Sparkonzept kostet Bürger hohe Steuern

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Verein kritisiert „Prestigeprojekte“ in Borkens Stadtmitte.

Borken. Die Interessenvertretung Klärwerk (IVK) kritisiert Borkens Bürgermeister Bernd Heßler scharf: Im Interview mit uns hatte Borkens Stadtoberhaupt kürzlich viele positive Entwicklungen der Stadt dargestellt, die auch durch eine strenge Einsparungspolitik erreicht worden seien. Nicht ganz so positiv sieht es aber die Interessenvertretung Klärwerk. "Die Kehrseite der Medaille ist, das die Bürger der Stadt den Preis für die Einsparungen zahlen", sagten die IVK-Vorstandsmitglieder Bernd Zuschlag und Friedrich Döring im Redaktionsgespräch.

"Von der Wiege bis zum Tod wird das Leben in Borken teurer. Die Grundsteuern wurden erheblich angehoben.  Ab 2016 sind wiederkehrende Straßenbeitragsgebühren fällig", erläutert Zuschlag. "Ohne die hohen Steuern wäre Borken nicht da, wo die Stadt jetzt steht."Besonders der Umgang mit Dorfgemeinschaftshäusern in Borkens Stadtteilen ist dem Verein ein Dorn im Auge: "Während Dorfgemeinschaftshäuser in den Wintermonaten geschlossen werden und teuer angemietet werden müssen, können sich umstrittene Prestigeprojekte in der Stadtmitte großer finanzieller Unterstützung erfreuen", ärgert sich Döring und spielt damit auf die Unterstützung für das Stadthotel an.

Vergleich mit Fritzlar hinkt

Die hohe Verschuldung Borkens sei ein Gerücht, mit derzeit 19,6 Millionen Euro Schulden sei man der Domstadt Fritzlar (14,5 Mio.) auf den Fersen, hatte Heßler im Interview gesagt. "Da werden Äpfel mit Birnen verglichen", kritisiert Döring. Denn nicht Fritzlar, sondern Borken befinde sich wegen seiner schlechten  finanziellen Lage unter dem Kommunalen Rettungsschirm. "Das Land Hessen hat somit 40 Prozent der Kredite (18,6 Mio.) aus dem städtischen Haushalt übernommen und Zinsvergünstigungen bei den Restkrediten gewährt", erläutert Döring.Die IVK habe nichts gegen eine vernünftige und ehrliche Sparpolitik. Die Informationspolitik lasse jedoch stark zu wünschen übrig. "Wir brauchen das längst überfällige Eingeständnis, dass es die Stadt finanziell nicht mehr ohne fremde Hilfe schafft und keine Augenwischerei", sagt Zuschlag.

Hintergrund: Die Interessenvertretung Klärwerk

Die Interessenvertretung Klärwerk hat sich im November 2006 auf Initiative engagierter Bürger in Borken gegründet. Der Verein sieht seine Hauptaufgabe die rund 500 Mitglieder bei umstrittenen Verwaltungsangelegenheiten zu unterstützen und zu informieren. Weitere Infos gibt Bernd Zuschlag unter Tel.: 05682-2220.

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