Schutz vor dem Mäh-Tod: Schwalm-Eder-Kreis schafft "Rehkitz-Retter" an

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Stehen hinter dem Projekt: (v.li.) Jürgen Kaufmann (Erster Kreisbeigeordneter), Mario Gerhold (Bürgermeister von Körle), Lothar Kothe (Landwirtschaftsmeister und KT-Abgeordneter), Arno Staub (Jagdbehörde/Schwalm-Eder-Kreis), Wolfgang Koch (Maschinenring Schwalm-Eder), Dr.  Bernd Wenk (Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Industriegemüse) und Willi Werner (FWG).

Um den Rehnachwuchs vor dem Mäh-Tod zu bewahren, hat der Schwalm-Eder-Kreis jetzt in einem Pilotprojekt sogenannte „Rehkitz-Retter“ angeschafft.

Schwalm-Eder. In diesen Tagen werden die saftig-grünen Wiesen und Felder der Region abgemäht – und mit dem Grünschnitt fallen auch viele kleine Rehkitze und Nester von bodenbrütenden Vögeln den unerbittlichen Mähmaschinen zum Opfer. Damit das möglichst selten passiert, hat der Landkreis nun mit 60 sogenannten "Rehkitz-Rettern" ein Pilotprojekt gestartet.

Eine Art Plastikdose, die an einem Stab befestigt ins zu mähende Feld gesteckt wird, gibt in unregelmäßigen Abständen blaue Lichtsignale sowie laute Töne von sich, um Wild zu verscheuchen. Die Erfolgsquote soll bei rund 80 Prozent liegen. „Kein Landwirt mäht gerne kleine Rehe tot. Zwar können wir noch kein Fazit ziehen, aber die Erfahrungen, die mit den Geräten bereits gemacht wurden, sind positiv. Ich hoffe, der Erfolg geht so weiter, so dass wir kommendes Jahr weitere Rehkitzretter anschaffen können“, so Erster Kreisbeigeordneter Jürgen Kaufmann bei der offiziellen Vorstellung der neuen Schutzgerätschaften.

An zehn Standorten verteilt im Schwalm-Eder-Kreis stehen die "Rehkitz-Retter" zur Ausleihe für Landwirte zur Verfügung. Die Leihgebühr ist im ersten Jahr des Projekts kostenlos. „Durch die unregelmäßigen Abstände in denen die Signale ausgesendet werden, kann sich das Wild nicht an die Geräte gewöhnen. Es wird durch das blaue Licht und die lauten Töne verjagt. Das hilft auch Schäden, etwa durch Wildschweine verursacht, zu reduzieren“, erklärt Wolfgang Koch vom Maschinenring Schwalm-Eder.

Das Pilot-Projekt: Der „Rehkitz-Retter“.

Der "Kitz-Retter" muss lediglich mindestens 24 Stunden vor dem Abmähen in dem Feld aufgestellt werden. Ein Gerät wirkt sich auf eine Fläche von rund drei Hektar aus. Nicht nur Kitze rettet die praktische Erfindung, auch dem Landwirt hilft es, Verunreinigungen durch die Kadaver der totgemähten Tiere im Grünschnitt zu verhindern. Zudem drohe Landwirten ein juristisches Nachspiel, sollte jemand beobachten, wie ein Kitz totgemäht wird, sofern der Bauer vorher keine Schutzmaßnahmen zur Rettung der Tiere veranlasst hat.

„Damit sind auch wir Landwirte auf der sicheren Seite“, betont Lothar Kothe vom Umweltausschuss des Kreistags. Er war es auch, der die Anschaffung des "Rehkitz-Retters" für den Landkreis veranlasst hatte. „Wir lieben ja auch Tiere und uns blutet das Herz, wenn man ein Kitz übersieht“, so Kothe weiter. Er wünscht sich, dass die Akzeptanz für solche technischen Helfer gesteigert wird und seine Landwirts-Kollegen bald keine Wildtiere mehr totmähen.

EXTRA-INFO

Der "Rehkitz-Retter"

Die technischen Daten des Rehkitzretters:

- Robustes und witterungsbeständiges Gehäuse

- Automatisches Ein- und Ausschalten über einen Lichtsensor

- Computergesteuerte Ton- und Lichtsignale per Zufallsprinzip

- Akkudauer bis zu 14 Tage ohne Nachladung

- Reichweite im Umkreis von über 100 Meter (entspricht etwa drei Hektar)

- GPS-basierte Diebstahl-Sicherung Kosten für den Kauf eines Geräts: circa 100 Euro.

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