Waberner Thomas Schattner: Dokumentation über die Folgen von Tschernobyl im Schwalm-Eder-Kreis

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Das Buch "Die Folgen von Tschernobyl 1986 im Schwalm-Eder-Kreis: Eine Dokumentation" gibt es unter www.amazon.de zu kaufen.

Nun mehr als 30 Jahre ist die Reaktorkatastrophe im 1.700 Kilometer Luftlinie entfernten Tschernobyl her. Auch im Schwalm-Eder-Kreis breitete sich damals der radioaktive Staub aus. Lehrer und Lokalhistoriker Thomas Schattner recherchierte zu dem Thema und veröffentlichte nun eine Dokumentation.

Wabern. Es ist der 6. Mai 1986: In der Zeitung ist eine Menschenmenge abgedruckt, die ein Spruchband mit der Aufschrift „Hier sollen die radioaktiv verseuchten Lkw gewaschen werden“ hochhält.

Unter der Überschrift „Spontaner Protestmarsch“ wird den Lesern der Tageszeitung berichtet, dass am Sonntagabend die Grünen und andere Fritzlarer durch die Stadt liefen, um in einer spontanen Demonstration die Bevölkerung aufmerksam zu machen. Grund dafür war die Information, dass Fritzlars Waschanlage für den Notfall zur Verfügung stünde, um die ankommenden verstrahlten Lkw zu waschen.

Autor Thomas Schattner.

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 liegt nun mehr als 30 Jahre zurück. Der Gau, der in Block vier des Großkraftwerks über 1.700 Kilometer Luftlinie entfernt in der Ukraine an der Grenze zu Weißrussland stattfand, hinterließ durch die nach Westen getriebenen, radioaktiv verseuchten Wolken zahlreiche Spuren in der Bundesrepublik. So breitete sich radioaktiver Staub auch über den Schwalm-Eder-Kreis aus.

Der Waberner Gymnasiallehrer und Lokalhistoriker Thomas Schattner veröffentlicht seine neue Publikation „Die Folgen von Tschernobyl 1986 im Schwalm-Eder-Kreis“ – eine Dokumentation zum Gau in der ehemaligen Sowjetunion und dessen Auswirkungen in Nordhessen.

Sie beginnt mit einem Zeitungsartikel vom 3. Mai 1986 und endet mit einem eben solchen vom 20. Dezember 1986. Dazwischen zeigen rund 120 Dokumente, wie die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl das alltägliche Leben im nördlichen Hessen Stück für Stück eroberte und auch veränderte.

„Politisch und gesellschaftlich war man im Schwalm-Eder-Kreis auf die Auswirkungen nicht vorbereitet, es breitete sich damals eine ungeheure Unsicherheit in der Bevölkerung aus, wie mit der atomaren Katastrophe und ihren Folgen umzugehen sei“, sagt der Autor.

Das Buch wirft nach Ingo Sielaff, Leiter des Borkener Bergbaumuseums, zwei Fragen auf: „Wie sinnvoll und zielorientiert waren die damaligen Maßnahmen im Schwalm-Eder-Kreis und in der Bundesrepublik Deutschland gegen die großflächigen Folgen der Reaktorkatastrophe? Und: Sind wir heutzutage im atomaren Katastrophenfall besser gerüstet?“

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