Trotz Corona-Krise: Drei Wernswiger eröffnen Ecklädchen

Sorgen mit einem breiten Angebot in ihrem Ecklädchen für Laib und Seele der Wernswiger: Sascha Henschke, Harald Bernhardt und Viola John.
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Sorgen mit einem breiten Angebot in ihrem Ecklädchen für Laib und Seele der Wernswiger: Sascha Henschke, Harald Bernhardt und Viola John.

Angefangen hat alles im vergangenen Jahr mit 400 Kilogramm frisch geernteter Möhren. Inzwischen bieten Sascha Henschke, Harald Bernhardt und Viola John in ihrem neu eröffneten Ecklädchen eine breit gefächerte Auswahl an regionalen Lebensmittel und ausgefallene Deko- und Geschenkartikel.

Homberg. „Wenn Freunde eine Idee verfolgen nur um auszuprobieren, ob diese funktioniert und angenommen wird, dann kann schon mal als Nebenprodukt ein Hofladen dabei herauskommen“, erzählt Harald Bernhardt mit einem Schmunzeln. Anfang Februar hat der 54-Jährige zusammen mit Viola John und Sascha Henschke in einer ehemaligen Scheune im Ortskern von Wernswig einen Hofladen eröffnet. Das besondere dabei: Neben einer großen Auswahl an regionalen Lebensmittel finden die Kunden in dem liebevoll hergerichteten Ecklädchen auch kleine Deko- und Geschenkartikel.

Im Oktober wurde bekannt, dass von Familie Lotz zum 1. Dezember schließen werde. „Spekulationen über einen Nachfolger bis hin zu es wird wohl keinen geben der in Corona Zeiten bei schlechten Umsätzen das weiter machen möchte, gipfelten in einer Versammlung mit Bürgermeister und allen die sich berufen fühlten etwas zu bewegen“, erinnert sich Bernhardt. „An diesem Abend kristallisierte sich heraus das trotz aller Bemühungen ein Dorfladen so einfach nicht zustande kommen würde.“ Für Bernhardt und seine beiden Mitstreiter ein Grund selbst aktiv zu werden. „Nach vielen Gesprächen mit Sascha und meiner Familie stand fest, ein Hofladen kann nicht ein Edekalädchen ersetzen, aber regionale und saisonale Produkte sind allemal eine Bereicherung für die Menschen mit denen wir uns diese schöne Heimat und das hübsche Dorf teilen“, berichtet Bernhardt von dem Entschluss Nägel mit Köpfen zu machen und gemeinsam einem Hofladen im Homberger Ortsteil zu eröffnen.

Die Schließung des Edeka-Dorfladens sei aber nur der letzte Anstoß für das Ecklädchen gewesen. Die Idee, regionales Gemüse frisch vom Feld anzubieten haben die drei Freunde schon länger verfolgt. „Nachdem Sascha eine größere Menge Speisemöhren angebaut hatte und mich fragte ob ich bei der Vermarktung helfen wolle, hatte ich keine Ahnung wie hart Landwirtschaft und das Drumherum wirklich ist“, erinnert sich Bernhardt an die Geburtsstunde des gemeinsamen Projekts der drei Wernswiger.

Für den 54-Jährigen war es von Anfang klar, dass er seinen Freund unterstützt und sein ehemaliger Bauernhof im Ortskern war wie geschaffen um eine Kiste an die Straße zu stellen aus der man sich frische Möhren heraus nehmen konnte und das Geld in eine Kasse warf. Das war zur Ernte im Sommer 2020.

Rund 400 Kilo Möhren haben die drei Wernswiger von Woche zu Woche geerntet. Das feldfrische Gemüse wurde noch am selben Tag per Hand sortiert, die Guten in die Verkaufstüten die gebrochenen in Säcke als Pferdemöhren. „Es sollte alles frisch sein“, betont Bernhardt. Die „Möhrenrunde“, zu der neben Sascha und Viola auch Familie und Freunde der beiden gehörten, traf sich seitdem jeden Sonntagabend , um das selbst angebaute Gemüse zu sortieren, zu wiegen, zu verpacken und in den Möhrenkisten zu stapeln. Irgendwann kamen Biokartoffeln und Kohlköpfe dazu, „Warum auch nicht, der Gedanke unseren Mitmenschen frische leckere Produkte aus der Region zu bieten, beflügelte uns“, so Bernhardt.

Inzwischen reiche das Angebot des Ecklädchen von A wie Apfelsaft bis Z wie Zitronenkuchen. „Wir arbeiten mit über 20 Zulieferern zusammen“, berichtet Bernhardt. Darunter seien ein Fleischer, ein Bäcker, eine Mehlmühle, ein Imker sowie zahlreiche Landwirte aus der Region.

„Was für uns natürlich immer an erster Stelle steht, sind die Lebensmittel aus der Region, die mit viel Arbeit und Anspruch an Qualität hergestellt und produziert werden. Wir möchten aber mehr als nur ein Einkaufsladen für die Wernswiger“, so Bernhardt weiter. Deshalb habe man bei der Namensgebung noch etwas Wunsch und Hoffnung mit einfließen lassen, so der 54-Jährige. „Wir wünschen uns, dass unsere Kunden in unserem Ecklädchen Laib Seele Wernswig hier und da auch nette Gespräche führen.“ Und dafür soll es in Zukunft auch ein Hof-Café sowie Events für Jung und Alt geben.

Stehen beim Ecklädchen an erster Stelle: Lebensmittel aus der Region.
Mit jeder Menge frisch geernteter Möhren fing das Projekt der drei Freunde aus Wernswig an.

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