Erinnerung an Schicksale jüdischer Familien: Stolpersteine werden in Wabern und Waltersbrück verlegt

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Über 63.000 Stolpersteine sind mittlerweile in 22 Ländern verlegt, dank des Künstlers Gunter Demnig.

In Wabern und Waltersbrück verlegt Gunter Demnig am kommenden Donnerstag Stolpersteine. Sie sollen an die Schicksale der jüdischen Familien in den beiden Kommunen des Schwalm-Eder-Kreises erinnern.

Wabern/Waltersbrück. Seit 1992 verlegt Gunter Demnig zehn Quadratzentimeter große Betonsteine – Stolpersteine genannt. Sie werden vor den ehemaligen Wohn- und Geschäftshäusern von Opfern der Nationalsozialisten verlegt. Sein Handwerkszeug besteht dabei aus Meißeln und Boschhämmern, Kabeltrommeln und Zement. Zuvor werden Name und Schicksal der betreffenden Person mit Schlagbuchstaben von Hand aufwändig eingehämmert.

All jenen, die in Ghettos und Konzentrationslagern ihres Namens beraubt wurden und stattdessen zur Nummer wurden, gibt Demnig ihre Namen wieder. Die Gemeinden bekommen ein Stück Ortsgeschichte zurück, auf die man nicht stolz sein kann. Doch dieses Stück Ortsgeschichte ist sehr wichtig, denn es mahnt an, in der Gegenwart sensibel für Vorgänge zu sein, die zur Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 vor 85 Jahren führten. Finanziert werden diese 120 Euro teuren Steine über Patenschaften. Mit ihrer Verlegung gehen die Steine dann als Schenkung in das Eigentum der jeweiligen Gemeinde über.

Wabern

Auf Anregung des Waberner Geschichts- und Kulturkreises werden am Donnerstag, 8. Feb­ruar, für zwei ehemalige jüdische Familien Waberns neun Stolpersteine in der Bahnhofstraße verlegt. Sie werden mit vier Steinen an die Familien Frenkel und mit fünf Steinen an Löwensteins und ihre Schicksale erinnern. Die Kosten übernehmen Waberner Familien und der Geschichts- und Kulturkreis. Die Verlegung beginnt um 10 Uhr in der Bahnhofstraße 21 vor dem Haus Löwenstein. Danach erfolgt der Wechsel zur Bahnhofsstraße 15 vor dem Kornhaus Raiffeisen.

Waltersbrück

Am Donnerstag, 8. Februar, um 12.30 Uhr, werden vier Stolpersteine für die Familie Moses/Seligmann Am Frankenhain zwischen den Hausnummern 6 und 14 verlegt. Das ehemalige Wohnhaus der Familie wurde abgerissen (heute stehen dort zwei Garagen). Drei der vier Familienmitglieder wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Symbolisch wird durch die Stolpersteine die Familie Moses/Seligmann wieder am zentralen Ort ihres Lebens vereint.

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