Vorwürfe gegen B. Braun: Unternehmen soll mit kriminellen Zwischenhändlern in der Ukraine kooperiert haben

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Dialyse ist ein Blutreinigungsverfahren, das bei Nierenversagen angewandt wird: Bei Patienten in der Ukraine sollen minderwertige Dialyseprodukte zum Einsatz gekommen sein. B. Braun soll nach Recherchen der Tageszeitung „taz“ davon Kenntnis gehabt haben.

Wie die Tageszeitung „taz“ berichtet, soll der Melsunger Medizintechnikhersteller mit kriminellen Zwischenhändlern in der Ukraine zusammengearbeitet haben. Konkret geht es um minderwertige Dialyseprodukte, die dort in Krankenhäusern bei der Behandlung von Nierenpatienten zum Einsatz gekommen seien.

Melsungen. Das ist harter Tobak! Wie die Tageszeitung „taz“ in einer Reportage berichtet, soll der Melsunger Medizintechnikhersteller B. Braun zugelassen haben, dass kriminelle Zwischenhändler minderwertige Dialyseprodukte an Krankenhäuser in der Ukraine verkauft haben.

Nach Angaben der „taz“ hatten die Zwischenhändler bei den Krankenhäusern mit Qualität aus Deutschland geworben, jedoch billiges Material geliefert. Filter und Schläuche sollen demnach nicht steril gewesen sein. Die Folge: Patienten hätten über Beschwerden nach der Behandlung geklagt. B. Braun habe nach Angaben der „taz“ mit den Zwischenhändlern eng zusammengearbeitet. Die Zeitung verweist auf Autorisierungsbriefe, die die einzelnen Zwischenhändler berechtigen, Braun-Produkte zu vertreiben.

Die Vorwürfe wiegen schwer. So berichtet die Tageszeitung, dass B. Braun seit drei Jahren von Problemen gewusst haben soll. Für das Dialysegeschäft ist die B. Braun-Tochter Avitum zuständig. Die jedoch, das bestätigt das Melsunger Mutterunternehmen, ist nicht direkt in der Ukraine vertreten, sondern vertreibt die Produkte über Händler. Diese seien jedoch vertraglich dazu verpflichtet, sich an die Marktstandards zu halten. Bei zumindest einem dieser Händler, der Firma Medikalgroup, sei das nach „taz“-Recherchen nicht erfolgt.

„Wir nehmen Behauptungen gegen uns oder unsere Partner grundsätzlich sehr ernst und gehen diesen in jedem Falle konsequent durch interne und externe Prüfungen nach“, kommentiert man in der Unternehmenszentrale von B. Braun in Melsungen die Vorwürfe.

So auch in diesem Fall: „Den im Artikel der taz genannten Behauptungen zur Versorgung von Patienten mit mangelhaften Produkten durch unsere Handelspartner sind wir bereits 2015 nachgegangen.“ Nach den intensiven Untersuchungen ließen sich die Anschuldigungen nicht bestätigen. Auch öffentliche Untersuchungen lokaler Behörden seien nach Auskunft von B. Braun eingestellt worden.

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