Schießwütiger Wilderer schlägt wieder zu

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Diesen Haufen von drei toten, abgeschwarteten Wildschweinen fand Arndt Kemper zusammen mit anderen Jägern am Samstag, 7. Dezember, bei einer Drückjagd zwischen Wichdorf, Ermetheis und Metze.

Im August berichteten wir über den Wilderer von Niedenstein, der noch immer sein Unwesen treibt. Jüngst wurden tote Wildschweine gefunden. Jagdpächter Arndt Kemper ist der Meinung, dass Behörden, wie die Polizei und das Veterinäramt, nicht „mit allem Nachdruck am Ball sind”.

Niedenstein. Der Wilderer, der in Niedenstein sein Unwesen treibt, gibt keine Ruhe. Im August hatte unsere Zeitung darüber berichtet, dass ein Unbekannter zwischen Metze und Kirchberg und in den Wäldern der Kernstadt Niedenstein Wildschweine und Rehböcke geschossen hat. Mehrere der Tiere waren von dem Unbekannten liegengelassen worden. Einige waren – schwerverletzt – sogar noch am Leben und mussten von dem zuständigen Jagdausübungsberechtigten von ihrem Leid erlöst werden. Jetzt hat der Wilderer wieder grausam zugeschlagen.

„Am vergangenen Samstag hatten wir eine Drückjagd im Dreieck zwischen Wichdorf, Ermetheis und Metze“, erzählt Jagdpächter Arndt Kemper, „und plötzlich haben die Hunde angeschlagen und uns zu einem Haufen von drei Wildschweinen geführt. Besser gesagt: Zu dem, was noch von ihnen übrig war. Der Anblick war furchtbar.“ Nach Kempers Einschätzung waren die Tiere ein bis zwei Tage vorher geschossen worden. Kemper: „Und der Wilderer scheint es extrem eilig gehabt zu haben. Er hat die Tiere unsauber abgeschwartet (Anm. d. Red.: das Fell abgezogen), die besten Stücke mitgenommen und den Rest liegengelassen.“

Jagdpächter Arndt Kemper ist der Meinung, dass Behörden, wie die Polizei und das Veterinäramt, nicht „mit allem Nachdruck am Ball sind”.

Enttäuscht zeigt sich Kemper in dem Zusammenhang von Polizei, Ordnungsamt und Veterinäramt: „Ich habe nicht das Gefühl, dass die Behörden hier mit allem Nachdruck am Ball sind. Ich hatte der Polizei gegenüber seinerzeit einen Tatverdacht geäußert. Bislang ist der Verdächtige von den ermittelnden Beamten nicht mal angehört worden. Erschwerend hinzu kommt, dass da einer mit einer Schusswaffe im Wald unterwegs ist und so auch zur Gefahr für Menschen wird.“Dem widerspricht Polizeipressesprecher Markus Brettschneider: „Das stimmt nicht. Wir sind den Hinweisen selbstverständlich nachgegangen und haben den Tatverdacht überprüft. Allerdings hat sich dieser nicht bestätigt.“ Wert legt Brettschneider auf die Aussage, dass die Kollegen in Fritzlar diese Sache auch weiterhin im Blick hätten und in der Angelegenheit weiter ermitteln würden.

Mehr Unterstützung hatte sich Kemper auch von Ordnungs- und Veterinäramt versprochen. Kemper: „Dass man zumindest mal vorbeikommt und eine Probe nimmt. Oder, dass man von Amts wegen eine Anzeige anfertigt. Aber nein, da wird einem noch gesagt, man solle die Probe selbst nehmen und die Wildschweine anschließend entsorgen.“ Vor dem Hintergrund, dass die afrikanische Schweinepest (ASP) vor der Tür steht, ärgert das Kemper umso mehr. „Wenn die hier angekommen ist, dann kommen wieder die Hilferufe. Dann kann es mit der Unterstützung durch die Jägerschaft nicht schnell genug gehen.“

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