Borken: Schloss Dillich ist jetzt ein buddhistischer Tempel

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Seit Mitte des Jahres leben und arbeiten in Dillich Nonnen und Mönche. Im kleinen Borkener Stadtteil hat sich jedoch kein christlicher Orden gegründet. Der thailändische Verein „Buddha Dhamma Bhom Wimutti“ kaufte das dortige Schloss und machte es zum „Buddhistischen Tempel für Nirwana“.

Borken-Dillich. 463 Einwohner hat Dillich. Keinen Bäcker, keinen Fleischer – aber seit Mitte des Jahres einen buddhistischen Tempel. Im Januar kaufte der thailändische Verein „Buddha Dhamma Bhom Wimutti“ das Schloss Dillich für rund 1.000.000 Euro. Seitdem leben und arbeiten dort Mönche und Nonnen zusammen mit Lehrmeister Amnat Klanprachar. Einer von ihnen ist Pra Sayan Tikino. Er ist der einzige Mönch im „Buddhistischen Tempel für Nirwana“, der Deutsch spricht. Jeden Mittwoch leitet er das Meditationsseminar für Anfänger von 19 bis 20.30 Uhr. „Es kommen viele Interessenten aus dem Kreis, wir hatten aber auch Teilnehmer aus Frankfurt oder der Schweiz hier“, erklärt Tikino. Natürlich gebe es dort auch Tempel, Kurse und Seminare, doch die Gäste aus anderen Regionen würden die besondere Art der Meditation im Dillicher Tempel schätzen, fügt der Mönch hinzu. Nur dort werde gelehrt, achtsam ein- und auszuatmen.

Die Reise nach Deutschland

Nach Deutschland fand der Verein über Vorstandsvorsitzenden Thitiwat Plangkamon. Er leitet das Restaurant Khun Chai in Bad Wildungen und verbrachte sechs Jahre in Thailand. Dort freundete er sich mit Lehrmeister Amnat Klanprachar an, es folgten viele Besuche in Deutschland. Verliebt in die Natur und die friedliche Umgebung, beschloss Klanprachar hierzubleiben. 2016 gründete er den Verein, kaufte, wie auch das Schloss Dillich, mit Spenden aus Thailand das Kupferhaus in Wenzigerode (wir berichteten) und richtete dort ein buddhistisches Schulungszentrum ein. Heute leben dort die zwölf Nonnen des Tempels. Den buddhistischen Nonnen und Mönchen ist es untersagt, das jeweilige andere Geschlecht zu berühren. „Unseren Gästen geben wir zur Begrüßung dennoch die Hand“, sagt Sayan Tikino, „wir versuchen, uns nach unseren Möglichkeiten anzupassen.“

Sprache als Schwierigkeit

Und Gäste hat der Dillicher Tempel genug. So würden die Meditationsseminare jeden Mittwoch von rund 30 bis 40 Gästen besucht. Für mehrere Kurse und auch um öfter mehrtägige Seminare anzubieten, fehle es den Mönchen an Sprachkenntnissen. Zwar sei auch Plangkamon als Nicht-Mönch dabei eine große Hilfe, doch mit nur zwei deutschsprachigen Seminarleitern sei der Tempel momentan voll ausgelastet. „Aber wir arbeiten an einer Lösung“, versichert Tikino zuversichtlich.

Bildergalerie: Schloss Dillich bei Borken ist jetzt ein buddhistischer Tempel

 © von Lengerken
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Einen weiteren Verbündeten haben die Mönche aus Thailand in Frank Siemon gefunden. Er ist Thitiwat Plangkamons Schwiegervater und ebenfalls im Vorstand. Siemon bietet Schlossführungen an und hilft dem Verein bei Sprachbarrieren, zum Beispiel auch beim Kauf des Schlosses. Er verrät auch, dass Meister Amnat Klanprachar ein ausgezeichneter Maler ist, der an der Universität in Bangkok lehrte. Die meisten seiner neuen Werke zeigen Ansichten des Schlosses. „Der Meister findet an diesem Ort innere Ruhe und Inspiration“, erzählt Siemon. Und dies wolle der Verein der Region zurückgeben.

EXTRA INFO - Das bedeutet Nirwana

Nirwana oder Nirvana, ist ein buddhistischer Schlüsselbegriff, der den Austritt aus dem Kreislauf des Leidens und der Wiedergeburten, durch Erwachen bezeichnet. Das Wort bedeutet „Erlöschen“ (wörtlich „verwehen“) im Sinne des Endes aller mit falschen persönlichen Vorstellungen vom Dasein verbundenen Faktoren, wie Ich-Sucht und Gier. Quelle: Wikipedia

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