Trotz verstärkter Kontrollen bleibt Schwarzangeln Problem am Frielendorfer Silbersee

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Der Sportfischerverein Homberg ist mit der Pflege und Aufsicht des Gewässers beschäftigt. Es sei jedoch schwierig den Schwarzanglern auf die Schliche zu kommen.

Schwarzangler treiben am Frielendorfer Silbersee ihr Unwesen und sind nur schwer zu fassen. Sie werfen Schnüre aus, die trotz Kontrollen des Sportfischervereins kaum zu sehen sind. Die Schnüre werden gleichzeitig zur Todesfalle für Schwäne.

Frielendorf. Welse, Forellen, Aale, Zander, Karpfen, Weißfische und noch weitere heimische Fischarten – sie alle teilen sich den Frielendorfer Silbersee als Lebensraum. Vor allem im Sommer zieht der gut acht Hektar große See nicht nur zahlreiche Badegäste an, sondern auch Angler. Doch längst nicht alle halten sich an Regeln und Gesetze.

„Schwarzangeln ist ein großes Problem, mit dem wir auch hier am Silbersee zu kämpfen haben“, sagt Thomas Weineck, Vorsitzender des Sportfischervereins Homberg. Der Verein ist Pächter des Gewässers und somit auch für die Pflege und Aufsicht zuständig. „Wir haben zehn Fischereiaufseher im Verein, die regelmäßig rund um den See kontrollieren“, sagt Weineck. Es sei jedoch schwierig, den Schwarzanglern auf die Schliche zu kommen. „Nicht jeder, der unerlaubt angelt, steht mit einer Rute am Ufer und wartet, bis ein Fisch anbeißt“, erklärt Weineck.

Ein großes Problem seien Angelschnüre, die an Stöcken befestigt im See ausgeworfen werden. „Die sind oft nicht zu erkennen. Schwarzangler bringen sie an und kommen dann erst Stunden später wieder, um nachzusehen, ob ein Fisch angebissen hat“, weiß Weineck.

Schnüre sind Todesfalle für Schwäne

Zusätzlich sind die Schnüre eine Gefahr für die Schwäne im Silbersee. Im August 2017 ist ein Schwan qualvoll ums Leben gekommen. Er hatte einen Angelhaken, der an einer solchen Schnur befestigt war, verschluckt. „Die Tiere verfangen sich in den Schnüren. Auch in diesem Jahr kam es zu ähnlichen Vorfällen. Dabei konnten zwei Schwäne gerettet werden“, sagt der Vorsitzende der Homberger Sportfischer.

So sei es sehr schwer, den Schwarzanglern beizukommen. „Ernüchternd ist auch die Tatsache, dass Angler, die erwischt werden, leider oft ungeschoren davon kommen“, behauptet Weineck. Ihm persönlich sei jüngst ein Fall aus dem April dieses Jahres bekannt, bei dem ein Schwarzangler am Silbersee erwischt wurde. „Ich weiß, dass in diesem Fall das Verfahren eingestellt wurde“, sagt der Vorsitzende.

Kontrollen rund um die Uhr nicht möglich

Unterstützung im Kampf gegen die Schwarzangler erhält der Sportfischerverein von der Gemeinde Frielendorf. „Nach dem Vorfall mit dem Schwan im vergangenen Jahr, haben wir uns verstärkt dem Thema gewidmet“, erklärt Bürgermeister Thorsten Vaupel. So verkauft die Gemeinde Tagesangelkarten und gibt dazu Hinweiskarten aus, auf denen die Angler noch einmal explizit darauf hingewiesen werden „Angelunrat nicht nachlässig zu entsorgen“.

Dass Schwarzangler eher nicht zu den Käufern einer Tagesangelkarte gehören, dessen sei sich auch Vaupel bewusst. „Wir versuchen, den Sportfischerverein so gut es geht zu unterstützen. Beispielsweise kontrollieren unsere Bauhofmitarbeiter mehrmals in der Woche den Uferbereich und suchen nach Schnüren“, sagt der Bürgermeister.

Dennoch sei es nicht machbar, das Schwarzangeln gänzlich zu unterbinden. „Der See ist einfach zu groß, und wir haben weder das Personal noch die finanziellen Mittel, rund um die Uhr Kontrollen durchzuführen“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Man werde weiter eng mit dem Sportfischerverein zusammenarbeiten, um das Schwarzangeln zumindest einzudämmen.

EXTRA-INFO

Das droht Schwarzanglern

Auf Nachfrage bei der Polizeidirektion Schwalm-Eder in Homberg erklärt Polizeihauptkommissar Jörg Grösch, dass es sich im Falle des Silbersees nicht um Fischwilderei handele. Der Grund: Der See sei zu klein und zudem kein fließendes Gewässer.

Schwarzangler, die erwischt werden, können für Diebstahl geringwertiger Sachen (Wertgrenze bei circa 60 Euro) belangt werden, falls Strafanzeige erstattet wird. Wird im großen Stil gefischt bzw. die Wertgrenze überschritten, läge Diebstahl vor.

Das Strafmaß reiche von einer Geldstrafe bis zu Gefängnis, so Grösch. Wer ohne Angelschein oder Tagesangelkarte fischt, begeht nach Angaben des Polizeihauptkommissars eine Ordnungswidrigkeit, bei der ein Bußgeld verhängt werden kann.

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