Schwalm-Eder: Landwirte fürchten um ihre Existenz

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Am frühen Mittwochabend, 18. Dezember, trafen sich in Lischeid rund 50 Landwirte zu einem Schlepper-Flashmob. Der Grund: Die Angst um die eigene Existenz, die die Teilnehmer durch die Agrar- und Wirschaftspolitik der Bundesregierung bedroht sehen.

Gilserberg. Ein Schlepper-Flashmob sorgte am Mittwochabend, 18. Dezember, auf der Bundesstraße 3 zwischen Lischeid und Jesberg für reichlich Verkehrsbehinderungen. Was für Auto- und Lkw-Fahrer hinderlich erschien, sollte ein bundesweiter Weckruf an die Politik sein, so die Intention der Landwirte, die es satt hätten, sich als „Sündenböcke der Nation“ verstanden zu wissen.

Knapp 50 Landwirte waren mit ihren Traktoren auf dem rund 15 Kilometer langen Abschnitt unterwegs. Anlass für diese Aktion war eine Solidaritätsbekundung gegenüber den Bauern in den Niederlanden und um auf die deutsche Agrar- und Wirtschaftspolitik aufmerksam zu machen. Aufgerufen hatte zu dem Flashmob die landwirtschaftliche Initiative „Land schafft Verbindung“.

Die Landwirte im gesamten Bundesgebiet wollten am gestrigen Mittwoch darauf aufmerksam machen, dass sich weder die Politik in Berlin, noch jene in Brüssel, ausreichen bewege. Die Initiative habe Angst vor der aktuellen Politik. Es ginge um Existenzen und nicht zuletzt um Mitsprache. Während die kleinen und mittleren Betriebe die Flut an Forderungen langfristig nicht mehr stemmen könnten und Familienbetriebe aufgeben müssten, scheint man sich auf wenige Großbetriebe in industrieller Hand zu konzentrieren. So jedenfalls der derzeitige Eindruck unter den Landwirten.

Ihnen fehle es an ernstgemeinten Dialogen und verweisen unter anderem auf einen Entwurf aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium zur Verschärfung der Düngeverordnung. Das Inkrafttreten der neuen Verordnung werde nach Ansicht der Initiative zur Folge haben, dass die deutsche Landwirtschaft die Produktion von Brotgetreide, aber auch eine ausreichende Nährstoffversorgung für die Pflanzen nicht mehr gewährleisten kann.

Hinzu komme eine jährliche Reduzierung, in Bezug auf das Vorjahr, um weitere 20 Prozent. Eine Abwärtsspirale in der stetiger Nährstoffentzug einen Abbau des Humusgehalts der Ackerböden zur Folgen haben werde, so die Initiative besorgt. „Wir gehen auf die Straßen, weil wir mitreden wollen“, erläutert Tobias Gipper von der Initiative „Land schafft Verbindung“. „Wir müssen gefragt werden, denn ohne uns ist die Zukunft schwer zu gestalten“, so der Gilserberger weiter und verweist auf die vergangenen Demonstrationen in Bonn, Berlin und Wiesbaden.

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