Weinlese auf dem Böddiger Berg: 80 Helfer ernteten gut neun Tonnen Trauben

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Fleißige Erntehelfer auf dem Böddiger Berg: Am frühen Dienstagmorgen waren wieder zahlreiche Freiwillige auf Hessens nördlichstem Weinberg im Einsatz.

Mit einer Woche Verzug fand am Dienstag die Weinlese auf dem Böddiger Berg statt. Dabei ernteten 80 Helfer rund neun Tonnen Trauben.

Felsberg-Böddiger. „Es war jetzt allerhöchste Eisenbahn“, sagte ein sichtlich erleichterter Klaus Stiegel am Dienstagmorgen auf dem Böddiger Berg. In der vergangenen Woche hatte der Vorsitzende des Fördervereins Böddiger Berg noch zum ersten Mal in der Geschichte von Hessens nördlichstem Weinberg die Lese absagen müssen – zu stark waren die Regenfälle. Stiegel musste die vielen freiwilligen Helfer unverrichteter Dinge wieder nach Hause schicken.

Beim zweiten Anlauf waren es immerhin 80 Helfer, die in den frühen Morgenstunden, bewaffnet mit Eimer und Gartenschere, ans Werk gingen.

„Die Trauben mussten jetzt gelesen werden. Aktuell können wir noch von Edelfäule sprechen, ein paar Tage später wäre das nicht mehr der Fall gewesen“, erklärte der Vorsitzende. Mit der diesjährigen Ernte-Menge könne man sehr zufrieden sein – gut neun Tonnen Trauben wurden einen Tag nach der Lese nach Eltville gebracht. Hier in der Kellerei Kloster Eberbach wird der Böddiger Wein gekeltert.

Ist mit dem diesjährigen Ernteergebnis zufrieden: Klaus Stiegel, Vorsitzender des Fördervereins Böddiger Berg.

Den Rekordwein aus dem vergangenen Jahr – elf Tonnen Trauben, mit einem durchschnittlichen Mostgewicht von 92 Grad Oechsle – erreiche der 2019er zwar nicht. Dafür werde ein Teil der Trauben aller Voraussicht nach, im Gegensatz zum Vorjahr, wieder zu Sekt verarbeitet, so Stiegel. So einen Wein hat man natürlich nicht jedes Jahr. Bei dieser Ernte haben wir ein durchschnittliches Mostgewicht von 80 Grad Oechsle, was auch noch sehr ordentlich ist“, betonte der Vereinsvorsitzende.

Dürre hat Reben geschadet

Bei aller Euphorie über den Rekordtropfen aus 2018, habe man jedoch in Kauf nehmen müssen, dass die Dürre im vergangenen Jahr auch am nordhessischen Weinberg nicht spurlos vorüber gegangen sei. „Die Trockenheit hat den Reben zugesetzt. Dazu kam noch der Spätfrost Ende April, Anfang Mai, der noch Schäden angerichtet hat. Von daher haben wir in diesem Jahr ein gutes Ergebnis erzielt“, sagte Stiegel.

Bildergalerie: Weintrauben auf dem Böddiger Berg geerntet

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Lediglich an drei Verkaufsstellen – der Esso Tankstelle Rietschle in Felsberg, bei Edeka Pollmer in Wabern und im Melsunger Kurhessen-Lädchen – ist der Böddiger Wein zu haben. Ab April geht er in den Verkauf. Zudem wird der weiße Rebensaft auf dem Felsberger Weinfest ausgeschenkt.

Böddiger Wein ist begehrt

Der Wein vom Böddiger Berg ist ein rares Produkt und das wird sich nach Angaben von Klaus Stiegel auch nicht ändern. „Es gibt inzwischen eine Reihe von Fachgeschäften aus der Region, die gerne unseren Wein vertreiben möchten. Da wir hier ehrenamtlich arbeiten, sind wir jedoch nicht in der Lage jedes Jahr dieselben Mengen liefern zu können. Zehn bis elf Tonnen sind das absolute Maximum“, machte der Vorsitzende deutlich.

War zum ersten Mal dabei: Johanna Schäfer aus Felsberg.

Ganz sicher werden aber die freiwilligen Helfer mit Böddiger Wein versorgt. Das allein sein jedoch nicht der Antrieb, wie Jutta Messirek aus Jesberg erklärte: „Ich bin zum dritten Mal dabei. Die Atmosphäre hier ist einfach toll und man lernt schnell neue Menschen kennen.“ So traf sie am frühen Dienstagmorgen zwischen den Weinstöcken auch Johanna Schäfer aus Felsberg, die Messirek beipflichtet: „Wein verbindet eben.“

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