Ritter, Gaukler und Feuerspucker zeigten in Melsungen ihr Können

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Streitbare Kämpfer: Lada Kalikova (mi.) und ihre männlichen Kollegen von der tschechischen Gruppe „Equites“.

Wie vor 500 Jahren: Das Mittelalter-Spektakel rund um das Melsunger Schloss begeisterte am vergangenen Wochenende Jung und Alt. Während Ritter ihre Klingen kreuzten, konnte mittelalterlichen Instrumenten oder Geschichten vergangener Tage gelauscht werden.

Melsungen. Melsungens Innenstadt ist bekannt für sein Fachwerk, das anschaulich die Baukunst des Mittelalters darstellt – rund ums Melsunger Jagd-Schloss wurde diese Epoche am Wochenende wieder lebendig. Zum ersten Mal bot das Mittelalter-Spektakel einen kleinen Einblick in die Zeit vor 500 Jahren.

Zahlreiche Stände boten unter anderem Handwerkskunst, Geschmeide und schöne Gewänder feil, dazu unterhielten Gaukler, Puppenspieler, Tänzer und Schwertkämpfer mit ihrem abwechslungsreichen Programm und sorgten für allerlei Kurzweil.

Das tolle Ambiente des Areals und das sonnige Herbstwetter taten ihr Übriges. Direkt nach dem Einlass freuten sich die sechsjährige Filomena und ihr kleiner Bruder Matthéo über das hölzerne Mini-Riesenrad und drehten sogleich eine Runde. Im Schlosspark ging es ebenfalls rund, das Wikinger-Karussell wurde von zwei starken Recken angetrieben, Hannah Reiting und ihre Oma Dorothee Weisel-Müller hatten sichtlich Spaß. Derweil zog leichter Rauch des Schmiedefeuers von Michael Engel über den Platz, mit festen Hammerschlägen verwandelte er das glühende Eisenstück in eine Messerklinge.

„Wir sind wilde Korbmacher“, erklärten Anja Kunschke und Jürgen Dreessen aus Leipzig, denn sie gehörten keiner ordentlichen Zunft sondern dem fahrenden Volk an. Unter einer Zeltplane stellte Wollweib Micky zwei Gewänder und etliche Accessoires aus, die sie in ihrer heimischen Werkstatt gefertigt hatte.

Bildergalerie zum Mittelalter-Spektakel in Melsungen

 © Köster
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Für Gaumenschmaus war ebenfalls gesorgt, so zog beispielsweise Bäcker Edgar regelmäßig duftendes Handbrot aus seinem Ofen.

Verdursten musste ebenfalls niemand, denn am Tresen ihrer Taverne gaben René, Luca und Jakob Kirschbier und andere flüssige Köstlichkeiten aus, während Fia fleißig aus dem Fass zapfte.

Von Zeit zu Zeit zeigten die Mitglieder der Gruppe „Saltare in Luna Noctis“ historische Tänze und für die Kinder gab es ein Puppenspiel. Nicht ganz so gesittet ging es bei den Rittern zu, regelmäßig kam es zu Raufereien. Immer zwei von ihnen stürmten mit Spießen, Äxten oder Schwertern aufeinander los, nach heftigem Kampf ließ jedoch der Stärkere am Ende den Schwächeren ziehen. Lada Kalikova war die einzige Frau in der tschechischen Gruppe „Equites“. Fehlende Masse machte sie durch flinkes Geschick wieder wett. Unter den Besuchern fanden sich viele Mittelalter-Fans, die entsprechend gewandet waren – „wir haben sogar so geheiratet“, erzählten Eva und André Riel aus Naumburg, die mit ihrer Tochter Nadja nach Melsungen gereist waren. Ob mit oder ohne Mittelalter-Outfit, die Besucher hatten viel Spaß an der Reise in die Vergangenheit.

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