Angst vorm Islam nehmen: Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde startet Kampagne im Schwalm-Eder-Kreis

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Sie stehen für ein friedliches Miteinander und wollen mit der Kampagne „Wir sind alle Deutschland“ Aufklärungsarbeit leisten: Die Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde Wabern mit ihrem Vorsitzenden Kahlid Mahmood Awan (3. v. re.) und Imam Afaq Ahmad (4. v. li.).

Seit 1980 ist die Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde in Wabern ansässig. Trotzdem sieht sich die Gemeinde in der Pflicht, weitere Aufklärungsarbeit über den Islam zu leisten. Aus diesem Grund ist sie mit der Kampagne „Wir sind alle Deutschland“ im gesamten Kreis unterwegs.

Schwalm-Eder. „Der Islam gehört nicht zu Deutschland!“ – mit dieser Aussage hat der neue Bundesinnenminister Horst Seehofer für Aufsehen und vor allem Aufregung gesorgt. Bundeskanzlerin Angela Merkel widersprach öffentlich ihrem Kabinettsmitglied und erklärte: „Vier Millionen Muslime und auch ihre Religion gehören zu Deutschland, also auch der Islam.“

Mit 45.000 Mitgliedern und 50 Moscheen ist auch die Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde bereits seit 1949 fest in Deutschland verwurzelt. Seit 1980 ist die Gemeinde in Wabern vertreten, wo sie im Jahr 2007 eine eigene Moschee eröffnet hat und aktuell 114 Mitglieder zählt. „In Wabern sind wir absolut integriert und akzeptiert“, erklärt Kahlid Mahmood Awan, Gemeinde-Vorsitzender. Trotzdem gelte es auch über die Waberner Grenzen hinaus Aufklärungsarbeit zu leisten.

Dabei soll die jüngst gestartete bundesweite Kampagne der Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde „Wir sind alle Deutschland“ helfen. „Durch die Kampagne erhoffen wir uns, den Bürgern im gesamten Schwalm-Eder-Kreis vermitteln zu können, dass zwischen Muslimen und fanatischen Extremisten absolut zu differenzieren ist“, betont Gemeindemitglied Firat Ahmed. Bis Ende Juni werde die Gemeinde deshalb mit Infoständen (siehe EXTRA-INFO) in Melsungen, Treysa, Homberg und Wabern vor Ort und gesprächsbereit sein. Zudem sollen in allen Ortschaften des Kreises Flyer verteilt werden, die über Ahmadiyya Muslim Jamaat und die Kampagne informieren.

Kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit in seiner Gemeinde: Firat Ahmed.

„Mit ,Wir sind alle Deutschland’ wollen wir Bürgernähe schaffen. Die Menschen können sich mit ihren Fragen, aber auch Sorgen und Ängsten an uns wenden“, erklärt Afaq Ahmad. Er ist Imam und Theologe in Darmstadt. Ahmad betreut die Kampagne bundesweit und weiß, wie wichtig das direkte Gespräch ist. „Es kommt auch vor, dass wir bei Infoveranstaltungen Anfeindungen ausgesetzt sind. Das sind dann Personen, die einfach schlecht informiert sind. Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein klärendes Gespräch vor Ort schon viel bewirken kann“, sagt der Imam.

Gute Gespräche wünschen sich die Beteiligten auch im Schwalm-Eder-Kreis. „Wir stehen für absolute Gerechtigkeit, kein Zwang im Glauben und die gleichwertige Behandlung von Frauen und Männern“, zählt Afaq Ahmad einige der Grundsätze von Ahmadiyya Muslim Jamaat auf. Er hofft, wie auch die Waberner Gemeindemitglieder, in den kommenden Wochen weiter mit Vorurteilen aufräumen zu können.

EXTRA-INFO

Infostände und Veranstaltungen

Erste Infostand-Station der Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde ist am 7. April die Homberger Innenstadt. Anschließend sind die Gemeindemitglieder am 28. April in Treysa, am 26. Mai in Fritzlar und am 23. Juni in Melsungen (jeweils Innenstadt). Zudem sind Informationsveranstaltungen geplant. Die erste mit dem Thema „Islam und Rechtspopulismus – Antwort auf Vorwürfe der AfD“ findet am 13. Mai um 15 Uhr in der Waberner Mehrzweckhalle statt. Weitere sollen folgen.

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