"Unabhängig kann mehr" - Bürgermeister(-kandidat) Markus Boucsein im Gespräch

Melsungens amtierender Bürgermeister Markus Boucsein hat auch auf eine weitere Amtszeit große Lust. Rückblickend hätte er nicht viel anders gemacht, für die Zukunft plane er aber noch viel.
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Melsungens amtierender Bürgermeister Markus Boucsein hat auch auf eine weitere Amtszeit große Lust. Rückblickend hätte er nicht viel anders gemacht, für die Zukunft plane er aber noch viel.

Drei Kandidaten stellen sich für den 28. Oktober zur Wahl, um das Bürgermeisteramt in Melsungen anzutreten beziehungsweise weiter auszuführen.

Melsungen. Am 28. Oktober dürfen die Melsunger ihren Bürgermeister wählen, der ab dem 1. Juni 2019 eine weitere oder eine erste Amtsperiode antreten wird. Die Wähler können sich zwischen drei Kandidaten entscheiden: Dem amtierende Bürgermeister Markus Boucsein, Stadtverordnetenvorsteher und Schwarzenbergs Ortsvorsteher Timo Riedemann (SPD) und dem parteilose Gerhard Schönemann. Die HEIMAT NACHRICHTEN haben sich vorab mit Boucsein getroffen, um über die Themen zu sprechen, die ihm als Bürgermeister auch für eine weitere Amtszeit wichtig sind.

HN: Was sind Ihre Ziele für Melsungen?

Boucsein: Ich möchte ein breit aufgestelltes Angebot für alle Altersschichten schaffen. Dazu zählt die Infrastruktur. Beispielsweise ist in unserer Altstadt der Straßenbelag nicht überall altersgerecht. Um die Fußgängerzone zu schützen und den Verkehr zu verdrängen wurde auch die Arbeitsgruppe „Belebung der Innenstadt“ gegründet. Gleichzeitig muss die Stadt für junge Paare attraktiv und für Besucher erlebbar sein. Melsungen ist die einzige Stadt im Kreis mit einem Stadtbus, aber das aktuelle Konzept ist nicht zielführend und daher gekündigt. Angedacht ist, bedarfsorientierter zu werden. Ein zugehöriges Projekt startet 2019, wobei das Angebot stets auf die Entwicklung angepasst werden soll. Kleinere Busse, die elektrisch fahren, sind denkbar. Stillstand darf es nicht geben. Es gibt immer was zu tun.

HN: Können Sie ein Beispiel dafür geben, was Ihnen am Wichtigsten ist?

Boucsein: Die Förderung der Kinder, angefangen bei der frühzeitigen U3-Betreuung ist ein wichtiges Thema. Auch Mütter müssen die Möglichkeit haben, früh wieder zu arbeiten. In Röhrenfurth gehen die Geburtenzahlen quasi durch die Decke, wodurch dort ein Anbau bei der Kita geplant wird. Davon profitiert auch die Grundschule. Ein neu ausgewiesenes Wohngebiet in Röhrenfurth wird den Bedarf an Betreuungsplätzen nur noch steigern. Im Ortsteil wird die Nachmittagsbetreuung durch den Förderverein gestemmt und der stößt an seine Grenzen. Darauf aufbauend ist die Schulbildung entscheidend sowie die Möglichkeit, vor Ort gute Arbeitgeber zu halten und anzusiedeln, damit sich die Bürger altersübergreifend in Melsungen wohl fühlen.

HN: Hätten Sie zurückblickend seit Ihrem Amtsantritt irgendetwas anders gemacht?

Boucsein: Ich glaube, nicht viel verkehrt gemacht zu haben. Die in der Regel 90 prozentige Zustimmung aus dem Parlament unterstützt diese Annahme noch. Ich habe immer gemeinschaftlich und bürgernah gearbeitet und bin mit dem, was passiert ist, zufrieden. Manche Dinge könnten schneller ablaufen, aber da habe ich wenig Einfluss.

HN: Was begeistert Sie so sehr an der Politik? 

Boucsein: Ich begeistere mich nicht für Parteienpolitik, aber für die Menschen und die Gesellschaft. Gemeinsam Strukturen zu schaffen, treibt mich an. Dabei will ich die verschiedenen Interessen bündeln – im Sinne eines guten Ergebnisses. Man darf nichts ablehnen, nur weil es aus irgendeiner Richtung kommt. Meine Kräfte kann ich gut einsetzen, da mir mein Job Spaß macht.

HN: Und abschließend: Was macht Melsungen für Sie aus?

Boucsein: Melsungen bietet alles. Es liegt eine gesunde Mischung vor, angefangen bei der Infrastruktur, über die Toleranz, bis zum ehrenamtlichen Engagement in den Vereinen, die dieses Netz festigen. Es ist eine alte, aber fortschrittliche Stadt mit hoher Beschäftigungsquote und einer niedrigen Kriminalitätsrate.

Zur Person - Kurzbiographie

Der gebürtige Fritzlarer absolvierte 1983 das Abitur an der GSS Melsungen, gefolgt vom Grundwehrdienst. Bis 1989 studierte Boucsein Sportwissenschaften, Publizistik, Kommunikationswissenschaften und Politik in Göttingen. Nach einem Jahr beim Westfalenblatt Bielefeld/Bad Oeynhausen zog es ihn 1990 zum Bibliomed-Verlag Melsungen, bei dem er 1993 Chefredakteur und 2012 Geschäftsführer und Verlagsleiter wurde. 2013 wurde er in das Amt des Bürgermeisters gewählt. Er lebt zusammen mit seiner Frau in Melsungen und ist seit 25 Jahren glücklich verheiratet.

Mehr Infos:  http://markusboucsein.de/

Hier geht es zum Gespräch mit SPD-Kandidat Timo Riedemann und hier zum Interview mit dem parteilosen Gerhard Schönemann.

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