Der Wolf rückt den Schafen auf den Pelz: Raubtier auf dem Vormarsch – Warnung für Weidetierhalter

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Besonders gefährdet: Kleine Wiederkäuer wie Schafe sind ohne ausreichenden Schutz besonders gefährdet, Opfer von Wölfen zu werden.

In Ost- und Norddeutschland längst heimisch, werden auch in Hessen immer wieder Wölfe gesichtet. Bis sich erste Rudel ansiedeln ist es nur eine Frage der Zeit. Besonders Weidetierhalter sollten schon jetzt ihre Herden schützen.

Region. Einst vor über 100 Jahren ausgerottet, hat der Wolf sich längst wieder seinen Weg zurück nach Deutschland gebahnt. Er zählt zu den größten deutschen Raubtieren und hat sich mittlerweile unter anderem in Sachsen und Niedersachsen angesiedelt. „Noch zählt Hessen als Wolfserwartungsland. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das erste Wolfsrudel auch bei uns niederlässt“, erklärt Dagmar Rothämel, Mitarbeiterin beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) in Kassel im Gespräch mit unserer Zeitung.

In den vergangenen Monaten seien immer wieder Wölfe gesichtet worden – jüngst am 27. April in Twistetal im Landkreis Waldeck-Frankenberg. „Es wurden in Hessen noch keine Wolfsrudel bestätigt. Aber der Wolf zieht durch. Und wo einer ist, können auch mehrere sein“, sagt Rothämel, die beim LLH das Sachgebiet Schaf- und Ziegenzucht bearbeitet. Und besonders die seien gefährdet, leichte Beute für den Wolf zu werden.

Aus diesem Grund veranstaltet der LLH in Kooperation mit der Naturschutzakademie Hessen Informationsveranstaltungen für Weidetierhalter. Für Nordhessen wurde Fritzlar als Veranstaltungsort ausgewählt (siehe EXTRA-INFO). „Der Wolf hat keinen natürlichen Feind, da kann so eine Weide voll mit Schafen schon ein gefundenes Fressen für ihn sein“, weiß die Expertin für kleine Wiederkäuer.

Bald auch zurück in Hessen? Laut Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der Wolf auch wieder in unserer Region ansiedelt.

Auch wenn das Raubtier noch nicht wieder in Hessen heimisch sei, könne man die Rückkehr nicht ignorieren. „Es nützt nicht, zu informieren, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Wir müssen jetzt Präventionsarbeit leisten“, betont Rothämel. Wichtiger Schutz gegen Wolfsübergriffe sei der richtige Weidezaun.

„Weidetierhalter brauchen ein gutes Zaunsystem, das unter permanenter Spannung steht“, sagt die LLH-Mitarbeiterin. Das sei grundlegend gegen Angriffe und werde auch Thema der Veranstaltung in Fritzlar sein. „Der Wolf ist ein sehr intelligentes Tier und merkt sich, wo er am leichtesten Beute machen kann. Deshalb müssen Weidetiere unbedingt geschützt werden“, betont Rothämel.

EXTRA-INFO

Informationsabend am 24. Mai in Fritzlar

Der Informationsabend findet am Mittwoch, 24. Mai, im Soldatenheim „Haus an der Eder“ um 18.30 Uhr statt. Es finden im Rahmen der Veranstaltungen zwei Vorträge zu den Themen „Biologie des Wolfes und aktuelle Situation in Hessen“ und „Herdenschutz nach guter fachlicher Praxis“ mit anschließender Diskussion statt. Das Programm richtet sich vor allem an Weidetierhalter, die sich noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben. 

Anmeldung und weitere Informationen: Naturschutz-Akademie Hessen, Friedenstraße 26, 35578 Wetzlar Tel. 06441-924800, Fax: 9248048, E-Mail: anmeldung@na-hessen.de

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