Bad Zwesten blüht auf: Projekt zur Förderung von Rebhühnern

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Die Landwirte der ersten Stunde mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft präsentieren die große Blühfläche von Landwirt Michel Matthias (4. v. re.).

Nach einem Jahr Blühflächen zum Schutz der Rebhühner wurde nun zum Austausch unter den Landwirten und Gemeindevertretern eingeladen.

Bad Zwesten. Im Frühjahr 2018 schlossen sich auf Anregung der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) sieben Landwirte zusammen, um aktiv etwas zum Schutz und zur Förderung der seltenen, hier noch heimischen Rebhühner zu unternehmen (wir berichteten). Jeder der sieben Landwirte stellte mindestens eine seiner Ackerflächen für die Einsaat einer Blühmischung zur Verfügung – so ist es mittlerweile gelungen, 20 Hektar Ackerfläche als Blühflächen zur Lebensraumverbesserung für Rebhühner bereitzustellen. Das Projekt wird von Andrea Imhäuser vom Beratungsteam Pflanzenbau vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen koordiniert.

Rebhühner sind Steppentiere, deshalb ist bei solch einem Schutz-Projekt die richtige Aussähung von Blühflächen wichtig.

Nun wurde zu einem Austausch zwischen den an dem Rebhuhn-Projekt beteiligten Landwirten, Vertretern aus dem Gemeindevorstand und der Gemeindevertretung sowie den Ortsbeiräten eingeladen. „Die Flächen haben auch einen vielfältigen Nutzen für weitere sensible Tierarten, unter anderem Feldlerchen, Feldhasen und eine Vielzahl von Insekten“, so Irmhäuser bei der Begehung einer Blühfläche in Oberurff. Als wäre er bestellt worden, hoppelte beim Stichwort „Feldhase“ ein Exemplar direkt bis kurz vor die Besuchergruppe.

Im anschließenden Fachvortrag im DGH Oberurff-Schiffelborn verdeutlichte die Projektbeauftragte nochmals das Ziel des Projektes. Es sei wichtig, dass strukturreiche Blühflächen geschaffen werden und der Pflanzenbestand auf den Flächen eher lückig ist und nicht zu dicht. Man sollte Flächen in Waldnähe vermeiden, da dort Raubvögel als natürliche Feinde des Rebhuhns angesiedelt sind. Sie wies darauf hin, dass eine kleinstrukturierte Landschaft für die Vielfalt am wichtigsten sei: „Das Mulchen von Feldwegen sollte nur sehr zurückhaltend und stückweise vorgenommen werden. Es braucht mehr ‘Unordnung’ in der Feldgemarkung.“

Bürgermeister Michael Köhler zeigte sich begeistert, wie die Landwirte das naturnahe Projekt unterstützen und wie schnell die benötigten Flächen zur Verfügung standen. „Problematisch ist aber das hohe Maß an Bürokratie, mit dem die Landwirte in Bezug auf die Zuschüsse zu tun haben. Wir müssen aufpassen, dass die bürokratischen Vorgaben die sachgerechte Fortsetzung des Projektes nicht gefährden“, sieht Köhler ein.

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