Stadt Borken ist in See-Not: Bietergemeinschaft und Unterschriftenlisten sollen Singliser See halten

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Es ist das Top-Thema in Borken: Der Singliser See steht zum Verkauf. Die Stadt plant nun Varianten, das Ausflugsziel für die Öffentlichkeit zu erhalten.

Wer 4,5 Millionen Euro auf der hohen Kante hat, konnte zuschlagen: Bis Ende Juli wurden Kaufangebote für den Singliser See, Acker- und Forstflächen sowie den Gutshof mit Mühle angenommen. Nun will der Eigentümer Uniper gemeinsam mit der Stadt Borken einen der Investoren auswählen.

Borken-Singlis. Es ist seit einigen Wochen das Top-Thema in Borken: Der Singliser See, die umliegenden Flächen und der Dosenberg sollen verkauft werden. Denn der Energiekonzern Uniper will sich noch in diesem Jahr von allen Flächen trennen, die für konventionelle Kraftwerke vorgehalten waren (Unsere Zeitung berichtete). Somit wurde die Hamburger Immobilienfirma Engel & Völkers beauftragt, Kaufangebote für die 260 Hektar großen Acker- und Forstflächen einzuholen. Bis Ende Juli konnten potentielle Investoren sich melden, die bereit waren, die veranschlagten 4,5 Millionen Euro zu bezahlen.

„Zu Verkaufsverhandlungen gibt es derzeit keinen neuen Stand und natürlich können wir auch aus laufenden Verhandlungen aus nicht öffentlich berichten“, so Uniper-Pressesprecher Georg Oppermann, „grundsätzlich gilt aber, dass Uniper derzeit im Schulterschluss mit dem Bürgermeister und der Stadt Borken nach einem Käufer und Investor für die Fläche in Borken sucht. Mit der Stadt sind wir bereits seit einiger Zeit in ständigem Austausch über eine für alle Seiten akzeptable Lösung.“

Uniper-Pressesprecher Georg Oppermann.

Denn der Stadt Borken ist die Zukunft des Singliser Sees von größter Wichtigkeit. „Uns ist der freie Zugang zum See für unsere Bürger wichtig“, betonte Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm im Gespräch mit unserer Zeitung. Dass der Singliser See auch in Zukunft öffentlich genutzt werden kann, stehe aber für Uniper gar nicht zur Frage: „Jeder künftige Investor wird auch daran gemessen, ob er eine sinnvolle Weiterentwicklung des Areals sicherstellen kann.“ Eine ganze Gruppe an Investoren hat sich mittlerweile in Borken zusammengetan: „Gemeinsam mit einer heimischen Bietergemeinschaft versuchen wir, dass der Singliser See in das Eigentum der Stadt Borken übergeht und darüber hinaus die heimischen Landwirte die Flächen weiter bestellen können“, erzählt Pritsch-Rehm.

Borkens Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm.

Um das Verfahren dieser örtlichen Bietergemeinschaft nicht zu gefährden, habe die Stadt Borken allerdings auf eine Bürgerversammlung und auf eine öffentliche Pressebeteiligung verzichtet. Auch die Gespräche beim Regierungspräsidium über eine Beteiligung der Stadt oder einer städtischen Gesellschaft für den Erwerb oder vertraglichen Vereinbarungen zur Sicherstellung der weiteren Nutzung des Sees seien laut Aussage des Bürgermeisters seit Wochen im vollen Gang. „Gespräche in der Regionalplanung haben gezeigt, dass bauliche Veränderungen im besagten Gebiet nach übergeordnetem Recht – beispielsweise Landschaftsschutz, Überschwemmungsgebiet – kaum möglich sind und außerdem die Zustimmung der Gremien der Stadt Borken benötigen.“ Vor diesem Hintergrund kann die Stadt viele Ängste der Bürger über ungewollte Veränderungen durch einen potentiellen neuen Besitzer nehmen.

Das große Interesse am Singliser See zeigt sich auch bei den Bürgern und ansässigen Vereinen, dem Borkener Surfclub, der Marinekameradschaft und des Bistro-Betreibers: So wurden Unterschriftenlisten mit über 4.000 Namen gesammelt. „Diese Listen geben uns ein Gefühl dafür, wie die Bevölkerung für den Singliser See eintritt und wir werden sie selbstverständlich dem Konzern mit einem Anschreiben zusenden“, verkündet Marcel Pritsch-Rehm.

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