Kommentar zur miesen Masche des Telefonbetrugs

Wer sich unbekannten Anrufern gegenüber kritisch verhält und keine sensiblen Daten preisgibt, der wird auch nicht Opfer von dreisten Betrugsmaschen.

Borken. Ein Kommentar zum Telefonbetrug durch eine Kanzlei mittels eines Amazon-Gutscheines:

Im Gespräch mit Katja Lengemann bezeichnete sie die Masche der vermeintlichen Anwaltskanzlei „Regensburger und Partner“ als Frechheit. Frech war es auch, als sie bei zwei Anrufversuchen Lengemanns am Freitag nach Minuten des Wartens nicht mehr ans Telefon gingen. Ein späterer Versuch über die Redaktionsnummer meinerseits brachte zwar mehr Erfolg – ich kam bis zur Empfangsdame – doch Sarah Stern erbrachte den gewünschten Rückruf nicht mehr. Während die Dame am Freitag sich noch höflich mein Anliegen anhörte, dass ich für Frau Lengemann anrief und ein paar Fragen hätte, blockte sie heute vehement ab, da ich das Aktenzeichen nicht genannt habe, das dem Fall zugeordnet sei.

Auch mit Sarah Stern konnte ich nicht sprechen, habe sie doch diese Woche Urlaub. Das war am Freitag bestimmt noch nicht bekannt. Dabei hatte ich eine so passende Idee. Statt erst einen Amazon-Gutschein in Höhe von 200 Euro zu übermitteln, soll die Kanzlei doch vom Gewinn einfach 200 Euro abziehen und Lengemann 164.800 Euro überweisen.

Ein verschmerzbarer Verlust bei so einer stolzen Summe. Beim Verabschieden wünschte ich der Dame noch einen schönen Tag, vernahm als Antwort aber nur den aufgelegten Hörer. Auffällig sind mir an der ganzen Thematik zudem folgende Punkte: Wenn man bei „Regensburger und Partner“ in der Warteschleife hängt, wird mit keinem Wort erwähnt, wo man anruft, es heißt nur, ein Kundenberater melde sich bald.

Meines Wissens haben Kanzleien doch aber Klienten und keine Kunden? Naja, vielleicht ist das aber auch nur eine begriffliche Differenz. Was mich dagegen viel mehr stört: Wenn es um Geld geht – vor allem bei so beträchtlichen Summen – funktioniert in Kanzleien alles entweder über den schriftlichen Briefverkehr und/oder persönlich.

Natürlich lässt sich das eine oder andere telefonisch mit einem Anwalt besprechen, wenn man die Kanzlei in einem Fall selbst gewählt hat, alles Offizielle funktioniert dennoch nur schriftlich. Ich gebe daher Lengemann Recht. Solche Maschen sind eine Frechheit, zulasten der Gutgläubigkeit anderer Bürger und mit den Folgen, dass ehrlichen Menschen zukünftig seltener vertraut wird, ohne dass die etwas dafür können.

Die ursprüngliche Polizeimeldung finden Sie hier.

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