Versicherungsbetrug: Ehepaar soll Haus in Wabern angezündet haben

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Prozessauftakt in Kassel: Im Fall des Waberner Dachstuhlbrandes im Juli 2014 müssen sich seit heute drei Angeklagte vor Gericht verantworten.

Kassel/Wabern.Ein Brand, der zunächst viele Rätsel auf den Plan gerufen hat: Im Juli 2014 brannte der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in der Landgrafenstraße in Wabern aus. Dabei entstand ein Sachschaden in Höhe von 160.000 Euro.Der erste Verdacht: Ein Anschlag gegen die türkischen Bewohner. Doch der konnte von der Polizei schnell ausgeräumt werden. Nun deutet alles auf einen miesen Versicherungsbetrug der Mieter hin: Deshalb müssen sich seit Donnerstag ein Ehepaar und der Bruder des Angeklagten vor dem Kasseler Landgericht wegen schwerer Brandstiftung und versuchtem Versicherungsmissbrauch verantworten.

Der Vorwurf: Das angeklagte Ehepaar wohnte zur Tatzeit in dem Wohn- und Geschäftshaus in der Waberner Landgrafenstraße. Zusätzlich zum Mietvertrag für das Gebäude hatten sie eine Versicherung für das Gebäude abgeschlossen. Schon zu diesem Zeitpunkt hätte ihnen die Versicherungsgesellschaft im Fall eines erforderlichen Neubaus eine Höchstsumme von 850.000 Euro auszahlen müssen. Da das Ehepaar bereits große Geldprobleme hatte, sollen die Angeklagten beschlossen haben, durch einen Brand das Haus zu zerstören, um die Versicherungssumme kassieren zu können.

Für ihren Plan brauchten sie allerdings einen Dritten: Der 24-jährige Bruder des Angeklagten soll handelsübliche Zuckerstreuer mit Benzin befüllt und angezündet haben. Sein Bruder hielt sich indessen in einer videoüberwachten Homberger Spielhalle auf, um ein Alibi vorzutäuschen. Beim Prozessauftakt schwiegen die Angeklagten und wollten zu den Vorwürfen keine Stellungnahme abgeben.

Rückblick: Gegen 4.30 Uhr schrillten am 6. Juli 2014 die Sirenen der Feuerwehren rund um Wabern, Fritzlar und Homberg. In der Landgrafenstraße stand der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Flammen. Die Bewohner - darunter eine türkische Familie mit drei Kindern - konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

In Insgesamt 17 Verhandlungsterminen soll das Feuer-Rätsel nun entwirrt werden. Der nächste Termin der öffentlichen Verhandlung ist am Montag, 6. Juli, um 9 Uhr am Landgericht Kassel.

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