Teiche der Waberner Sportangler werden jetzt videoüberwacht

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In Kürze wird das Gelände rund um die Teiche des Angelvereins Wabern videoüberwacht sein. Entsprechende Schilder haben Vereinsvorsitzender Thomas Roth (li.) und Kassierer Marc Kamin schon anfertigen lassen.

Wildangler an Teichen des Angelvereins Wabern werden immer dreister: Jetzt erstmals Elektro-Kescher gefunden

Wabern. Mit Wildanglern müssen sich die Mitglieder des Waberner Angelvereins immer mal wieder rumschlagen. „Leider“, sagt Thomas Roth, Vorsitzender des Vereins, „das ist nicht schön, verboten ist es auch, es kommt aber vor.“

Doch jetzt hat die Wildangelei an den fünf Teichen, die der Verein zwischen den Ederauen bei Obermöllrich und Cappel gepachtet hat, eine neue Dimension erreicht. „Das hatten wir noch nie“, erzählt Roth gegenüber unserer Zeitung, „jetzt haben wir erstmals den Beleg dafür, das hier ein Wildangler mit einem Elektro-Kescher unterwegs war.“

Diesen Elektro-Kescher fand Vereinsvorsitzender Thomas Roth im hohen Gras am Ufer eines der Teiche. Das Beweisstück hat die Polizei der Staatsanwaltschaft übergeben.

Den Kescher hat Roth Anfang Juni bei einem morgendlichen Spaziergang an einem der Teiche im hohen Gras gefunden. Offenbar war der illegale Angler gestört worden und musste Hals über Kopf flüchten – so dass er sogar seinen aufwendig und „professionell“ gebauten Kescher zurückließ.

„Das ist nicht nur Wilderei, sondern auch Tierquälerei“, ergänzt Vereinskassierer Marc Kamin, der genauso entsetzt ist, wie sein Vorstandskollege. Der Kescher ist nicht nur mit einem Elektroring ausgestattet, sondern auch noch mit einer unterwassertauglichen Taschenlampe. „Damit werden die Fische angelockt. Sobald sich ein Tier auch nur in der Nähe des Keschers befindet, schaltet der Wilderer den Strom an. Dadurch wird der Fisch mindestens betäubt, eventuell sogar getötet.“

Diesen Karpfen hat Marc Kamin schon mehrfach aus den Teichen des Angelvereins Wabern geholt – und ihn immer wieder reingesetzt. Das Tier wiegt ca. 23 Kilogramm.

Eine Art und Weise des Angelns, die so gar nicht den Vorstellungen der Waberner Sportangler entspricht. Denn die angeln ihre zuvor in den Teichen ausgesetzten Fische – Welse, Zander, Hechte, Aale, Karpfen Störe – nur aus sportlichem Anreiz. Roth erklärt: „Wenn wir einen Fisch aus dem Wasser gezogen haben, wird er in aller Regel ganz sanft auf eine Abhakmatte gelegt – damit er sich ja nicht verletzt. Dann wird vorsichtig der Haken entfernt und die Stelle, an der sich der Haken befand, ‘verarztet’.“ Schließlich werde der Fisch sachte ins Wasser zurückgelegt. „Manche unserer Vereins-Angler haben schon mehrmals denselben Fisch an Land gezogen“, lacht Marc Kamin.

Gar nicht zum Lachen ist ihm hingegen zumute, wenn er über die Fisch-Diebe nachdenkt. Denn neben dem emotionalen Schaden entsteht dem Verein bei diesen Diebstählen auch ein enormer finanzieller Verlust. Kamin: „100 Gramm Karpfen kosten einen Euro. Und so ein Karpfen kann auch schon mal über 20 Kilogramm schwer werden. Und Aal ist noch viel teurer. Ein Kilogramm Aal kostet über 60 Euro.“

Roth und Kamin haben natürlich Anzeige erstattet. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Wild-Angler geschnappt werden, nicht sehr hoch. Deshalb zeigen die Waberner Angler jetzt Eigeninitiative: Sie wollen ihre Gelände videoüberwachen. Roth: „Das ist keine leere Drohung. Die Löcher für die Pfosten haben wir schon gegraben. Die stellen wir jetzt auf und dann werden Kameras daran befestigt. Entsprechende Hinweisschilder haben wir auch schon anfertigen lassen.“ Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob den Anglern tatsächlich ein Wilderer an den „Video“-Haken geht.

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Dazu ein Kommentar von Karsten Knödl

Kein Kavaliersdelikt

Wer kennt das nicht? Sicherlich ist jedem schon einmal etwas geklaut worden. Doch neben dem eigentlichen Ärger über den Verlust der geklauten Sache kocht vor allem eins in einem hoch: Das Gefühl der Machtlosigkeit und der Ausgeliefertheit. Fragen kommen in einem hoch: „Kommen die Diebe wieder?“, „Wie kann ich mich schützen?“, „Wie kann man die Diebe schnappen?“.

Für die Mitglieder des Angelvereins Wabern ist das Maß jetzt voll. Sie ergreifen Eigeninitiative, um sich vor der zunehmenden Wilderei an ihren Fischteichen zu schützen. „Richtig so!“, muss man da sagen. Denn Wilderei ist kein Kavaliersdelikt – schon gar nicht, wenn einem finanziell nicht auf Rosen gebetteten Verein dadurch Schaden entsteht, der in die Tausende geht. Da kann man den Waberner Anglern nur wünschen, dass sie mit ihrer Videoüberwachung Erfolg haben.

Und man kann sie als Spaziergänger, der dort in den Ederauen seine Runden dreht, unterstützen, indem man die Augen aufhält und gegebenenfalls auch die Zivilcourage hat, einen Angler mal darauf anzusprechen, ob er denn Mitglied des Angelvereins Wabern ist.

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