Vortrag: Hebel einst und heute

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Vortrag von Heinz Becker am Donnerstag, 21. Januar, im Dorfgemeinschaftshaus: Der Waberner Ortsteil in der Nachkriegszeit.

Wabern-Hebel. In seiner Vortragsreihe zur Geschichte des Dorfes Hebel wird Referent Heinz Becker am Donnerstag, 21. Januar, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Hebel den vierten Vortrag halten. In ihm soll es um Entwicklungen der unmittelbaren Nachkriegszeit und der 50er und 60er Jahre gehen.

Nie in seiner Geschichte hatte Hebel mehr Einwohner als nach 1946. Denn im März dieses Jahres kamen zwischen 250 und 300 Flüchtlinge ins Dorf und ließen die Einwohnerzahl, die vorher und während des gesamten 19. Jahrhunderts zwischen 450 und 500 Dorfbewohnern gelegen hatte, auf zeitweise über 800 anschwellen.

Wo und wie diese zahlreichen Neubürger unterkamen, um welche Familien es sich handelte  und welche Integrationsprobleme es gab, wird ebenso behandelt werden, wie der intensive wirtschaftliche und soziale Strukturwandel, der im Dorf mit dem "Wirtschaftswunder" seit den 50er Jahren einsetzte.

Dieser Wandel ließ den Wohlstand im Dorf eminent ansteigen, veränderte aber auch die Arbeitssituation ganz wesentlich: Die traditionell im Dorf bei weitem vorherrschende landwirtschaftliche Arbeit ging mit Agrarkrisen und fortschreitender Mechanisierung so sehr zurück, dass in dem einst so stolzen Bauerndorf heute kaum mehr als zehn Personen noch bäuerlich beschäftigt sind.

Die Anzahl der einst etwa 15 bäuerlichen Vollerwerbsbetriebe schrumpfte über ein bis zwei Generationen auf heute eigentlich nur noch zwei. Auch handwerkliche Arbeit verschwand zusehends aus dem Dorf. Zahlreiche, oft in den 50er Jahren entstandene handwerkliche Kleinbetriebe gaben im Zuge sich verschärfenden Wettbewerbs auf. Fast alle Hebeler sind daher mittlerweile auf Arbeit außerhalb des Dorfes angewiesen. Sie sind Pendler geworden, die sich in Industrie- und Handwerksbetrieben und Dienstleistungsunternehmen außerhalb ihr Brot verdienen.

Viele junge Bürger haben das Dorf auch wegen der unattraktiven Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot verlassen, sodass die Einwohnerzahl auf zwischen 550 und 600 zurückgegangen ist.

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