Knapp an einer Katastrophe vorbei

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Dieses Foto entstand kurz nach dem Unfall...
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Die Mountainbike-Kids des TSV Neumorschen beim Spielen auf dem Licheröder Spielplatz. Das Foto zeigt das noch intakte Karussell kurz bevor es zusammenbrach.
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... der Träger-Baumstamm war am unteren Ende offensichtlich morsch und brach ab.
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Dieses Foto entstand kurz nach dem Unfall...
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Auf einem Spielplatz in Alheim-Licherode ist ein Karussell zusammengebrochen. Zum Glück gab es keine Schwerverletzten. Jetzt üben die Betroffenen Kritik am Zustand des Spielgerätes und an der Aufarbeitung des Falles durch die Gemeinde.

Alheim/Morschen. „Da sind wir gerade nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagt Vincent Broel und streicht sich über den Kopf, an dem vor wenigen Tagen noch eine fette Beule prangte. Wobei „blaues Auge“ nur fast stimmt. Richtiger wäre „eine dicke Beule am Kopf und massive Kopfschmerzen“ – zumindest bei dem 14-jährigen Mörscher.

Was war passiert? Vincent Broel ist begeisterter Mountainbiker und betreibt sein Hobby engagiert und leidenschaftlich. Da trifft es sich gut, dass es im TSV Neumorschen eine Radsportsparte gibt, die jugendlichen Mountainbikern tolle Angebote zu bieten hat. Dazu zählt auch das Training der MTB-Jugendgruppe: Jeden Samstag um 14 treffen sich die Kids und fahren unter Anleitung von Trainer Stefan Saul durch die umliegenden Felder und Wälder. So auch am 3. Oktober. Nach einigen Kilometern war Pause angesagt – in Alheim-Licherode. „Zwischendurch nehmen wir uns immer mal ‘ne kleine Auszeit“, erzählt Saul, „diesmal haben wir am Spielplatz in Licherode gehalten. Für die Kids am interessantesten war dann offensichtlich das Karussell, das sofort von allen in Beschlag genommen wurde.“

Und dann geschah das Unfassbare: Als sich einige Kinder auf dem Karussell befanden und andere von außen Anschwung gaben, gab es plötzlich ein lautes Knacken. „Die, die abspringen konnten, sprangen sofort ab, und die, die Anschwung gaben, rannten zur Seite“, erzählt Vincent Broel, „und dann brach das Karussell zusammen inklusive zwei der Kinder, die den Absprung nicht mehr geschafft hatten.“ Der 14-Jährige wird dabei von einem der oberen Balken am Kopf getroffen. „Vincent hatte Megaglück“, erzählt Mutter Kathrin Broel, „der Balken traf ihn glücklicherweise nicht mit voller Wucht sondern streifte ihn nur am Hinterkopf – was eben eine Beule und Kopfschmerzen zur Folge hatte.“ Noch mehr Glück hatten alle anderen Kinder, außer Vincent verletzte sich niemand.

„Gibt‘s da keinen TÜV?“

Völlig unverständlich ist allen Beteiligten indessen, wie es zu so einem kapitalen Unfall kommen konnte. „Gibt‘s da keinen TÜV oder eine vergleichbare Institution, die die Spielplätze der Gemeinde Alheim überprüft?“, war nur eine der Fragen, die sich stellte. „Wir haben also bei der Gemeindeverwaltung angerufen, um den Vorfall zu melden und um unsere Fragen beantwortet zu bekommen“, erzählt Vincents Vater Christian, „doch die Reaktion der Gemeinde war enttäuschend. Man bat uns, den Vorfall zu Papier zu bringen und der Gemeinde zukommen zu lassen. Was wir dann auch taten. Aber mehr als eine Eingangsbestätigung der Mail – und die auch nur auf Nachfrage – gab‘s bislang nicht. Ein bisschen mehr Empathie hätten wir uns da schon gewünscht. Es hätte ja alles bedeutend schlimmer enden können.“

Bernd Böhle, Büroleiter bei der Gemeinde Alheim, sagt auf EXTRA TIP-Nachfrage: „Sicherlich werden alle Spielplätze der Gemeinde Alheim regelmäßig überprüft. Das geschieht einmal jährlich, und für uns macht das die Firma Sicherheitstechnik Stolz aus Bad Hersfeld. Die letzte Überprüfung fand in diesem Frühjahr statt. Was wir jetzt gemacht haben ist, dass wir den Spielplatz sofort gesperrt und eine Stellungnahme der Firma Stolz angefordert haben. Dass es zu der Verletzung kam, tut uns natürlich leid, und wir sind natürlich auch glücklich, dass es bei dieser vergleichsweise geringen Verletzung blieb. Sobald wir Genaueres wissen, werden wir die Betroffenen davon in Kenntnis setzen.“

Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass sich Familie Broel vor allem auch darüber ärgert, wie im Nachgang seitens der Gemeinde mit dem Vorfall umgegangen wird: „Da geht‘s gar nicht mal um uns, sondern um die anderen Kinder, die sehr erschrocken waren“, sagt Kathrin Broel, „da holt man doch – sinnbildlich gesehen – die ‘Schnucketüte‘ raus und lädt die Kids ins Kino ein. Aber nein, die Gemeinde Alheim arbeitet das ausschließlich ‘technisch‘ ab.“

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