Bei der Straßensanierung in Borken mangelt es an Kommunikation

Seit dem 3. August sollten die Baumaßnahmen bereits beendet sein. Die Realität sieht anders aus.
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Seit dem 3. August sollten die Baumaßnahmen bereits beendet sein. Die Realität sieht anders aus.

Die Anlieger der Borkener Goethestraße wurden seit April nicht mehr über den Status der Baumaßnahmen informiert.

Borken. Bauliche Maßnahmen gehören in einer Stadt zur Tagesordnung. Wichtig hierbei ist die Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Dies sind auf der einen Seite die städtischen Behörden und die jeweiligen Bauunternehmen, und auf der anderen Seite die Anwohner, die von möglichen Einschränkungen betroffen sind.

Diese Firmen sind für die Kanal- und Wasserleitungsarbeiten und den Straßenbau zuständig: Die hier als Bietergemeinschaft agierenden Firmen Emmeluth und Wachenfeld.

Doch im Fall der Erneuerung der Ortsdurchfahrt Borken fehlt jegliche Information, insbesondere im Bauabschnitt der Goethestraße, zwischen Singliser Straße und Schillerstraße. Hier sollten die Baumaßnahmen laut Baustelleninformation Nummer Zwei vom 20. April bereits am 3. August beendet sein, doch noch immer ist die für den Straßenbau verantwortliche Firma Wachenfeld mit Pflasterarbeiten beschäftigt. Warum sich der Straßenbau verzögert, wissen die Bewohner der Goethestraße nicht.

Keine Informationen

Auf unsere Nachfrage im Borkener Tiefbauamt schildert Fachbereichsleiter Thomas König: „Der Zeitplan der Bauunternehmen war zu optimistisch und das korrigiert sich jetzt“, begründet König die Verzögerung. Während einer Bauphase gäbe es allerdings immer viele kleine Probleme.

Angefangen bei einer verringerten Tagesleistung der Bauunternehmer, über krankheitsbedingte Ausfälle, bis hin zu fehlerhaften Plänen über unterirdische Kanäle und Rohre, könne alles passieren. Alles in allem käme man aber gut voran, so König weiter.

„Wir bemühen uns, dass alles im beabsichtigten Zeitrahmen abläuft“, erklärt König. „Ich verstehe den Ärger und es ist auch legitim, dass die Anlieger unglücklich über die Baustelle vor ihren Häusern sind“, räumt König ein. Allerdings sei es auch wichtig, dass die Anwohner Verständnis für Verzögerungen haben, da dies eine Vielzahl von einzelnen Bauphasen mit vielen Akteuren sei.

Auf die Frage, warum es aber seit der letzten Baustelleninformation keine weiteren Benachrichtigungen der Anwohner gab, die sich mit den Verzögerungen beschäftigen, antwortet König, dass auch die Informationen erstellt werden müssten und nicht jederzeit und nicht für alles eine erstellt werden könne.

Bei der Planung nicht entsprechend berücksichtigt oder einfach schlecht geplant: Der schmale Bürgersteig in der Goethestraße.

König versicherte aber auf Nachfrage, dass in den kommenden Tagen eine Anlieger­information erfolgen solle, auch wenn einige Bewohner bereits vor Ort mit ihm gesprochen hätten. „Die Arbeiten in den Regelflächen sollten in der ersten Oktoberwoche abgeschlossen sein“, stellt König in Aussicht. Kleinere Arbeiten könnten danach aber weiterhin nötig sein.

Kaum Kommunikation

Neben der mangelnden Kommunikation zwischen der Stadt und den Anliegern der Goethestraße scheint es auch an der Kommunikation zwischen den Bauunternehmen, der Stadt und dem Energieversorger EAM zu hapern.

So begründet der verantwortliche Bauleiter der Firma Wachenfeld, Helmut Fieseler, die verspäteten Pflaster- und Bauarbeiten damit, dass der Energieversorger EAM fälschlicherweise vergessen habe, den Bauunternehmen die Verlegung von Leerrohren anzuzeigen, so dass bereits getätigte Pflasterarbeiten unter- oder gar abgebrochen werden mussten. Eine Umstrukturierung des Bauzeitenplans sei daher nötig gewesen. Auf Nachfrage bei der EAM, teilte uns Sandra Hübner, Mitarbeiterin der Kommunikationsabteilung, mit, dass entsprechende Erweiterung von bereits bestehenden Gasleitungen und die Erneuerung von Stromkabeln bereits seit Planungsbeginn vereinbart gewesen seien.

Die Arbeiten der EAM würden entsprechend dem Gesamtfortschritt wie vereinbart umgesetzt, so Hübner weiter. Auch wenn sich die Schilderungen und Erklärungen zur Straßenbaumaßnahme in Borken teilweise unterscheiden, ist eines von allen beteiligten Akteuren bestätigt worden: Der Bauzeitenplan hat sich in der Zwischenzeit geändert

Informationen seit wann die Verzögerungen und die bauzeitlichen Anpassungen bereits feststanden, lagen uns trotz Nachfrage weder von der Stadt, noch von der EAM vor. Die Erneuerung der Ortsdurchfahrt Borken und der Bauabschnitt in der Goethestraße machen deutlich, dass gerade solch aufwendige Baumaßnahmen wie diese eines bedingen: Eine Kommunikation, die rechtzeitig erfolgt und alle Beteiligten miteinbezieht. Insbesondere wenn die Baumaßnahmen noch bis August 2019 andauern und dann abgeschlossen sein sollen.

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