Straßenbau-Boom im Schwalm-Eder-Kreis: Mehr als 260 Millionen Euro investiert

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Spaziergang über die Goldbachtalbrücke: Zurzeit sind höchstens Baufahrzeuge auf der A 49 unterwegs.
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Im Laufe dieses Halbjahres soll sie fertig sein: Die Goldbachtalbrücke.
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Trotz Corona-Pandemie werden 260 Millionen Euro in den Straßenbau im Schwalm-Eder-Kreis investiert. Davon sind 244 Millionen Euro für den elf Kilometer langen Autobahnabschnitt der A 49 vorgesehen.

Schwalm-Eder. Unbeeindruckt vom Coronavirus laufen die Straßenbauarbeiten im Kreis weiter. Dafür werden mehr als 260 Millionen Euro investiert. Den Großteil des Geldes ist für den Bau der A 49 vorgesehen. Rund 244 Millionen Euro kostet der Neubau des elf Kilometer langen Autobahnabschnitts.

„Der Abschnitt der A 49 umfasst einen Tunnel, vier Talbrücken sowie einige Über- und Unterführungsbauwerke für Landesstraßen und Wirtschaftswege, von denen jedes Bauwerk eine Baustelle für sich ist“, wie Marco Lingemann von Hessen Mobil dem EXTRA TIP gegenüber sagt. Mitte des Jahres 2022 sollen alle Arbeiten fertig sein und bisher laufe es nach Plan. „Derzeit befinden sich der Nord- sowie der Südabschnitt der A 49 zwischen Neuental-Bischhausen und Schwalmstadt-Treysa in Bau. Der Mittelabschnitt ist fertiggestellt. Neben den technischen Bauarbeiten werden im Moment auch landschaftspflegerische Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in der Schwalmaue in größerem Umfang umgesetzt“, erklärt Lingemann.

So werden beispielsweise die Ufer der Schwalm abgeflacht und Flutmulden und Kleingewässer angelegt. Und auch der angefallene hochwertige Boden werde nicht einfach abstransportiert, sondern auf landwirtschaftlichen Flächen genutzt. Grundsätzlich werde das Ziel verfolgt, den offenen Charakter der Schwalmaue durch die Maßnahmen zu erhalten.

Außerdem solle in diesem Jahr die technische Ausstattung des Tunnels Frankenhain begonnen werden. Die aktuell laufenden Bauarbeiten im Nord- und Südabschnitt sollen voraussichtlich im Sommer 2021 beendet werden. Im Anschluss ist nach Angaben von Hessen Mobil geplant, sich um Lärmschutz- und Irritationsschutzwände, die Straßenausstattung und die Beschilderung zu kümmern.

Lingemann: „Jetzt in der Winterzeit sind etwa 50 bis 60 Mitarbeiter der Firmen auf der gesamten Baustelle tätig. Im Sommer sind es um die 80 Menschen, die dort zeitgleich arbeiten.“

Eine Besonderheit ist der Bau der 285 Meter langen Goldbachtalbrücke. Die Stahlkonstruktion wurde stückweise über den Talraum geschoben. Im Laufe dieses Halbjahres werden die Brückenarbeiten abgeschlossen sein, so die Prognose von Hessen Mobil. „Um die Belastung für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten, wird ein Großteil der Erdmassentransporte nach Fertigstellung der Talbrücken und Unterführungsbauwerke über die zukünftige Autobahntrasse abtransportiert“, führt Lingemann als Beispiel an.

Doch wie die Entwicklung der Baubranche in Zeiten der Coronapandemie aussieht, kann man nicht vorhersagen. Das weiß auch Gerd Riegelhuth, Präsident von Hessen Mobil: „Sicherlich sind wir im Baubereich von ausführenden Baufirmen abhängig. Wir stimmen uns eng mit ihnen ab. Wir haben genau wie die Baufirmen ein großes Interesse daran, dass weiter in die Infrastruktur investiert wird. Das ist angesichts der durch die Corona-Krise ausgelösten wirtschaftlichen Schwierigkeiten in anderen Bereichen wichtiger denn je.“

Zu Verzögerungen und Lieferengpässen sei es bisher jedenfalls nicht gekommen.

EXTRA-INFO

Neben dem Neubau der A 49 gibt es noch weitere Baumaßnahmen im Schwalm-Eder-Kreis. Dazu gehören unter anderem die Erweiterung der Tank- und Rastanlage Hasselberg bei Oberbeisheim für knapp 12 Millionen Euro, der Bau der Ortsumgehung Felsberg für 5,5 Millionen Euro, die Erneuerung der Ortsdurchfahrten von Neukirchen-Riebelsdorf und Neukirchen-Rückershausen für gut 2 Millionen Euro, der Um- und Ausbau der Ortsdurchfahrt Felsberg-Gensungen nach Felsberg-Heßlar für circa 1,3 Millionen Euro und der Neubau eines Radwegs entlang der B 3 zwischen Jesberg und Oberurff-Schiffelborn für rund 1 Million Euro.

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