Schwalm-Eder-Landwirte fahren durchschnittliche Ernte ein

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Das traditionelle Erntegespräch des Regionalbauernverbandes Kurhessen (RBV) fand diesmal beim Betrieb Schmidt in Wabern-Niedermöllrich statt: (v.l.) Rainer Ochs (stellvertretender Vorsitzender RBV), Bernd Brüne (Vorsitzender Erzeugerorganisation Hessen für Agrarprodukte), Landwirt und Gastgeber Volker Schmidt, Adolf Lux (Vorsitzender RBV) und Stefan Strube (Presse-/Öffentlichkeitsarbeit RBV). Foto: Privat

Besser geerntet als andere Bauern in der Republik: Bauernverbandsvorsitzender Lux spricht von durchschnittlicher Ernte für den Schwalm-Eder-Kreis.

Wabern-Niedermöllrich. Glück gehabt haben die Landwirte des Regionalbauernverbandes Kurhessen (RBV) was die diesjährige Ernte angeht. "Insgesamt lässt sich noch von einer durchschnittlichen Ernte im Schwalm-Eder Kreis sprechen", so Adolf Lux, Vorsitzender der RBV.

"Angesichts dessen, dass es bundesweit teilweise Ertragseinbußen von bis zu 40 Prozent gab, kann man sagen, dass die hiesigen Landwirte davon weitestgehend verschont geblieben und mit einem blauen Auge davon gekommen sind", sagte Lux beim traditionellen Erntegespräch, das diesmal auf dem Hof der Familie Schmidt in Wabern-Niedermöllrich stattfand.

Die häufigen Niederschläge in Verbindung mit wenig Sonnenschein vor und während der Erntemonate hätten sich negativ auf die Erträge von Getreide und Raps ausgewirkt. Lux: "Allerdings haben wir da im Vergleich zu den Südhessen noch Glück gehabt. Dort gab es viel mehr Niederschläge."

Allerdings habe es – bedingt durch die feucht-warme Witterung – eine hohe Pilzgefahr fürs Getreide gegeben. Landwirt Volker Schmidt: "Dieses Jahr verdeutlicht, dass wirksame Pflanzenschutzmittel notwendig sind, um Ernten und deren Qualität zu sichern. Sie sind unverzichtbar für Landwirte und Verbraucher." Hessenweit liegen die Wintergersten-Erträge fünf bis zehn Prozent unter denen des Vorjahres. Die Hektolitergewichte sind – mit teilweise unter 60 Kilogramm – enttäuschend ausgefallen.

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist, dass die Wintergersten-Ernte in Nordhessen etwa zeitgleich mit dem Rhein-Main-Gebiet in der ersten Juli-Woche begann und nicht – wie sonst üblich – etwa ein bis zwei Wochen später.

Beim Winterraps, der einerseits hochwertiges Öl, andererseits eiweißreiches Rapsschrot liefert, ließen die Erträge sehr zu wünschen übrig. Sie liegen etwa zehn bis 20 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten Jahre.

Bei Roggen, Weizen und Triticale sind die Erträge insgesamt durchschnittlich bei allerdings erheblichen Unterschieden in den einzelnen Regionen.

Im Gegensatz zum Getreide und Raps ist der Grünlandaufwuchs durch die zahlreichen Niederschläge dementsprechend gut. "Allerdings sind die Tage, an denen Heu und Silage geborgen werden konnte, in diesem Jahr aufgrund der vielen Regentage ebenso rar gewesen", ergänzt Milchviehhalter und stellvertretender Vorsitzender des RBV Kurhessen, Rainer Ochs.

Mais und Zuckerrüben befinden sich derzeit noch in der Wachstums- und Ertragsbildungsphase. Erste Prognosen lassen jedoch auf eine gute Ernte hoffen.

Insgesamt lässt sich sagen: Bei Betrieben mit guten Ertragsstandorten – mit Böden, die ein besseres Wasserhaltevermögen haben – war die Ernte in diesem Jahr wegen der Staunässe deutlicher schlechter. Auf schwachen Ertragsstandorten – mit Böden mit geringem Wasserhaltevermögen – konnten hingegen relativ gute Erträge eingefahren werden. Lux: "Diese kompensierten allerdings nur zum Teil die Mindererträge der starken Standorte."

Die Erlössituation an den Getreide- und Rapsmärkten ist trübe. Die Erzeugerpreise für Getreide sind seit geraumer Zeit nicht wirtschaftlich. Geringe Qualitäten aufgrund der Niederschlagssituation bedingen zudem finanzielle Einbußen bei der Vermarktung.

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