Die Zukunft planen

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Hand in Hand bei der Betriebsübergabe: (v. li.) Martin Broszat, Armin Jordt, Dirk Siemon, Dittmar Manns, Frank Michel und Sven Kloß.

Kreishandwerkerschaft informierte über Betriebsübergabe und -übernahme

Schwalm-Eder. „Die Betriebsnachfolge ist ein Dauerthema und bewegt jeden Handwerksmeister, der sein Lebenswerk in gute Hände geben möchte“, sagte Kreishandwerksmeister Frank Michel (Treysa) auf der Veranstaltung „Betriebsnachfolge“, die die Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder mit der Handwerkskammer Kassel und der Kreissparkasse Schwalm-Eder im Sparkassen-Dienstleistungszentrum in Homberg anbot.

Über 60 Teilnehmer informierten sich aus erster Hand über die Chancen und Möglichkeiten, einen Betrieb an einen Nachfolger zu übergeben. Mit Impulsbeiträgen skizzierten die Berater die einzelnen Schritte und die verschiedenen Aspekte einer Betriebsübergabe. Diese reichten von den grundsätzlichen Fragen wer einen Betrieb übernehmen darf, bis zur Bewertung des Betriebes, den Marktchancen sowie den rechtlichen und steuerlichen Fragen der Betriebsübergabe.

Bereits bei der Begrüßung wiesen Kreishandwerksmeister Frank Michel und Sparkassen-Vorstandsmitglied Dirk Siemon auf den oft langfristigen Charakter einer Betriebsübergabe hin. Armin Jordt, Assessor der Kreishandwerkerschaft, beschrieb die rechtlichen Aspekte einer Betriebsübernahme. „Hier können schon im Ansatz einige Fehler passieren, die es zu vermeiden gilt.“ Beispielhaft nannte Jordt eine Reihe an Verträgen, wie etwa der Übergabevertrag und die Arbeitsverträge, die wichtige Grundlagen für eine reibungslose Übergabe seien.

Doch nicht alles lässt sich vertraglich lösen. Oftmals spiele die persönliche Befindlichkeit und das Vertrauen eine wichtige Rolle. „Mit der Übergabe nimmt der Betriebsinhaber meist auch Abschied von seiner Lebensleistung“, weiß Dittmar Manns zu berichten. Er ist bei der Handwerkskammer Kassel für die Betriebsnachfolge zuständig. Dieser Prozess sei oft komplex und benötige mehr Zeit als man glaube. So war auch einer der Ratschläge der Experten, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. Fünf bis zehn Jahre seien keine Seltenheit, besonders wenn es keinen passenden Nachfolger in der Familie oder im Betrieb gibt.

„Wichtig ist, nicht irgendeinen Nachfolger zu finden, sondern den richtigen. Es muss für alle Seiten passen, nur dann ist eine Betriebsübergabe dauerhaft erfolgreich“, sagte Manns. Hürden seien häufig die unterschiedlichen Ansichten, welchen Wert der Betrieb, die Ausstattung oder die Fahrzeuge haben. Eine Wertermittlung im Vorfeld sei unbedingt empfehlenswert. Die steuerlichen Auswirkungen bergen ebenfalls Risiken. Besonders dann, wenn Immobilien- und Betriebsvermögen vermietet oder verpachtet werden. „Wird hier nicht sorgfältig geplant, dann kann es sehr schnell sehr teuer werden“ warnte Manns. Die Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammer bieten hier eine abgestimmte Wegbegleitung an.

Im Anschluss bestand für die Teilnehmer die Möglichkeit, in individuellen Gesprächen nachzufragen und Beratungstermine zu vereinbaren. „Erfreulich war, dass wir mit dem Angebot nicht nur Handwerksmeister erreicht haben, die einen Betrieb übergeben wollen, sondern auch viele Jungmeister, die sich mit dem Gedanken tragen, den Betrieb zu übernehmen“, zog Jürgen Altenhof, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, eine positive Bilanz der Veranstaltung und dankte der Handwerkskammer und der Kreissparkasse Schwalm-Eder für die positiven Impulse.

Kontakt für Interessierte: Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder, Rudolf-Harbig-Straße 6, 34576 Homberg, www.handwerk-schwalm-eder.de

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