Es regnete Soldaten: Fallschirmspringer der Bundeswehr übten am Edersee

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Kurz vor dem Start: Auf dem Heeresflugplatz in Fritzlar besteigen die Fallschirmspringer das Flugzeug, das sie bis zum Edersee bringt.

In dieser Woche bot sich ein seltenes Schauspiel am Himmel über dem Edersee. Soldaten der Bundeswehr sprangen mit Fallschirmen ab und landeten im kühlen Nass. Gestartet wurde in Fritzlar.

Waldeck/Fritzlar. Der Begriff „Landung“ drückt eigentlich aus, dass ein Fallschirmsprung für gewöhnlich auf festem Untergrund endet. Um jedoch auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, üben Soldaten der Bundeswehr regelmäßig das sogenannte „Notlandeverfahren“, bei dem die Spezialisten der Luftlandetruppe gezielt die Abläufe beim Sprung ins Wasser trainieren. Kürzlich fand am Edersee eine solche Übung statt, bei der Soldaten der Division Schnelle Kräfte (Stadtallendorf), Springer aus anderen Einheiten sowie einige internationale Gäste ein oder mehrere Sprünge in den Stausee absolvierten.

Dazu pendelten zwei Kurzstrecken-Transportflugzeuge vom Typ M28 Skytruck regelmäßig zwischen dem Heeresflugplatz in Fritzlar und der Absprungzone – sie transportierten jeweils maximal zwölf Springer und zwei Begleiter. Etwa 450 Meter über dem Wasser war es dann soweit: Der Erste setzte sich in die geöffnete Heckklappe, der Absetzer prüfte noch schnell, dass sich die Aufziehleine nicht irgendwo verhakt hatte und gab schließlich dem Springer als Startzeichen einen Klapps auf den Rücken.

Bildergalerie: Fallschirmspringer landeten im Edersee

 © Köster
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„Hopptausend, zwotausend, dreitausend, viertausend, checktausend“, zählte jeder laut vor sich hin, während er in die Tiefe stürzte. Mit einen kurzen Blick nach oben wurde kontrolliert, ob sich der Schirm auch richtig geöffnet hatte und mit einen Rundumblick vergewisserten sich die Springer, dass kein anderer Kamerad in die Quere kam. Je nach Körpergewicht dauerte der Sprung 60 bis 90 Sekunden. „Da bleibt nicht viel Zeit für die schöne Landschaft“, machte ein Teilnehmer deutlich.

Kurz bevor die Springer mit über 20 Stundenkilometern auf die Oberfläche klatschten, galt es überlebenswichtige Maßnahmen zu ergreifen, damit sie der Schirm oder das Gurtzeug nicht unter Wasser fesselten. Pioniere der Bundeswehr und insgesamt 26 Wasserretter der DLRG sorgten mit ihren Booten dafür, dass jeder unmittelbar nach der nassen Landung herausgefischt wurde – zudem bargen sie die Schirme samt Zubehör.

„Im Vergleich zur Landung auf der Wiese, ist das Wasser schön weich“, nannte Stabsfeldwebel Cord Springer den Vorteil des Wassersprungs. Der erfahrene Unteroffizier hat sich in seiner Laufbahn bereits mehr als 170 mal aus Flugzeugen oder Hubschraubern gestürzt – bei etwa jedem achten Sprung auch ins kühle Nass. Für die Soldaten war der Tag am Edersee eine wichtige Erfahrung, für viele Schaulustige am Seeufer eine spannende Abwechslung.

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