Schlechter Sommer: Wenige Freibad-Besucher im Kreis

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Freibad, Schwimmbad, Ziegenhain

Schlechter Sommer: Die Freibäder im Schwalm-Eder-Kreis verzeichnen bisher schlechte Besucherzahlen. Die Hoffnung ruht auf einem guten Spätsommer.

Schwalm-Eder. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! Noch ist der Sommer nicht vorbei, doch viel Zeit bleibt nicht mehr, um noch einmal einen heißen Tag im Schwimmbad oder am Badesee zu verbringen. Die warme Jahreszeit verlief bisher eher enttäuschend. Auf wenige tropisch-heiße Tage folgten bisher herbstliche mit Regenschauern und Gewittern.

Doch nicht nur Badegäste leiden unter dem unbeständigen Wetter. Vor allem die Schwimmbäder haben mit schlechten Besucherzahlen zu kämpfen. Auch für Bäder im Schwalm-Eder-Kreis ist die Saison bisher sprichwörtlich ins Wasser gefallen.

Schwalmstadt

Im Schwalmstädter Freibad (Stadtteil Ziegenhain) herrscht bislang gähnende Leere. Statt Besuchern gehen hier ausschließlich viele Euros baden. Denn dem Freibad macht neben dem durchwachsenen Wetter ein weiterer Umstand zu schaffen: Für die Anlage existiert ein Investitionsstau von über einer Million Euro.

Das Nichtschwimmerbecken verliert zu Lasten der Stadt Schwalmstadt stetig Wasser. Schuld sind marode Rohrleitsysteme, die dringend ausgetauscht werden müssen. Das Babybecken war sogar schon so sehr in die Jahre gekommen, dass es noch vor Beginn der aktuellen Badesaison im Mai bis auf sein Fundament abgetragen wurde. Babys und Kleinkinder müssen also zusammen mit ihren Eltern im großen Nichtschwimmer-Becken plantschen.

Zu allem Überfluss wird der Badespaß bislang aber auch noch durch das unbeständige Wetter verhindert. "Bis jetzt hatten wir lediglich fünf heiße Tage, an denen das Schwimmbad gut besucht war", beklagt Schwimmmeisterin Monika Hilgendorf. Hatten sie und ihre Kollegen im vergangenen Jahr noch mehr als 40.000 Euro Eintrittsgeld eingenommen, so rechnet die Fachangestellte für Bäderbetriebe für 2016 mit wesentlich geringeren Einnahmen.

Borken

Der Badesee Stockelache ist das Freibad der Borkener. Das Problem maroder Schwimmbecken hat die Stadt zwar nicht, dennoch bleiben auch hier die Besucher aus. Wie Christiane Fuchs von der Stadt Borken auf Nachfrage der HEIMAT NACHRICHTEN erklärt, seien im Vergleich zum Vorjahr (Stand: 8. August) nur knapp halb so viele Gäste am beliebten See an der A 49 baden gegangen.

"2015 waren es zum jetzigen Zeitpunkt 27.700 Besucher. In diesem Jahr sind es bisher lediglich 13.514 gewesen", bilanziert Fuchs. Sie hoffe jedoch noch auf ein paar warme Tage im August und September. Die Zahlen aus dem vergangenen Jahr werde man  jedoch mit Sicherheit nicht erreichen.

Homberg

Ähnlich ist es auch in der Kreisstadt Homberg. "Mit Stand vom heutigen Vormittag (Dienstag, 9. August; Anm. d. Red) haben wir 14.535 Besucher im Freibad am Erleborn", erklärt Manuela Volke vom Hauptamt. Im Vorjahr seien es zum Ende der Badesaison (5. September) insgesamt 29.900 Gäste gewesen. Der Verkauf der Jahreskarten entspreche jedoch in etwa der Anzahl aus dem Vorjahr.

Auch bei den Einnahmen klafft eine große Lücke im Vergleich zu 2015: 42.944,29 Euro waren es nach Angaben der Stadt im vergangenen Jahr insgesamt. Knapp einen Monat vor Ende der Badesaison 2016 hat die Stadt (Stand: 9. August) 23.191,26 Euro eingenommen. "Unsere Stammbadegäste kommen täglich in unser Freibad, und wir hoffen natürlich noch auf zahlreiche Sonnentage", sagt Volke.

Fritzlar

So schlecht die Freibadsaison in Fritzlar in diesem Jahr bisher auch war (Zitat vom leitenden Schwimmmeister Ralf Lamm: "Wir hatten ja nur ein oder zwei richtig heiße Tage. Wir hängen ordentlich hinten dran"): Mit einem Superlativ wartet das Eder-Auen-Erlebnisbad dennoch auf. Am 20. Juli knackte das Freibad seinen Allzeit-Besucherrekord. Lamm: "An diesem Tag kamen rund 4.300 Gäste ins Bad. So viele wie nie zuvor!"

Gudensberg

Auch die Gudensberger hängen weit hinter den Zahlen des vergangenen Jahres zurück. Bis zum 8. August kamen 3.540 Gäste ins Naturbard Terrano. "Im selben Zeitraum des Vorjahres – oder genauer: Bis Ende August 2015 – hatten wir 11.700 zahlende Gäste", sagt Karin Wagner, bei der Stadt Gudensberg zuständig für das Schwimmbad.

Im Juli kamen 2.012 Gäste. Und auch hier war der 20. Juli der stärkste Tag. Wagner: "Allein an diesem Mittwoch hatten wir rund 500 Besucher in unserem Naturbad."

Melsungen

"Leider ist immer nur ein Tag Sommer", scherzt der leitende Schwimmmeister des Waldschwimmbads Melsungen Holger Bachmann. Auch hier seien die Besucherzahlen deutlich schwächer als im Vorjahr. "Ist das Wetter mal gut, haben wir auch bis zu 2.000 Besucher im Bad", erklärt Bachmann. Von diesen Tagen habe es in diesem Jahr aber bisher leider deutlich zu wenige gegeben.

Der Schwimmmeister bleibt trotzdem guter Dinge und setzt auf einen warmen Spätsommer. "Wir haben noch im August und die ersten drei Wochen im September geöffnet. Es muss eben auch mal ein paar Tage am Stück schön bleiben", sagt Bachmann.

Von Julian Klagholz, Michael Seeger und Karsten Knödl

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