Für 940.000 Euro: Homberger Hohlebach Mühle steht zum Verkauf

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Leerstand: Die Homberger Hohlebach Mühle wird seit Oktober 2017 nicht mehr gastronomisch betrieben. Jetzt wollen die Besitzer das gesamte Areal verkaufen.

Die Hohlebach Mühle am Stadtrand von Homberg ist ein echtes Schmuckstück. Dennoch stehen Restaurant und Hotel auf dem 12.000 Quadratmeter großen Grundstück regelmäßig leer. Jetzt wollen die Besitzer die Mühle verkaufen.

Aktualisiert am 14. Januar, 11.27 Uhr

Homberg. Geradezu märchenhaft und verwunschen muten die alten, stellenweise mit Efeu bewachsenen Fachwerkhäuser mitten im Grünen an. Die Geschichte der Hohlebach Mühle am Ortsrand von Homberg reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Bis in die 1980er-Jahre war die Mühle in Betrieb. Die Gebäude verfielen allmählich, bis die Familie Dickhaut Mitte der 90er-Jahre das Areal kaufte und auf Vordermann brachte. Nach großen Sanierungsarbeiten wurde aus der einstigen Mühle ein gemütlicher Gasthof mit Hotel.

Seitdem haben sich einige Pächter daran versucht, aus dem Homberger Schmuckstück einen florierenden Gas­tro-Betrieb zu formen – meist mit eher mäßigem Erfolg.

Die letzten Pächter blieben nur knapp ein Jahr

Zuletzt war es ein junges Trio aus Nordhessen, das sich mit traditioneller und saisonaler Küche sowie Hotelzimmern im gemütlichen Landhausstil langfristig in Homberg etablieren wollte. „Die Hohlebachmühle hat immer einen guten Ruf genossen, daran wollen wir anknüpfen. Der Landhausstil bleibt erhalten, wir möchten aber trotzdem frischen Wind reinbringen“, hatte das Trio im Gespräch mit unserer Zeitung angekündigt.

Ein außergewöhnlicher Ort: Landgasthof Hohlebach Mühle - Typisch deutsche Gastlichkeit in Topform from HOTELIERTV on Vimeo.

Das war Ende 2016 – knapp ein Jahr später war bereits wieder Schluss. Kurios – denn klickt man sich durch die Bewertungen im Internet auf Google oder Tripadvisor, wird der Hohlebach Mühle ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt. Trotzdem war die Eigentümerfamilie Dickhaut einmal mehr auf der Suche nach neuen Pächtern.

12.000 Quadratmeter großes Areal

Die wurden bis heute nicht gefunden und so steht das gut 12.000 Quadratmeter große Areal samt der zwei Gebäude jetzt zum Verkauf. Für 940.000 Euro wird laut Beschreibung der Maklerfirma König Immobilien ein Anwesen mit Restaurant, Gästehaus mit acht Zimmern, Pächterwohnung, Backhaus, Biergarten und weitläufiger Außenanlage angeboten. Alexander Rauer von der Knüll Touristik bestätigt auf lokalo-Anfrage: „Seit Oktober 2017 ist kein Gastronomiebetrieb mehr in der Hohlebach Mühle.“ Sehr zum Bedauern der Knüll Touristik – denn der Verein hatte dort immer wieder Touristengruppen hin gelotst. „Vor allem der Mittagstisch für Reisegruppen war für uns sehr wichtig“, sagt Rauer.

Auch einen Grund, warum es in der jüngeren Vergangenheit mit den Pächtern nicht klappen wollte, kann Rauer nennen. „Die letzten beiden Betreiber der Mühle haben uns Rückmeldung gegeben, dass die Pacht zu hoch gewesen sei“, sagt er. Bei der Knüll Touristik hofft man, dass in naher Zukunft wieder Leben in der Hohlebach Mühle ist. „Gastronomie und auch Übernachtungsmöglichkeiten werden dringend benötigt. Es würde Homberg gut tun, wenn es in der Hohlebach Mühle bald weitergeht“, so Rauer. Bei der Suche nach einem Käufer möchte die Knüll Touristik behilflich sein. „Wir stellen gerne den Kontakt zwischen Interessenten und dem Verkäufer her“, erklärt Rauer.

Ehemalige Pächter dementieren

Den Angaben der Knüll Touristik widersprechen die letzten Pächter Hanna David und Mirco Wahl, die Teil des Betreiber-Trios aus Nordhessen waren. „Die Pacht war nicht zu hoch, und das haben wir auch nie an die Knülltouristik weitergegeben“, so die ehemaligen Pächter. Es habe andere Gründe für ihren Rückzug aus der Hohlebach Mühle gegeben, die sie jedoch nicht weiter ausführen wollten. David und Wahl stellen jedoch klar: „Wir hatten stets ein gutes Verhältnis zu den Besitzern der Hohlebach Mühle.“

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