Der (Wein)berg rief

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Viele Ehrenamtliche halfen bei der Weinlese in Böddiger - Ertrag deutlich geringer, als im vergangenen Jahr

Felsberg-Böddiger. Im Oktober klingt die Erntezeit langsam aus, doch auf der Zielgeraden geht es noch einmal rund. Überall auf den Feldern sind volle Ladewagen mit Zuckerrübenoder Weißkohl zu sehen und vielerorts werden die immer beliebter werdenden Zierkürbisse angeboten.

Eine ganz besondere Ernte findet alljährlich oberhalb von Böddiger statt, dort treffen sich für einen Tag Freiwillige, die den Förderverein Böddiger Berg bei der Weinlese unterstützen. Noch bis zu Letzt bangten Vorsitzender Klaus Stiegel und seine Mitstreiter wegen des unbeständigen Wetters, doch sie hatten Glück. Etwa 65 Erntehelfer sowie Unterstützer vom Verein und des städtischen Bauhofs machten sich am Dienstagmorgen ans Werk – um die aktuellen Hygienemaßnahmen einzuhalten, wurden die Reihen versetzt abgeerntet.

Edith Fenge-Heppler aus Guxhagen gehörte zu den Erfahrenen der Weinlese-Helfer-Gilde, „ich komme schon 18 Jahre hierher“, sagte die 76-Jährige, die gemeinsam mit ihrem Bruder eine Traube nach der anderen von der Rebe schnitt. Horst Hochhuth war zum ersten Mal dabei, „nach Fernsehberichten hatte ich schon immer mal Interesse“, erklärte der Baunataler, „nun bin ich in Altersteilzeit und habe entsprechend Zeit dafür“. Doris Köster aus Melsungen gab dem Debütanten hilfreiche Tipps von der anderen Seite der Rebzeile.

Aaron Schäffer aus Lohfelden war zwar schon zum zweiten Mal dabei, doch sein Debüt im vergangenen Jahr war wegen Dauerregens kurzfristig abgesagt worden. „Sonst mache ich Ferien auf dem Bauernhof“, sagte der 13-Jährige mit Berufswunsch Landwirt, „aber das hier macht auch Spaß“, fügte er hinzu. Begleitet wurde er von Oma Brigitte und Opa Karl, die in diesem Jahr bereits Silbernes Lese-Jubiläum haben.

„Rotwein ernten wäre einfacher, da sieht man die Trauben besser“, scherzte Silvio Burlon aus Kassel, der auf Einladung von Werner Bähr aus Böddiger seinen zweiten Einsatz im Weinberg absolvierte. Die weiteste Anreise hatte die Berlinerin Christiane Angermann-Küster, gemeinsam mit ihrer Freundin Ulrike Bukowski aus Heßlar engagierte sie sich erstmals am Böddiger Berg.

„Wir haben den idealen Zeitpunkt zur Lese erwischt, die Trauben sehen gut aus, es gibt weder Verbiss noch Fäulnis, zudem sind sie nicht aufgeplatzt“, zeigte sich Jörg Fröhlich-Gildhoff vom Förderverein zufrieden.

Gegen Mittag war die Ernte bereits abgeschlossen, denn der Ertrag belief sich nach ersten Schätzungen lediglich auf 3,6 Tonnen. „In anderen Jahren hatten wir oftmals mehr als das Doppelte“, resümierte Klaus Stiegel, „das macht den 2020er zu einem exklusiven Produkt, das leider schnell ausverkauft sein wird“.

Für die fleißigen Helfer gab es nach einem deftigen Mittagessen den verdienten Lohn: Neben dem schönen Gemeinschaftserlebnis in der freien Natur, durften sie sich über die obligatorischen zwei Flaschen Wein aus dem vergangenen Jahr freuen.

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