Schlütertreffen: Die Kraftprotze kommen!

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Am ersten Septemberwochenende: Bärenstarkes Schleppertreffen auf dem Gutshof Fahre in Melsungen.

Melsungen. Jedes Kind, das auf dem Land aufwächst, kennt die Namen Fendt, John Deere oder Massey Ferguson. Aber Schlüter? Wer oder was ist denn Schlüter? Dabei genießt diese Schleppermarke Kultstatus. Zumindest bei ihren Fans. Und die Treffen der Schlüterfreunde haben Event-Charakter: Es staubt und raucht, wenn die Schlüterfans ihre vor Kraft strotzenden Maschinen übers Feld krachen lassen.

"Dass die Marke Schlüter heute nur noch einigen Insidern bekannt ist, liegt daran, dass Firmeninhaber Anton Schlüter Anfang der 1990er Jahre seinen Betrieb in Freising aufgab", erzählt Erwin Döhne, Vorsitzender der Schlüterfreunde Nordhessen. "Das ist allein schon deswegen schade, weil Schlüter mit seinen Maschinen seinerzeit allen anderen Herstellern entwicklungsmäßig weit voraus war." (siehe EXTRA INFO).

Döhne: "Gründe für die Stillegung gab es einige: Einer war beispielsweise, dass Anton Schlüter wegen der am Produktionsstandort Freising geforderten Umweltauflagen keine Basis mehr für eine wirtschaftliche Produktion der Schlepper sah." Ein anderer sei gewesen, dass die Entwicklung des Systemschleppers Eurotrac viele Reserven aufgebraucht hätte. "Und das bei verhältnismäßig geringen Verkaufszahlen", so Döhne.

Alle zwei Jahre Feldtage

Um die legendäre Marke nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, haben sich nach dem Aus der Firma zahlreiche Schlüterfanclubs gegründet. "So auch unserer", sagt Döhne, "den gibt es jetzt seit 15 Jahren."

Und in Anlehnung an die großen Feldtage, zu denen Anton Schlüter einst alle zwei Jahre aufs firmeneigene Versuchsgut in Freising einlud – und zu denen damals zigtausende Besucher kamen – richten zahlreiche Schlüterfanclubs jetzt ihrerseits Feldtage aus. Der nächste steigt am Wochenende 5./6. September auf dem Gutshof Fahre in Melsungen (zwischen Pfieffewiesen und Malsfeld).

Mehr als 30 gibt’s nicht

Döhne: "Wir rechnen mit ca. 25 bis 30 Schlütern. Vielmehr gibt’s im Umkreis von ca. 40 Kilometern auch gar nicht. Es waren immer Exoten auf dem Feld. Aber mit ihrer imposanten Größe und dem unnachahmlichen Klang der hubraumstarken Motoren begeistern die Schlepper auch heute noch viele Enthusiasten und Fans."

Die meisten der Schlepper seien inzwischen unverkäuflich. "Da kommen schon mal Vergleiche mit einem Rolls-Roys auf", lacht Döhne, "den verkauft man schließlich auch nicht."

Bei den Feldtagen müssen die alten bärenstarken Schlepper noch einmal zeigen, was sie unter der Haube haben: Es wird gepflügt und geggt was das Zeug hält. Döhne: "Angekündigt hat sich auch der Maschinenring Schwalm-Eder, der bei unseren Feldtagen einige neuen Bodenbearbeitungsgeräte präsentieren wird." Eingeladen seien für den Sonntag aber auch Oldtimerbesitzer anderer Marken. "Die können sich dann mit ihren Schätzchen auf dem Feld rund um die Feldscheune mal richtig austoben", sagt Erwin Döhne.

Zeitplan Samstag:– ab 15 Uhr: Vorführung Landtechnik, Kaffee und Kuchen– ab 17.30 Uhr: Kleine Ausfahrt– ab 19.30 Uhr: Scheunenparty, Musik, Tanz, Dieselgespräche (Eintritt frei)

Zeitplan Sonntag:– ab 9 Uhr: Frühstück– ab 10 Uhr: Ausstellung– ab 11 Uhr: verschiedene Feldvorführungen, Geschicklichkeitsfahrten, Kaffee und Kuchen– ab 17 Uhr: Verabschiedung der Schlepper

Mehr Infos: www.schlueterfreunde-nordhessen.de

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EXTRA INFO

Große Güter fahren Schlüter

Die Schleppermarke "Schlüter" aus Freising gab in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im deutschen Schlepperbau den Ton an. Zahlreiche Entwicklungen aus der Edelschmiede des Firmeneigentümers Anton Schlüter waren ihrer Zeit weit voraus. So beispielsweise die starken Sechszylinder-Motoren, das Lastschaltgetriebe, die Turbokupplung oder die kippbare Fahrerkabine. Immer waren es die bärenstarken Schlepper aus Freising, die auf Ausstellungen und Messen vom Publikum am stärksten umlagert waren. Weil das Schlepperprogramm der Firma hauptsächlich auf große Betriebe und Flächen zugeschnitten war, stand ein Spruch für die Marke: "Große Güter fahren Schlüter".

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