Spangenberger Ehepaar zaubert Kerzenwunderwelt

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Aus Hobby wird Leidenschaft: Ehepaar aus Spangenberg betreibt eigene kleine Kerzenscheune und zaubert eindrucksvolle Unikate.

Spangenberg. Mit einer gekonnten Bewegung taucht Rainer Luck die erst vor einigen Stunden entstandene grüne Kerze in einen großen Metalltopf. Was dann passiert, ist eine Art Magie: Wie von Zauberhand überzieht ein dünner weißer Mantel die Kerze – wie Frost. "Wir machen alles selbst, gießen, ziehen und dekorieren", sagt seine Frau Birgit Kerst-Luck. Die beiden Spangenberger ziehen jeden in den Wachs-Bann, der ihre "Kerzenscheune" durch das außergewöhnliche Tor betritt. Zwei überdimensional große Kerzen umrahmen den Eingang in die gemütliche Kerzenwelt. Sechs Monate Arbeit investierte das Ehepaar in die Produktion ihrer einzigartigen Werke in dem umgebauten Tierstall.

"Unsere Kerzenscheune gehört aufs Dorf"

"Wir haben sechs Anhänger voll Schrott rausgefahren und alles selbst saniert. Wir hatten nicht mal einen Boden", erinnert sich Rainer Luck. Zwar sind beide hauptberuflich in Kassel und Melsungen unterwegs, doch jede freie Minute ihres Feierabends widmet das Ehepaar seinen Kerzen.Dabei lassen sie eindrucksvolle Unikate entstehen: Weihnachtsbäume, Schneekugeln, Bierkrüge oder verspielte Formen mit märchenhaften Ornamenten und ihrem einmaligen Tropfen-Design. "Die Technik entstand eigentlich durch einen Unfall. Doch wie genau das funktioniert, verraten wir nicht. Einige Geheimnisse müssen wir uns bewahren", sagt Birgit und lacht. Ihre "Kerzenscheune" ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil des gemeinsamen Lebens geworden. "Viele fragten uns: Warum in Spangenberg-Pfieffe? Aber unsere Kerzenscheune gehört aufs Dorf, nicht in eine Stadt", betont Rainer Luck.

Feinschliff mit viel Humor

Auf die Idee brachten sie Freunde während eines gemütlichen Abends, bei der Verwirklichung haben alle bis tief in die Nacht mitgeholfen. "Unsere Freunde, Familie und vor allem meine Eltern", erzählt Birgit Kerst-Luck nachdenklich und ist gerührt. Das Ergebnis begeistert: Eine warme Kerzen-Wunderwelt für jeden Anlass ist aus dem einst rustikalen Stall für Schweine und Kühe entstanden. Für die Rohlinge ist Rainer zuständig, den Deko-Feinschliff übernimmt Birgit. Und wie ihre filigranen Wachs-Tannen gemacht werden? "Die Schnitzen wir", sagen beide – und fangen an laut zu lachen. "Quatsch, da gibt’s andere Möglichkeiten. Trotzdem kommen wir beide gut ins Schwitzen", erklärt Rainer und verschwindet in der Werkstatt – der Ideen-Schmiede, in der beide jeden Abend die Zeit vergessen.

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