Kämpfer auf Samtpfoten: Katerchen Stoui lebt mit einem Wasserkopf

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Mutig und neugierig geht Stoui auch auf Menschen zu. Hier spielt er mit Tierheim-Pressesprecherin Johanna Schäfer.

Mit einem Wasserkopf geboren zu sein, muss ein harter Schicksalsschlag sein. Doch Katerchen Stoui im Tierheim Beuern sieht es eher als Herausforderung: Jeden Tag kommt er besser mit seiner Behinderung zurecht. Die Chancen stehen gut, dass er gesund wird.

Felsberg-Beuern. Verspielt tobt Katerchen Stoui mit seinen vier Geschwistern in der Quarantäne-Station des Tierheims Beuern. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass er anders ist: Stoui hat einen Wasserkopf (siehe EXTRA-INFO). „Und das schon von Geburt an“, sagt Ralf Pomplun, erster Vorsitzender des Tierheims.

Ein Wunder für ein Katzenbaby

Vor einem Monat nahm das Tierheim in Beuern ein Bündel Fundkatzen aus Schauenburg auf, eine Mutter mit fünf Welpen. „Es ist ein Wunder, dass Stoui noch am leben war“, so Pomplun. Ein Wunder – ja – aber vor allem wider die Natur, wie zweite Vorsitzende Mandy Lindner und Pressesprecherin Johanna Schäfer betonen. Anders als gewöhnlich muss sich Stouis Mutter um ihren kranken und schwachen Sprössling besonders gut gekümmert haben, anstatt ihn zu vernachlässigen: „Normalerweise werden die Starken bevorzugt“, weiß Schäfer.

Stouis Schädel wird immer so verformt bleiben und seine Augen behalten ihre Fehlstellung.

Doch diese Ausnahme, so sind sich die Tierfreunde einig, ist großartig. Nicht nur seine Mutter, auch Stouis Geschwister akzeptieren ihn als einen von ihnen. Sie spielen, toben und schlafen zusammen. „Natürlich ist er etwas tapsiger und langsamer als die anderen, aber das gleicht er mit viel Neugierde aus“, sagt Johanna Schäfer. So brauche er etwas länger, um seine Umgebung zu erkennen und zu verarbeiten. Doch auch das habe sich erheblich gebessert. Anfangs habe er sich wie ein Roboter bewegt: Abgehackt und sehr langsam. Nun stolpert er zwar noch immer, allerdings blitzschnell den kleinen Spielzeugen hinterher – sogar erste Kletterversuche wagte er bereits.

„Stoui ist ein richtiger Kämpfer, wir sind sehr stolz auf ihn“, sagt Ralf Pomplun. Momentan bekomme der kleine Kater Medikamente, um die überschüssige Flüssigkeit aus seinem Kopf abzuleiten. Bei einer OP würde ihm ein Schlauch vom Kopf in den Magen gelegt. Eine solche werde der Kater aber wohl nicht brauchen. Und auch wenn es noch mehrere Monate und sogar Jahre dauern könne, wie der erste Vorsitzende erklärt, ist das Tierheim-Team frohen Mutes, dass Stoui die Tabletten absetzen kann, „das ist bei Wasserkopf-Katzen sogar der Regelfall.“

Bildergalerie: Kämpfer auf Samtpfoten

EXTRA-INFO: Was ist ein Wasserkopf?

Ein Hydrocephalus ist eine krankhafte Erweiterung der mit Liquor gefüllten Flüssigkeitsräume des Gehirns. Er wird auch Wasserkopf oder Gehirnwassersucht genannt. Tritt die Krankheit bereits im Säuglingsalter auf, verformt sich der Schädel wie bei Kater Stoui. Bei ihm ist auch die Fehlstellung seiner Augen eine weitere Folge. Wird nichts unternommen, nimmt der Druck auf das Gehirn weiter zu und es entstehen massive Schäden. (Quelle: Wikipedia)

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