Theater-Premiere von "Hexenjagd" der Kleinen Bühne Schwalm-Eder

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Am Freitag fand die Premiere statt – am Sonntag bereits die Abschlussvorstellung: Das Stück "Hexenjagd" der Kleinen Bühne Schwalm-Eder war zauberhaft.

Dramatisch, bedrohlich, grandios: Bei der Premiere von "Hexenjagd" hagelte es für die Schauspieler der kleinen Bühne Schwalm-Eder Applaus und am Ende gab’s sogar Standing Ovations.

Liebe kann eine große Motivation sein – auch eine negative: Das beweist das neueste Stück der Hobby-Schauspieler, in dem die junge Abigail Williams (Luisa Dölls) aus Liebe zu ihrem früheren Arbeitgeber, dem Landwirt John Proctor (Felix Eberwein), eine brutale Mordserie lostritt.Abigail ist wütend, weil Elizabeth Proctor (Margot Oetken), Johns Frau, hinter die Affäre zwischen ihr und John kam und sie daraufhin entlässt. Und sie ist enttäuscht, weil John sich für seine Frau entschied. Sie schmiedet einen teuflischen Plan: Gemeinsam mit Tituba (Aylin Dingel), der Sklavin ihres Onkels, dem Gemeindepfarrer Parris (Armin Jortd), versucht sie, ihre Rivalin zu verhexen. Mit dabei ist auch Abigails Cousine Betty Parris (Vanessa Tourbier) und ein paar andere Mädchen. Doch der Schuss geht nach hinten los: Die Mädchen verfallen in eine Art Schockstarre, als sie beim Versuch, Elizabeth zu verhexen, erwischt werden. Schon bald glauben die Bürger Salems, dass die Mädchen ihrerseits  verhext wurden. Und diese wittern ihre Chance. Mit Abigail als Anführerin beschuldigen sie jetzt zahlreiche Frauen der Hexerei – darunter auch John Proctors Ehefrau Elizabeth. Nur der Landwirt selbst scheint die wahre Absicht der Mädchen zu erkennen, stellt sich schützend vor seine Ehefrau und bezahlt seinen Einsatz mit dem Leben.

Die Nähe des Stücks und der Schaupspieler zum Publikum war erschreckend – im positiven Sinn. Nur ein Klebestreifen auf dem Boden trennte die Bühne vom Publikum. "Dass der Raum im Jugendzentrum im Gegensatz zur Stadthalle recht klein und die Bühne ebenerdig ist, war perfekt – anders hätte das Stück seine Wirkung verfehlt", erzählt Armin Jordt. In Zusammenarbeit mit der Stadtjugenpflege hat das Team der Kleinen Bühne Schwalm-Eder ein fantastisches Stück auf die Beine gestellt.Pech haben diejenigen, die die drei Vorführungen von "Hexenjagd" verpasst haben. Das nächste Stück der Kleinen Bühne gibt’s erst im kommenden Jahr. Glück hingegen für die Kleinen: Die Kindergruppe der neuen Bühne zeigt kurz vor Weihnachten "Das kleine Gespenst".

+++ EXTRA-INFO: Abigail gibt's wirklich – Die Story zum Stück +++

Das Stück "Hexenjagd" von Arthur Miller (Original: "The Crucible", 1953) basiert auf einer wahren Begebenheit: Man schreibt das Jahr 1692: Einige Mädchen der Gemeinde Salem (Massachusetts) haben merkwürdige Anfälle. Der Arzt, der in seinen Büchern keine Erklärung dafür  findet, macht schnell "Hexen" für das abnormale Verhalten der Mädchen verantwortlich. In den darauffolgenden Prozessen benennen die Mädchen zwischen 150 bis 300 Personen, von denen sie angeblich verhext wurden. Von diesen wurden schließlich 20 zum Tode verurteilt. 19 starben durch den Strang, eine wurde zu Tode gefoltert. Schon vor den Prozessen starben vier der Beschuldigten im Gefängnis. Etliche der Angeklagten legten ein falsches Geständnis ab, um ihr Leben zu retten.

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