Zwei brutale Risse bei Metze: War's ein Wolf?

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Diesen Rehbock fand ein Spaziergänger am Samstag vergangener Woche 500 Meter vom nördlichen Ortsrand von Metze entfernt. Direkt am Fundort fanden sich Spuren, die auf einen Wolf hindeuten könnten.Fotos: Privat
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Dieses afrikanische Zwergrindkalb wurde am Montag, 9. März, westlich von Metze gefunden. „Die Art und Weise wie es aufgefressen wurde ist wolfstypisch“, sagt Jäger Arndt Kemper.
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Diesen Rehbock fand ein Spaziergänger am Samstag vergangener Woche 500 Meter vom nördlichen Ortsrand von Metze entfernt. Direkt am Fundort fanden sich Spuren, die auf einen Wolf hindeuten könnten.
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Arndt Kemper ist Jäger. Er hat Abstriche von den toten Tieren genommen – dazu ist er als Jäger befugt – und diese an das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie geschickt. Jetzt wartet er auf den Befund.

Ein Zebu-Kalb und ein Rehbock wurden grausam zugerichtet: Jäger Arndt Kemper befürchtet, dass ein Wolf die Tiere tötete

Niedenstein. Den ersten Verdacht hatte Arndt Kemper schon im Sommer vergangenen Jahres. Der Jäger war in seinem Revier in Niedenstein-Metze gerade auf der Jagd und erblickte durch die Wärmebildkamera ein großes Tier. „Das war vermutlich ein Wolf, mindestens aber ein wolfsähnlicher Hund“, schildert Kemper den Vorfall von damals. Heute ist sich der 51-Jährige sicherer den je, dass es sich damals um einen Wolf handelte. Denn: In der vergangenen Woche wurden in Niedenstein zwei tote Tiere gefunden, die so grausam zugerichtet waren, dass Kemper es für nicht unwahrscheinlich hält, dass ein Wolf für den Tod dieser beiden Tiere verantwortlich ist. „Auch andere Indizien deuten darauf hin“, so Kemper.

Bei dem ersten Tier handelt es sich um ein afrikanisches Zwergrindkalb. Das stand in einem Gatter nördlich der Kirchberger Straße, der Straße, die Metze mit Kirchberg verbindet. Kemper: „Was an diesem Fall ungewöhnlich ist: Das Kalb wurde aus seinem Gatter gezerrt und anschließend so aufgefressen, wie es eigentlich nur Wölfe tun – der Kopf und die Beine wurden nicht gefressen. Außerdem wog das Kalb weit über zehn Kilo, ein Fuchs könnte derartiges gar nicht leisten.“

Das zweite tote Tier fand ein Spaziergänger am vergangene Samstag circa 500 Meter nördlich des Ortsrandes von Metze im sogenannten Gebiet „Tierbaum“: Ein Rehbock, der offensichtlich bei lebendigem Leib angefressen wurde und dann seinen schweren Verletzungen erlag.

Auch hier sagt Kemper: „Der Rehbock wiegt sogar noch mehr als das Kalb, ich gehe mal von 20 Kilogramm aus – das schafft kein Fuchs und auch kein Goldschakal.“ Auch Luchse kommen nach Kempers Einschätzung bei diesen beiden Fällen nicht in Frage. „Denn wir haben Spuren gefunden – sogenannte Trittsiegel – die ein Luchs nicht hinterlassen würde. Der Luchs zieht beim Laufen die Krallen ein, läuft quasi auf Samtpfoten. Beim Wolf hingegen sind die Krallen permanent draußen.“ Auch die Abdrücke selbst seien erheblich größer, als diejenigen, die ein Luchs hinterlassen würde.

Kemper jedenfalls hat in beiden Fällen Abstriche genommen und Gerhard Becker, den örtlichen Rissgutachter (Melsungen), informiert. Der habe den entsprechenden Dokumentationsbogen ausgefüllt, der jetzt dem Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zugehe, genauso wie die Abstriche, so der Jäger. „Laut Rissgutachter ist in rund vier Wochen mit einem Ergebnis zu rechen“, sagt Kemper, „und ich bin neugierig, was die Analyse ergibt.“

Wichtig ist Kemper die Aussage, dass es ihm bei der Meldung der Fälle vor allem auch um die Sicherheit der Bevölkerung geht. „Wenn es sich tatsächlich um einen Wolf handeln sollte, dann möchte ich mir anschließend nicht anhören müssen, dass ich es gewusst, aber nichts gesagt und getan hätte“, so der Waidmann abschließend.

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