Soldaten in der Georg-Friedrich-Kaserne Fritzlar nach Mali verabschiedet

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Mit der Heimat verbunden – auch in Mali: Bürgermeister Hartmut Spogat (Mitte) übergibt ein Fritzlarer Ortsschild an Oberstleutnant Andreas Bährle (links) und Oberst Dr. Volker Bauersachs.

Am Donnerstag wurden Fritzlarer Soldaten des Kampfhubschrauberregiments 36 "Kurhessen" nach Mali verabschiedet. Dort werden sie bis Mitte 2018 bleiben, um den Frieden zu sichern.

Fritzlar/Mali. Wehmut und Stolz erfüllten die Lagerhalle sieben der Fritzlarer Georg-Friedrich-Kaserne vergangenen Donnerstag. Bis Juni 2018 werden die Soldaten die Zivilbevölkerung in Mali vor islamischen Fundamentalisten schützen.

Große Gefahr für alle im Einsatz

„Das Umfeld ist“, so Oberst Dr. Volker Bauersachs, Kommandeur Kampfhubschrauberregiment 36 „Kurhessen“, „was den Lebenskomfort betrifft, eher als karg zu bezeichnen.“ Dennoch seien sich die Soldaten als Profis dieser Herausforderung bewusst und würden sie annehmen, betone er in seiner Rede: „Ich bin jedes Mal wieder sehr beeindruckt von ihrem Willen und ihrer Kreativität.“

Der Einsatz gelte als einer der zur Zeit gefährlichsten. „Ich ziehe meinen Hut vor den Angehörigen, die den Soldaten hier den Rücken freihalten“, erklärt Bauersachs weiter. Denn gerade deren Hilfe und Unterstützung hätte maßgeblichen Anteil am Gelingen des Einsatzes. Das gebe noch mehr Motivation, um alles menschenmögliche zu tun, den Zivilisten dort, der Familie hier und den Kameraden im Einsatz Beistand zu leisten. Auch stehe für die Angehörigen jeder Zeit neben den Einheiten der Soldaten, dem Familienbetreuungszentrum des Regiments und dem Lagezentrum Einsatz auch die Militärseelsorge zur Verfügung.

Mut und Hoffnung für Familie und Kameraden

Auch wenn die Worte des Kommandeurs im Angesicht des Abschieds nur wenig Trost spendeten, so hatte doch jeder Hoffnung. So versprach Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat in seiner Rede beim Verabschiedungsappell, in der Heimat alles zu tun, dass die Soldaten gut versorgt seien und gesund wieder nach Hause kommen.

„In der Militärgeschichte gab es schon Appelle mit weniger gut vorbereiteten Soldaten und sie mussten trotzdem gehen“, sagte Spogat. Anders als die in Fritzlar. Diese würden ihre Waffensysteme und Gerät gut kennen, sie hätten einen klar umrissenen Auftrag und würden bereits auf in Mali stationierte deutsche Kameraden treffen, die ihnen helfen würden, sich im fremden Land zurechzufinden. „Ich sage nichts Neues wenn ich darauf verweise, dass der Beruf des Soldaten einem besonderen Ethos folgt“, erklärt er weiter. Es gehe um den Einsatz des eigenen Lebens für eine bestimmte Sache, für den Schutz anderer und in diesem Fall für friedenssichernde Maßnahmen in Mali im Auftrag der UNO. Doch warum müssen die Soldaten überhaupt in diesen Einsatz – in ein Land das vor wenigen Jahren noch als Vorzeige-Demokratie galt? „Wieder einmal sind es radikalisierte Gruppen“, sagt Spogat. Die Sicherheitslage in Mali sei unbeständig (EXTRA-INFO) und auch Deutschland habe ein Interesse daran, Terrorismus, Kriminalität und Verarmung zu bekämpfen, „die Stabilisierung Malis ist von zentraler Bedeutung und dient der Sicherung des Friedens.“

Hier unsere Bilder zum Verabschiedungsappell in der Fritzlarer Georg-Friedrich-Kaserne

 © Lindner
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+++ EXTRA-INFO: Die Situation in Mali +++

Seit den Präsidentschaftswahlen 2013 ist die politische Lage in Mali recht stabil. Die Sicherheitslage in den nördlichen Regionen bleibt dagegen weiter angespannt: Die Konfliktherde im Norden bleiben weiter bestehen. Internationale Unterstützung erhält Mali durch eine multinationale Mission der Europäischen Union zur Ausbildung der malischen Streitkräfte (EUTM – European Union Training Mission Mali) und die Friedensmission der Vereinten Nationen MINUSMA (United Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali). Die Aufgaben der UN „Blauhelme“ umfassen unter anderem wichtige Städte zu stabilisieren, Zivilpersonen und Menschenrechte zu schützen, die staatlichen Autorität wiederherzustellen und humanitäre Hilfe zu unterstützen. Das ist auch die Aufgabe der Soldaten, die in Fritzlar verabschiedet wurden. Quelle: www.lag-malihilfe.de

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