marihuana abgesehen – schließlich habe das Opfer keinen Hehl daraus gemacht, in größeren Mengen Drogen zu verkaufen.Die Forsetzungstermine sind am 31. Januar, 6., 9., 14. und 17. Februar.

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