Singliser See bleibt in heimischer Hand: Bietergemeinschaft aus Borken und Umgebung kauft Areal

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Glückliche Gesichter am Singliser See: (v. li.) Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm, Martin Volze (Vertreter der Bietergemeinschaft), Carsten Waldeck (Shift), Hans Jürgen Wichmann (Ortsvorsteher Gombeth), Stefan Pruschwitz (Betriebsleiter Borkener Seenland), Jürgen Zaschke (Ortsvorsteher Singlis) und Hans Georg Braun (Vorsitzender Marinekameradschaft Borken).

Das Areal "Singliser See" ist verkauft. Den Zuschlage erhielt eine Bietergemeinschaft aus Borken und Umgebung. Zu ihr gehören Landwirte und die Smartphone-Manufaktur Shift aus Falkenberg.

Borken. Im Sommer wurde bekannt, dass der Singliser See sowie angrenzende Forst- und Ackerflächen für einen Preis von 4,5 Millionen Euro zum Verkauf stehen. Wie die Stadt Borken jetzt bekannt gibt, konnte nur wenige Wochen später auch ein Käufer für das 260 Hektar große Areal gefunden werden. Der bisherige Eigentümer, der Energiekonzern Uniper, verkauft an eine Bietergemeinschaft aus Borken und Umgebung. Sie erhielt den Zuschlag und ist damit neuer Eigentümer des Geländes, auf dem neben dem See auch die Singliser Mühle verortet ist.

Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm zeigt sich zufrieden: „Ich freue mich, dass unsere heimische Bietergemeinschaft nach intensiven Verhandlungen den Zuschlag erhalten hat und damit die wertvollen Ackerflächen für unsere heimischen Landwirte erhalten bleiben.“ Dies sei bei all den Befürchtungen, die Flächen könnten an externe Käufer gehen, ein sehr gutes Ergebnis. Die lokale Bietergemeinschaft besteht aus fünf Landwirten sowie der Smartphone-Manufaktur Shift aus Wabern-Falkenberg. Die Landwirte könnten sich so dringend benötigte Ackerflächen für ihre Betriebe sichern. Die Firma Shift, deren Geschäftsführer die Brüder Samuel und Carsten Waldeck sind, wolle ein Projekt, das dem Allgemeinwohl dient an der der Singliser Mühle umsetzen, so die Stadtverwaltung.

Das Interesse am Uniper-Paket oder Teilen des Paketes sei groß gewesen. Viele mögliche Kaufinteressenten hätten in den letzten Wochen Kontakt zur Stadtverwaltung aufgenommen, um abzuklären, ob ihre Ideen umsetzbar wären. Die Anfragen seien bau- und planungsrechtlich bewertet worden. Auf die tatsächliche Entscheidung, welchem der Bieter Uniper den Zuschlag erteilen würde, hätte die Stadt aber nur bedingt Einfluss nehmen können, so ihr Verwaltungschef. 

Stand zum Verkauf: Der Singliser See sowie angrenzende Forst- und Ackerflächen, die im Besitz des Energiekonzerns Uniper waren.

„Wir haben aber jedem der Interessenten deutlich gemacht, dass wir als Stadt die Ängste unserer Bevölkerung sehr ernst nehmen. Wir möchten verhindern, dass es am See zu Entwicklungen kommt, die nicht in unserem Interesse sind. Wir wären bereit gewesen, alle uns zur Verfügungen stehenden rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um Planungen abzuwenden, die ungewollte Veränderungen mit sich gebracht hätten“, erklärt Bürgermeister Pritsch-Rehm.

Das Stadtoberhaupt sei froh, dass ein solcher Fall mit dem Kauf durch die heimische Bietergemeinschaft abgewendet wurde. Pritsch-Rehm sei sich aber auch bewusst, dass durch den Kauf der landwirtschaftlichen Flächen durch die Bietergemeinschaft es auch Landwirte geben könne, die ihre bislang gepachteten Flächen verlieren könnten.

Der Singliser See werde weiterhin der Öffentlichkeit als Freizeitsee zur Verfügung stehen. Aktuell würden die Stadtwerke Borken mit der Bietergemeinschaft über den Ankauf der Seefläche verhandeln. Pläne der Stadt Borken, den See als Einzelteil aus dem Uniper-Verkaufsprojekt herauszulösen, hätten sich als nicht machbar erwiesen. Uniper habe alles im Gesamtpaket verkaufen wollen und einem Einzelverkauf nicht zugestimmt. Zudem habe das Regierungspräsidium Kassel den Kauf versagt, da die Stadt unter dem Rettungsschirm steht und ein Kauf als freiwillige Leistung gewertet werde, so die Stadtverwaltung. 

Der jetzt avisierte Kauf des Singliser Sees durch die Stadtwerke Borken sei Ergebnis eines langwierigen Abstimmungsprozesses der Stadtverwaltung mit der Finanzaufsicht. Bürgermeister Pritsch-Rehm: „Wenn es uns jetzt noch gelingt, den Kauf des Sees über die Stadtwerke Borken zu realisieren, haben wir nicht nur die Möglichkeiten den See für die Öffentlichkeit zu bewahren, sondern ihn im Rahmen des Borkener Seenlandes weiterzuentwickeln.“

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