Stadt Borken sperrt Spielplatz am Kaiserkreuz: Nicht genug Geld für Sanierung in Kleinenglis

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„Spielplatz gesperrt“: Noch ist nicht klar, wann und ob überhaupt hier auf dem Spielplatz in Kleinenglis wieder Kinder spielen können. Die Haushaltsmittel lassen die Sanierung in Borkens größtem Ortsteil nicht zu.

Ausgetobt am Kaiserkreuz: Kleinengliser Kinder können aktuell nur noch auf einen Spielplatz in ihrem Ort zurückgreifen. Der Spielplatz am Kaiserkreuz ist vorübergehend gesperrt.

Von VANESSA VON LENGERKEN

Borken-Kleinenglis. Seit Kurzem ist der Zutritt zum Spielplatz am Kaiserkreuz in Kleinenglis verboten. Die Stadt hat ihn aufgrund von Sicherheitsmängeln gesperrt. Jetzt hagelt es Kritik vom SPD-Ortsverein Kleinenglis.

Der Spielplatz ist einer von zwei im Ort, die öffentlich genutzt werden dürfen. Mit der Sperrung bleibt dem größten Ortsteil in Borken mit seinen 1.530 Einwohnern (Stand Mai 2019) nur noch ein Platz zum Spielen und Toben. Das ist dem SPD-Ortsverein zu wenig: „Eine familienfreundliche Großgemeinde mit attraktiven Spielplätzen sieht nun mal anders aus“, findet Vorsitzender Sascha Rzaczek deutliche Worte.

Nach einer ausführlichen Prüfung aller Spielplätze der Großgemeinde ist man im Rathaus zu dem Entschluss gekommen, dass von 33 kommunalen Spielplätzen 30 mit im Haushalt zur Verfügung stehenden Mitteln saniert werden. Dafür sind rund 129.000 Euro vorgesehen „und dieser Betrag überschreitet die Ansätze der vergangenen Jahre deutlich“, so Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm. Der Handlungsbedarf bei den überprüften Spielplätzen sei hoch: „Einige Maßnahmen wurden unmittelbar nach der Prüfung umgesetzt, um eine gefahrlose Nutzung zu gewährleisten“, ergänzt er.

An den Zaun des Kaiserkreuzspielplatzes in Kleinenglis wurde dagegen ein Schild gehängt: „Spielplatz gesperrt – Zutritt verboten“. „Auch wenn das Thema Spielplätze ein höheres Gewicht erhalten hat und einen Schwerpunkt in der aktuellen kommunalen Politik darstellt, ist es nicht möglich, alle Wünsche zu erfüllen und kurzfristig Maßnahmen an allen 33 kommunalen Spielplätzen umzusetzen. Dies ist beim Spielplatz am Kaiserkreuz leider der Fall und er ist derzeit für die Nutzung gesperrt“, erklärt Pritsch-Rehm. Kriterien für die Auswahl seien der Aufwand, der nötig sei, den Spielplatz zu sanieren sowie die Alternativen vor Ort gewesen.

Nicht einmal mehr die Schaukeln hängen: Die durch Spenden angeschafften Spielgeräte wurden übergangsweise zum Grundschulspielplatz gebracht.

Der Spielplatz am Kaiserkreuz habe einen erheblichen Sanierungsbedarf, heißt es aus dem Rathaus: Der Zaun, der um das Kaiserkreuz-Denkmal steht, berge ein hohes Verletzungsrisiko. Der Höhenunterschied mit zu geringer Absturzsicherung und der marode Plattenbelag im unteren Teil seien ebenfalls betrachtet worden. Wegen eines Baumes in der Mitte fehle es zudem an entsprechenden Fallräumen, um Spielgeräte aufzustellen. Zukünftig sollten Unterhaltung und Pflege einfacher und mit mehr Maschineneinsatz umzusetzen sein – mit den Höhenunterschieden und einer fehlenden Zufahrt sei dies in Kleinenglis nicht möglich, so Pritsch-Rehm

Rzaczek befürwortet die aus Sicherheitsgründen beschlossene Schließung, fordert aber, dass dies keine endgültige sein darf, „da gerade im Umfeld des Spielplatzes viele junge Familien ansässig sind und der Spielplatz auch benutzt wurde. Im größten Stadtteil mit 1.530 Einwohnern ist es nach unserer Sicht unumgänglich und unumstritten, zwei Kinderspielplätze zu betreiben.“

Doch es scheint einen Hoffnungsschimmer für die Kleinengliser Kinder zu geben: Mit dem Neubau der Kindertagesstätte in unmittelbarer Nähe entsteht möglicherweise eine neue Spielmöglichkeit. „Hier beginnen wir in den nächsten Wochen mit der Planung, ein Ergebnis erwarten wir zum Jahresende. Das Spielplatz-Grundstück am Kaiserkreuz wird so lange freigehalten, bis klar ist, ob im Bereich der neuen Kindertagesstätte im ehemaligen Park ein öffentlich nutzbarer Ersatz entsteht“, versichert der Bürgermeister.

Die Spielgeräte, die durch Spenden angeschafft wurden, haben mittlerweile einen Platz auf dem Grundschulspielplatz an der Teichstraße gefunden, solange es keine Lösung für den Kaiserkreuzspielplatz gibt. Darüber seien sich Verwaltungsmitarbeiter sowie Ortsvorsteherin Helga Strub bei einer Begehung im April einig geworden.

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