Zurück zum ursprünglichen Klang: Die Niedensteiner Orgelsanierung beginnt im September

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Dr. Bettina Hoffmann, Dr. Edgar Franke und Bürgermeister Frank Grunewald freuen sich mit Pfarrer Johannes Böttner, den Mitgliedern des Kirchenvorstandes und des Förderkreises in Niedenstein und Wichdorf über die Orgelförderung.

Die Niedensteiner Kirchenorgel ist in die Jahre gekommen, deshalb muss sie jetzt umfangreich saniert werden.

Niedenstein. Die beiden Bundestagsabgeordneten Dr. Bettina Hoffmann, von den Grünen, und Dr. Edgar Franke, von der SPD, besuchten jetzt die Niedensteiner Kirche, um sich über die geplante Sanierung der Niedensteiner Orgel zu informieren.

Durch die Vermittlung der beiden Politiker hatte der Haushaltausschuss des Bundestages für die Maßnahme 130.000 Euro aus dem Denkmalschutzsonderprogramm der Bundesregierung zur Verfügung gestellt. Weitere 20.000 Euro sind vom Land Hessen durch den Denkmalschutz in Aussicht gestellt worden. Die Landeskirche unterstützt die Maßnahme mit 55.000 Euro, der Kirchenkreis Fritzlar-Homberg mit voraussichtlich 35.000 Euro. Die Evangelische Kirchengemeinde Niedenstein-Wichdorf hat nun die Aufgabe, 20.000 Euro aus den eigenen Reihen zu sammeln.

„Ich hoffe darauf, dass den Menschen ihre Orgel sehr viel bedeutet. Denn sie erklingt seit 1844 jedes Weihnachtsfest und zu jeder Konfirmation. Derzeit planen wir eine Pfeifenpatenschaft, sodass ich hinterher genau sagen kann: Diesen Ton hab ich gesponsert“, sagt Niedensteins Pfarrer Johannes Böttner zuversichtlich.

Die Orgelbaufirma Mebold aus Siegen hat den Zuschlag für die Arbeiten erhalten. Sie wird die weitgehend noch vorhandene Originalsubstanz von 1844 in eine umfangreiche und gründliche Rückführung einbinden und nach gründlichen Recherchen soweit wie möglich eine Wiederherstellung der originalen Orgelsituation umsetzen. Leider ist die Wilhelmorgel durch einen starken Holzwurmbefall in akuter Gefahr. Die Pfeifen und das Windsystem müssen umfangreich saniert werden. Die Orgel soll ausgebaut und begast werden, bevor dann die eigentliche Rekonstruktion des Originalzustands erfolgt.

Nach einem Abschiedskonzert am 22. September 2019, erfolgt die Demontage des gesamten Instrumentes. In der Zeit bis zum Wiedereinbau wird der Gemeinde eine kleine Ersatzorgel zur Verfügung gestellt.

Nach Abschluss der laufenden Kirchensanierung soll die restaurierte Orgel wieder mit ihrem ursprünglichen Klang von 1844 erklingen.

Die Carl-Wilhem Orgel in Niedenstein

Die Carl-Wilhelm-Orgel in der Niedensteiner Kirche wurde im Jahr 1844 erbaut. Sie ist eines der wenigen erhaltenen zweimanualigen Instrumente mit 18 Registern und eine der größten Orgeln, die in der Orgelbauwerkstatt Wilhelm in Kurhessen gefertigt wurden.

Carl Wilhelm hat die Niedensteiner Orgel kunstvoll in den wertvoll ausgestatteten Kirchenraum eingepasst. In der Ansicht, dem sogenannten Prospekt, erklangen wertvolle Zinnpfeifen, die leider im 1. Weltkrieg verschmolzen und durch einfach Zinkpfeifen ersetzt worden. Das hat der Orgel auch klanglich geschadet.

Neben der Orgel sind auch das Gestühl und die Kanzel aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhalten geblieben.

Die Orgel ist in der kurhessischen Orgellandschaft als besonders wertvoll einzustufen und ist als Denkmal gelistet.

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