Sonderausstellung: „Neuigkeiten aus der Stadtgeschichte – 700 Jahre Borken“

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Am Sonntag eröffnet das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum die Sonderausstellung: „Neuigkeiten aus der Stadtgeschichte – 700 Jahre Borken“.

Borken. Das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum der Stadt Borken eröffnet am Entdeckertag, Sonntag, 25. Juni, von 11 Uhr bis 17 Uhr, anlässlich des 700-jährigen Jubiläums im Themenpark Kohle & Energie eine Sonderausstellung zur Geschichte Borkens. Das Themenspektrum reicht von steinzeitlichen Funden und der Stadtgründung im 14. Jahrhundert, über die landwirtschaftlich und bergbaulich geprägten Zeitepochen, bis hin in die Gegenwart. Die Ereignisse im „Dritten Reich“ und die Geschichte der jüdischen Bevölkerung Borkens werden ebenfalls dargestellt. Kurzum: Die Ausstellung gibt einen Überblick über die wichtigsten Etappen der Stadtgeschichte.

Arnsbacher Kumpf und das verstimmte Klavier

Das Landesmuseum Kassel stellt Ausstellungsstücke aus der Jungsteinzeit zur Verfügung, die in den 1930er Jahren in der Nähe des heutigen Borkener Stadtteils Arnsbach gefunden wurden. Darunter befindet sich der berühmte Kumpf, ein Tongefäß und Raummaß für Getreide. Auch Drehmühlensteine, die vor ca. 2.200 Jahren im Borkener Stadtwald gefertigt wurden, werden präsentiert. Eine Besonderheit ist ein im 19. Jahrhundert von einer Berliner Pianofabrik gebautes Klavier, das jahrzehntelang unbeachtet in einem Keller stand. Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um das Instrument eines ehemaligen jüdischen Lehrers, der nach der Reichspogromnacht des Jahres 1938 Hals über Kopf aus seiner Borkener Wohnung flüchten und dabei seinen Hausrat und eben sein Piano zurücklassen musste. Während des Zweiten Weltkrieges spielten SA-Männer auf dem Piano. Nach dem Krieg musizierten amerikanische Soldaten damit. Obwohl verstimmt und hässlich weiß getüncht, ist das Klavier ein Zeitdokument ersten Ranges. Viele Bürger stellen ebenfalls Ausstellungsstücke zur Verfügung. So ist es möglich, Schlaglichter auf das Alltagsleben, florierende Geschäfte und überregional bekannte Betriebe sowie, als ein Stück Schwälmer Kunsthandwerk, einen Blick in einen Kosmetikkoffer des 19. Jahrhunderts zu werfen. Schüler der Borkener Gustav-Heinemann-Schule haben im Rahmen einer Vorhabenwoche eine Ausstellung zur Schulgeschichte erstellt, die die Museumsausstellung ergänzt und die im Museumsgebäude in der Borkener Altstadt präsentiert wird.

EXTRA INFO

Der Themenpark Kohle & Energie ist nach dem Eröffnungstag dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Sonderausstellung geht bis zum 27. Oktober. Navigationsadresse: Am Freilichtmuseum 1, 34582 Borken.

Die Schulausstellung hat die gleichen Öffnungszeiten. Navigationsadresse: Am Amtsgericht 2 bis 4, 34582 Borken.

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