Die Zentrale Notaufnahme im Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar präsentiert sich im neuen Look

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Das Foto zeigt den administrativen Bereich der neuen Zentralen Notaufnahme im Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar.

Eine Millionen Euro wurden bei der Modernisierung der Zentralen Notaufnahme des Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar verbaut.

Fritzlar. Das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar hat im vergangenen Jahr seine Zentrale Notaufnahme (ZNA) modernisiert. Diese präsentiert sich im neuen Look und auch mit neuen verbesserten Abläufen für Patienten und Mitarbeiter. Die Heimat Nachrichten sprachen mit Dr. Sven Ricks, dem kaufmännischen Geschäftsführer des Hospitals, über die neugestaltete Zentrale Notaufnahme.

Dr. Sven Ricks, kaufmänischer Geschäftsführer des Hospitals zum Heiligen Geist.

HN: Seit wann ist der Umbau abgeschlossen? 

Ricks: Seit Ende des Jahres 2018 sind die Modernisierungsmaßnahmen des administrativen Bereiches und des Notfall-Bereiches (Behandlungsbereich) in der Zentralen Notaufnahme abgeschlossen.

HN: Wie hoch sind die Gesamtkosten?

Ricks: Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund eine Million Euro. Dazu verwendet wurden ausschließlich Eigenmittel, d.h. keine Gelder aus Fördermitteln

HN: Was hat sich räumlich verändert?

Ricks: Im administrativen Bereich findet der Patient nun einen moderneren, größeren und helleren Wartebereich, als noch vor dem Umbau. Zur Patientenaufnahme und anmeldung von stationären Patienten und Notfall-Patienten stehen vier Aufnahmeboxen und ein Infopoint zur Verfügung.

Der Behandlungsbereich – auch Notfallbereich genannt – hatte vorher Kapazitäten für acht Patienten, die auf 15 Behandlungsplätze erweitert wurden. Hier werden sieben Tage/Woche, 24 Stunden am Tag internistische, chirurgische und gynäkologische Patienten behandelt. Die Behandlungsräume setzen sich aus klassischen Behandlungsplätzen mit und ohne Überwachung sowie Triage-Raum, Gips-Raum, Eingriffs-Raum (OP) und Schock-Raum zusammen.

So sieht der Notfallbereich der neuen Zentralen Notaufnahme im Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar jetzt aus.

HN: Welche weiteren Modernisierungsmaßnahmen bzgl. Ausstattung und Systeme sind zu nennen?

Ricks: Die Monitorüberwachung (Überwachungsplätze für Vitalwerte von Patienten) wurde erweitert und ein zentraler Stützpunkt zur Überwachung eingerichtet. Neues Mobiliar wie Stühle, Tische, Liegen usw. zählen zur neuen Ausstattung.

Die Patienten werden über ein Nummern-System aufgerufen. Tagsüber können die wartenden Patienten ihren Aufruf auch in der Cafeteria verfolgen. Die Festlegung der Reihenfolge der Behandlung erfolgt über ein sogenanntes Triage-System (MTS, eine nach internationalen Regeln festgelegte Einschätzung der Dringlichkeit der Behandlung). Damit wird die Behandlungsreihenfolge mit Hilfe eines Ampelsystems nach Dringlichkeit eingeordnet.

Durch die neue Verbindung zum RTW-Leitstellensystem werden wir bereits vor Ankunft des Patienten mit dem Rettungsdienst über seinen Gesundheitszustand informiert und können alles Notwendige für eine bestmögliche Versorgung vorbereiten.

HN: Welche Verbesserungen sind bereits spürbar?

Ricks: Durch die Einteilung der Patienten in Notfall-Patienten und stationäre Patienten sind die Abläufe strukturierter und übersichtlicher. Die größere Anzahl an Behandlungsräumen ermöglicht, dass der Arzt schneller am Patienten ist. Mit dem neuen Triage-System können aus einer großen Zahl an Patienten möglichst schnell und sicher diejenigen gefiltert werden, die aufgrund der Art und Schwere ihrer Erkrankung (z.B. Lebensgefahr) zuerst behandelt werden müssen.

HN: Die ZNA ist nahezu in allen Krankenhäusern ein Bereich, in dem viel Unverständnis, Ärger und Unzufriedenheit bei den Notfällen entsteht und der oft in der Kritik steht. Bei welchen Themen tut man sich noch schwer?

Ricks: Für wartende Patienten und Angehörige ist das Triage-System nicht immer sofort verständlich. „Warum kommt der jetzt vor mir dran, obwohl er nach mir kam?“. Das liegt dann an der Einstufung der Dringlichkeit. Wir bitten daher um Verständnis, wenn wir Patienten mit höherer Dringlichkeit vorziehen müssen. In dem Fall liegt es also nur daran, dass es Patienten gibt, denen es noch schlechter geht. Wir versuchen immer die Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten – auch wenn sich das für den einen oder anderen anders anfühlt. Was die Patienten und Angehörigen jedoch oft nicht mitbekommen ist, dass im Hintergrund zusätzlich Patienten mit dem Rettungsdienst direkt in den Notfallbereich eingeliefert werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Notfall-Definition. Es kommen auch Patienten in die Notaufnahme, die keine Notfälle sind. Für diese Patienten ist der Haus- oder Facharzt sowie der Ärztliche Bereitschaftsdienst (dieser befindet sich in den Räumlichkeiten des Krankenhauses in Fritzlar, Tel. 05622/116-117; Anm. d. Red.) zuständig.

Wer unsicher ist, ob er ein Notfall ist oder nicht, kann sich gerne auf unser Webseite: www.hospital-fritzlar.deüber „Notfall/Informationen zum Notfall“ informieren.

Wenn es sich um einen Notfall handelt, dann sollten Sie immer in die Zentrale Notaufnahme kommen – wenn nötig mit Unterstützung – oder den Rettungsdienst unter 112 kontaktieren.

Sie können sich sicher sein, dass wir in Fritzlar weiterhin alles dafür tun, damit Sie rund um die Uhr medizinisch gut aufgehoben und versorgt sind.

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