Sanierungsbedarf Melsunger Stadthalle: Brandschutz und Haustechnik veraltet

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Die Stadthalle soll trotz Sanierungsmaßnahmen ihren klassizistischen Charakter behalten, forderten viele Melsunger bei der Bürgerversammlung.

Die Stadthalle Melsungen muss saniert werden: Brandschutz und Haustechnik sind veraltet. 2,4 Millionen Euro sollen die Maßnahmen voraussichtlich kosten.

Melsungen. Als Markus Boucsein fragt, wem die Melsunger Stadthalle am Herzen liegt, heben alle Gäste im Saal die Hand – ein deutliches Zeichen. Denn dem rund 40 Jahre alten Bau stehen einige Sanierungsarbeiten bevor. Deshalb hatte der Stadtverordnetenvorsteher Timo Riedemann zu einer Bürgerversammlung in die Stadthalle geladen – um die notwendigen Arbeiten vorzustellen, aber auch die Wünsche der Melsunger für Zukunft der Veranstaltungslocation einzuholen.

Brandschutz und Lüftungssystem veraltet

Führten durch den Abend (v.li.): Ralf Salzmann (Architekturbüro a1), Tobias Rimpau (Energieberater Stadt Melsungen), Herr Nussbaum (Architekturbüro a1), Timo Riedemann (Stadtverordnetenvorsteher)

Fest steht: Getan werden muss Einiges. Besonders der Brandschutz sei in einigen Bereichen der Stadthalle, wie etwa im Keller, wo sich drei Kegelbahnen befinden, oder in der Küche des Gastrobereichs, nicht mehr ausreichend. Ralf Salzmann vom Melsunger Architekturbüro A1 erläuterte bei der Versammlung, dass insbesondere im Kellergeschoss nur ein sicherer Rettungsweg vorhanden sei. Auch die Küche müsse mit neuen brandschutzsicheren Wänden und Decke ausgestattet werden. Auch die Lüftungsanlage sei stellenweise veraltet – in Teilen stammt diese noch von 1977. In dem Konzept, in dem Brandschutzmaßnahmen sowie Erneuerungen in der Haustechnik vorgesehen sind, werden die Kosten mit etwa 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Wie hoch letztlich die genaue Summe sein wird, könne zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. „Das ist nur eine grobe Richtung. Wir sind noch nicht in der Planungsphase“, so Architekt Salzmann. Grund zur Sorge, dass Veranstaltungen ausfallen könnten, bestünde jedoch erstmal nicht. Zwar müssen die Mängel behoben werden, vor 2018 könne dies jedoch nicht passieren. Zur Not könne auf die Kulturfabrik als Veranstaltungsort ausgewichen werden. „Mit dem großen und kleinen Saal ist alles in Ordnung. Veranstaltungen können hier wie gewohnt weiterhin stattfinden“, betonte Boucsein. Durchschnittlich würden im Jahr 400 Veranstaltungen in der Stadthalle durchgeführt, im kommenden Jahr sei die Halle schon zu 20 Prozent ausgebucht.

„Stadthalle wird wertgeschätzt“ 

Von den Melsunger Bürgern hofften indes viele, dass der klassizistische Charakter der Stadthalle erhalten bleibe. Auch moderene Veranstaltungstechnik, eine Klimaanlage oder mehr Parkmöglichkeiten seien wünschenswert. Ein Abriss der Stadthalle stünde nicht zur Debatte, wie Markus Boucsein deutlich machte: „Die Wertschätzung unserer Stadthalle ist groß. Auch mir liegt sie am Herzen, hier habe ich vor 25 Jahren meine Hochzeit gefeiert“, so das Stadtoberhaupt.

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