Pilotprojekt Sportentwicklungsplanung startet in Felsberg stellvertretend für den Schwalm-Eder-Kreis

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Gemeinsam am Ball (v.li.): Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz, Sportkreisvorsitzender Ulrich Manthei, Landrat Winfried Becker und Sportbeauftragter des Landkreises, Jörg-Thomas Görl.

Sport nach Bedürfnis: Demographie, Lebensgewohnheiten und Ökonomische Belange befinden sich stets im Wandel. Ein Sportentwicklungsplan soll den Kreis für die Zukunft vorbereiten.

Schwalm-Eder/Felsberg. Aktuell wird das sportliche Angebot im Landkreis mit 63.450 Sportlern in über 330 Vereinen aktiv genutzt. Damit dies entgegen allen Veränderungen in Zukunft auch so bleibt beziehungsweise sich verbessert, wird nun in der Stadt Felsberg das Pilotprojekt „Sportentwicklungsplanung“ gestartet. Denn die Sportentwicklung wird etwa durch demographische Faktoren, Lebensgewohnheiten und Ökonomische Belange beeinflusst.

„Das, was wir jetzt haben, entspricht den aktuellen Bedürfnissen“, erklärt Landrat Winfried Becker, „doch zeigen die demographischen Faktoren einen leichten Bevölkerungsrückgang an, der ebenso die Mitgliederzahlen bei den Vereinen schwinden lässt.“ Die Bevölkerung werde älter, weiblicher und habe zunehmend Migrationshintergrund im Kreis. Zudem steige die Fettleibigkeit schon ab dem Kindesalter.

Der Trend gehe auch aufgrund zeitlicher Umstände, wie Schichtdienst oder längere Zeit in der Schule hin zur Individualisierung. Vor allem durch diesen Trend braucht es flexible Kurs- und Sportangebote, auch ohne Vereinszugehörigkeit, aber mit Versicherungsschutz. „Stellenweise bieten Vereine schon Kurse an, die ohne Mitgliedsbeitrag gebucht werden können“, so Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz.

Die Stadt Felsberg will nun in Kooperation mit dem Landkreis, dem Sportkreis, dem Landessportbund und der Firma ikps (Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung) herausfinden, von wem welche Erwartungen bestehen, wann und wo Sport zu treiben und sich zu bewegen. Dieses Konzept durchläuft mehrere Schritte und soll bis zur Sommerpause 2019 abgeschlossen sein, „wobei wir dabei nicht unter Zeitdruck stehen. Es gründlich zu machen, ist uns wichtiger, als hastig Ergebnisse zu präsentieren“, erklärt Steinmetz.

Becker beteuert, dass es dazu die Bürger und Vereine vor Ort braucht – ohne die gehe es nicht. Dementsprechend soll neben den kommerziellen Angeboten, das Repertoire von Vereinen den Bedürfnissen der Bürger individueller angepasst werden. Der SC-Edermünde befindet sich beispielsweise aktuell in den Planungen, ein vereinseigenes Fitnessstudio anzubieten.

„Es ist geplant, dass die Sportentwicklungsplanung für viele Jahre eine zukunfts-orientierte und nachhaltige Stütze schaffen wird, wobei daran immer weiter gefeilt werden muss“, sagt Jörg-Thomas Görl, Sportbeauftragter im Schwalm-Eder-Kreis. Denn Stillstand helfe den wandelnden Bedürfnissen der Zukunft in keinem Fall. „Ich hoffe dabei auch auf neue Kooperationen zwischen Vereinen“, so Steinmetz. Görl ergänzt dazu: „Jedes Dorf hat seinen gepflegten Sportplatz aber nicht immer eine Fußballmannschaft dazu.

Da sollte über die Öffnung zur freizeitlichen Nutzung nachgedacht werden, oder ob es überhaupt so viele Plätze braucht.“ Dahingehend wurde in der Gesprächsrunde vom Sportkreisvorsitzenden Ulrich Manthei auch die sportliche Nutzungsmöglichkeit von Dorfgemeinschaftshäusern eingeworfen. Es hätte etwa keinen Sinn, eine große Sporthalle zu dritteln, damit Zumba, Seilspringen und eine Seniorengruppe diese gleichzeitig belegen können. Kleinere Räume wie in Dorfgemeinschaftshäusern seien da eher die Lösung. Als Kosten für die Planung sind 27.246 Euro angesetzt. Davon übernimmt der Sportkreis 5.000 Euro sowie der Landkreis voraussichtlich dieselbe Summe.

Beliebtester Sport

Die beliebtesten Sportarten zum Selbstmachen sind aus einer empirischen Studie heraus nicht etwa Fußball und Tennis, sondern Schwimmen, Laufen und Radfahren. Generell spielt auf lange Sicht die Infrastruktur eine Rolle, um den Kreis stets sportlich attraktiv zu halten. Außerdem werden dabei auch Trend­sportarten nicht außen vorgelassen.

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