Kommentar zum Sportentwicklungsplan in Felsberg

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Gemeinsam am Ball (v.li.): Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz, Sportkreisvorsitzender Ulrich Manthei, Landrat Winfried Becker und Sportbeauftragter des Landkreises, Jörg-Thomas Görl.

Es wird keine leichte Aufgabe sein, alle Belange und Bedürfnisse eines gesamten Landkreises mit den Angeboten unter einen Hut zu bringen und das Jahr für Jahr aktuell zu halten.

Zum Artikel „Pilotprojekt Sportentwicklungsplanung startet in Felsberg stellvertretend für den Schwalm-Eder-Kreis":

Es ist sehr löblich, was die Stadt Felsberg, der Landkreis, der Sportkreis und der Landessportbund gemeinsam durchführen. Ein Sportentwicklungsplan, um den wandelnden Bedürfnissen der Bürger im Bereich Sport jetzt und in Zukunft möglichst gerecht zu werden. Alle Vereine sollen dazu angeschrieben und involviert werden. Auch Bürger ohne Verein bekommen eine Gelegenheit, sich einzubringen.

Doch die wohl wichtigste Gruppe, die der Schüler, stellt meines Erachtens die größte Herausforderung dar. Eine Mutter in Bad Hersfeld erzählte mir mal, dass ihr Sohn gar keine Zeit für einen Verein habe. Mit maximal acht Stunden in der Schule, Hausaufgaben und einem Nebenjob bleibe ohnehin kaum Zeit für Freunde.

Wenn die dann auch nicht die Interessen teilen, der selben Sportart nachzugehen, muss eine Entscheidung fallen, ob die restliche Zeit des Tages mit Familie und Freunden oder einem Verein verbracht wird. Genau da knüpfen flexible Vereins­angebote ohne entsprechende Mitgliedsgebühr an. Doch ist es auch die Flexibilität, die mir dabei Sorgen bereitet.

Schüler haben im schlimmsten Fall alle sechs Monate einen neuen Stundenplan. Lehrer geben bekanntlich unterschiedlich viele Hausaufgaben auf, die in verschiedenen Zeiträumen erledigt sein müssen. Wann sportliche Angebote verfügbar sind, richtet sich aber zum einen nach der Platz- oder Hallenbelegung und zum anderen nach der Verfügbarkeit der Trainer.

Somit werden einige Sportarten nur ein bis zwei Mal in der Woche stattfinden. Fällt einer der Tage dann etwa auf den Donnerstagabend, wenn Freitagfrüh alle paar Wochen ein Vokabeltest geschrieben wird, kann der Sport noch so viel Spaß machen – die Schule geht vor. Es ist sicherlich machbar, mithilfe des Sportentwicklungsplans alles unter einen Hut zu bekommen, aber keineswegs eine leichte Aufgabe. Die regelmäßige Kommunikation zwischen den einzelnen Institutionen steht dabei sehr im Vordergrund. Daher finde ich die angesetzten Kosten von über 27.000 Euro für so einen umfangreichen Plan auch gerechtfertigt, vor allem, wenn davon mal der ganze Kreis profitieren soll.

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