Selbstgebaute Schwalbennester suchen jetzt „Vermieter“

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Junge Rauchschwalben bei der Fütterung. Ihr Bestand im Schwalm-Eder-Kreis ist in den vergangenen 20 Jahren stark zurückgegangen. Foto: C.Gelpke (nh)

Gegen das „Schwalbensterben“: Vogelfreunde bauen Schwalbennester selbst und suchen jetzt „Vermieter“

Schwalm-Eder. Jedes Kind kennt sie: Die grauen, aus Lehm gebauten Schwalbennester, die – vorrangig im ländlichen Bereich – unter Dachüberhängen an Häusern und an Scheunen hängen. Doch mittlerweile sieht man sie immer seltener. Der Schwalbenbestand im Schwalm-Eder-Kreis ist – nach HGON-Angaben – seit 1990 um zwei Drittel zurückgegangen.

Andrea Krüger-Wiegand von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) erklärt warum: "Schwalben brauchen für den Bau ihrer Nester Lehm. Der ist heutzutage aber kaum noch irgendwo zu finden. Ehemals unasphaltierte Feldwege oder Hofeinfahrten waren für die Schwalben ideale Orte, an denen sie feuchten Lehm für den Nestbau finden konnten. Sowas gibt’s aber heute kaum noch."

Auch andere Gründe führten dazu, dass es zunehmend weniger Schwalben gibt. "Durch die Modernisierung von Häusern und landwirtschaftlichen Betrieben haben viele Schwalben ihren Nistplatz verloren", erzählt Krüger-Wiegand. Zahlreiche Ställe seien inzwischen geschlossen, und viele Außenfassaden hätten nicht den geeigneten rauen Putz, an dem Schwalben erfolgreich ihre Nester bauen können.

Deshalb sind die Mitglieder der Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz jetzt aktiv geworden: Sie wollen die Wohnungsnot der Schwalben lindern und dem Landkreis die als Glückbringer

geltenden Tiere erhalten. Die Vogelfreunde haben Schwalbennester selbst gebaut und suchen nun Naturfreunde, an deren Haus sie ein oder zwei der Nester anbringen dürfen.

Krüger-Wiegand, die in Niedermöllrich auch eine Auffgangstation für verletzte Vögel betreibt: "Man muss quasi nichts tun, außer sich bei uns melden. Wir liefern zwei Nester gratis und bringen diese auch an – natürlich alles kostenlos. Und wenn man Glück hat, bedanken sich im kommenden Frühjahr oder Sommer ein paar Schwalbenjunge mit einem freundlich schwatzenden Gezwitscher."

Und wer mag, so Krüger Wigand, der könne in seinem Garten noch zusätzlich insektenfreundliche Blumen oder Blühfelder anlegen, das sei eine weitere Hilfe für den Erhalt der Artenvielfalt im Schwalm-Eder-Kreis. "Auch dazu beraten wir Interessenten gerne", so Krüger-Wiegand.

Kontakt: HGON Arbeitskreis Schwalm-Eder, Andrea Krüger-Wiegand, Telefon 0160-98320086, Email: mauerseglerhilfe@t-online.de

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